Keine Innovationen: Yamaha hat grundlegende Sorgen

Von Ivo Schützbach
MotoGP

Yamaha spielt in der MotoGP-Saison 2019 hinter Honda und Ducati nur die dritte Geige, Suzuki wird immer aufmüpfiger. «Nach der desaströsen letzten Saison mussten wir etwas ändern», sagte Projektleiter Takahiro Sumi.

Marc Marquez führt die MotoGP-WM nach zwölf von 19 Rennen mit 250 Punkten überlegen an. Dem Honda-Star folgen Andrea Dovizioso (Ducati, 172), Alex Rins (Suzuki, 149) und Danilo Petrucci (Ducati, 145), erst dann kommen die Yamaha-Werksfahrer Maverick Vinales (118) und Valentino Rossi (116).

In der Konstrukteurs-WM führt Honda mit 256 Punkten vor Ducati (211), Yamaha (195) und Suzuki (166).

«Wir stehen nicht dort, wo wir sein möchten», gibt Yamahas MotoGP-Projektleiter Takahiro Sumi zu.

Takahiro, Rossi hat nach dem Brünn-Test, als er zum ersten Mal den nächstjährigen Prototypen fuhr, gesagt, dass sich bei Yamaha etwas geändert hat. Was meinte er damit?

Nach der desaströsen letzten Saison mussten wir etwas ändern. Nicht nur das Motorrad, sondern auch unsere Denkweise, was die Entwicklung betrifft. Wir haben viele Kleinigkeiten geändert. Das Motorrad ist nicht so anders, aber bei Yamaha ist einiges anders. Wir nützen jegliche Ressourcen, um für nächstes Jahr ein konkurrenzfähigeres Motorrad zu entwickeln und aus der Krise zu kommen.

Wir haben das unseren Fahrern sehr vorsichtig erklärt, sie haben unsere Zukunftspläne verstanden.

Als sich die Elektronik und die Reifen in der MotoGP-WM geändert haben, verrannten wir uns in einigen Bereichen in der Entwicklung. Du kannst nicht 20 Probleme auf einmal lösen, also konzentrieren wir uns jetzt auf die wichtigsten.

Michelin bringt 2020 eine neue Reifengeneration. Welche Auswirkung hat das auf eure Entwicklung?

Wir sind glücklich damit, dass wir jetzt immer die gleichen Reifen haben. So können wir uns auf unsere Probleme konzentrieren. Wenn Michelin für nächstes Jahr zwei neue Reifen bringt, dann müssen wir sehr genau darauf achten, wie diese sich auf unser Motorrad auswirken.

Müsste Yamaha innovativer sein? Besonders Ducati und KTM haben eigene Wege eingeschlagen.

Wir denken immer über jede Lösung nach. Wir hätten gerne Innovationen, müssen uns derzeit aber auf den fundamentalen Charakter unseres Motorrads konzentrieren. Aber klar, wenn wir etwas finden das hilft, dann haben wir auch keine Hemmungen, das einzusetzen.

Würde es Yamaha begrüßen, wenn grundsätzlich während der Saison eine Motorausbaustufe erlaubt wäre? Momentan dürfen nur die Konzessionsteams Neuerungen bringen.

Dass die Motorentwicklung während des Jahres eingefroren ist, hat Vor- und Nachteile. Erlauben wir ein Update, vergrößert sich das Ressourcenproblem. Deshalb diskutieren wir darüber auch nicht viel und haben auch keine Änderung des Reglements vor.

Sollten die Anzahl Rennen in der Zukunft mehr werden, können wir darüber reden.

Kannst du dir vorstellen, dass wir in Zukunft radikale Änderungen an den Motorrädern sehen wie mehr Zylinder oder geringeres Gewicht? Ein Sportmotorrad für die Straße ist von MotoGP nicht mehr weit entfernt.

Wir halten es für natürlich, dass sich das Gewicht einer MotoGP-Maschine und eines Superbikes nur gering unterscheiden. Der Hauptunterschied zwischen diesen Motorrädern liegt in der Motorleistung, nicht im Gewicht des Chassis. Der Motor und das Chassis haben den größten Anteil am Gewicht. Wir wollen keine seltsamen Sachen machen und sehen deshalb auch kein Problem im aktuellen Reglement.

Maverick Vinales startet oft schlecht und macht damit die Arbeit aus den Trainings und dem Qualifying zunichte. Liegt das am Motorrad, an der Elektronik oder muss er einfach nur lernen, wie man gut startet?

Verglichen mit dem Saisonbeginn startet er jetzt sehr gut. Er hat gelernt, wie er unsere Kupplung und den Motor benützen muss, wir kamen ihm mit der Elektronikabstimmung etwas entgegen.

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