Kunden baff: Was macht Mercedes anders als McLaren, Williams und Alpine?
Mercedes brachte in Australien das mit Abstand schnellste Auto auf die Bahn. Aber wieso sind dann die Mercedes-Kunden McLaren, Williams und Alpine mit der gleichen Antriebseinheit nicht schneller?
Eine der brennendsten Fragen nach dem WM-Auftakt von Australien: Was macht Mercedes in Sachen Energie-Management besser? George Russell und Kimi Antonelli sassen im Albert-Park von Melbourne im schnellsten Auto – erste Startreihe besetzt, danach Doppelsieg.
Kein Zweifel: Mercedes hat die Hausaufgaben bei der neuen Antriebseinheit am besten gelöst. Wieder einmal. Denn das war schon Anfang 2014 so, als die Königsklasse in die neue Turbohybrid-Ära trat.
Es wäre einfach, hier zu sagen: Na gut, das ist halt dieser geniale Kniff mit der Kompression, wenn die Antriebseinheit im aufgewärmten Zustand höher verdichtet ist als an der Box. Wenn das der einzige Grund für die Überlegenheit ist, wieso waren dann in Australien die Mercedes-Kunden McLaren, Williams und Alpine nicht schneller?
Andrea Stella, Teamchef von McLaren, und James Vowles, Steuermann von Williams, haben sich dazu Gedanken gemacht.
Der Italiener Stella sagt: «Die Diskussion mit Mercedes über mehr Informationen läuft schon seit Wochen. Denn schon beim Testen sind wir auf die Strecke gegangen, haben die Daten angeschaut und gedacht: ‚Oh, das haben wir also. Gut, wie reagieren wir jetzt darauf?‘ Aber so arbeitet man eigentlich nicht in der Formel 1.»
Andrea Stella (McLaren): «Wir sind in der Defensive»
«In der Formel 1 simuliert man vorgängig, was auf der Strecke passiert. Man weiss daher, was man programmiert und wie sich das Auto verhalten wird; man weiss, was auf einen zukommt. Und weil man weiss, was vom Rennwagen zu erwarten ist, richtet man seine Entwicklung darauf aus.»
Im Gegensatz zum Vorjahr ist McLaren nun im Hintertreffen. Stella weiter: «Ich muss sagen – als Kundenteam ist dies das erste Mal, dass wir uns richtig in der Defensive fühlen; selbst wenn es darum geht, das Fahrverhalten des Autos vorherzusehen oder abzuschätzen, wie wir es verbessern können.»
James Vowles (Williams): «Ich weiss nicht, wie das geht»
Williams-Teamchef James Vowles ergänzt: «Was Mercedes mit dieser Antriebseinheit macht, das hat uns wirklich überrascht. Erst im Qualifying haben wir erkannt, wie sehr wir hinterherhängen. Wir sprechen hier von ungefähr drei Zehntelsekunden pro Runde.»
«Ich bin zuversichtlich, dass Mercedes uns alles Notwendige geliefert hat, denn sie sind immer sehr gründlich. Ich bin sicher, dass das, was sie uns geliefert haben, uns die Möglichkeit gibt, das zu tun, was sie tun. Ich weiss nur momentan nicht, wie das geht. Wir fragen uns: Was haben wir übersehen, und wie kommen wir schneller auf das gleiche Niveau?»
„Es ist nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Sie haben Wissen, das wir nicht haben. Wir müssen anerkennen, dass wir da nicht über die gleiche Raffinesse verfügen. Es liegt an uns, Boden gut zu machen.»
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