Marc Márquez (Honda): «Zwölf Siege sind nicht normal»

Von Nora Lantschner
MotoGP
Der achtfache Champion Marc Márquez dominierte auch in Valencia

Der achtfache Champion Marc Márquez dominierte auch in Valencia

Weltmeister Marc Márquez sprach nach seinem Sieg beim MotoGP-Finale in Valencia und dem Triple für Honda von einer perfekten Saison: «Vielleicht die beste meiner gesamten Karriere.»

Mit zwölf Saisonsiegen und 18 Top-2 Ergebnissen in 19 Grand Prix sammelte Marc Márquez auf dem Weg zu seinem achten WM-Titel als erster MotoGP-Fahrer mehr als 400 Punkte in einer WM-Saison – und bescherte Honda nebenbei fast im Alleingang die «Triple Crown».

«Es war eine großartige Saison, die beste in meiner Karriere – und ich weiß nicht, ob es die beste Saison meiner gesamten Karriere bleiben wird», hielt der 26-jährige Spanier nach dem Sieg beim Saisonfinale in Valencia fest. «Die Zahlen und die Statistik sprechen für sich, wir haben unser Potential in dieser Saison gezeigt. Es war eine perfekte Saison, die so schwierig zu verbessern sein wird. Und wir haben die Saison hier auf dem bestmöglichen Weg beendet, mit dem Sieg in Valencia und vor allem dem Gewinn der Team-WM. Das ganze Repsol Honda Team verdient es sich. Gleichzeitig ist es ein Weg, um Jorge zu danken und zu verabschieden. Denn am Ende habe ich wie alle anderen den Jorge im Kopf, der fünffacher Weltmeister geworden ist. Wir werden heute Abend etwas zusammen feiern, das macht mich glücklich», vergaß der Weltmeister auch nicht auf seinen Landsmann und Teamkollegen Jorge Lorenzo, der seine Karriere nach 18 WM-Jahren beendet hat.

«Es war die Saison, die ich am meisten genossen habe», ergänzte Márquez. Er mahnte aber auch: «Das Problem ist, dass die Leute sich an diese Ergebnisse gewöhnen. Das ist aber nicht normal. Normal ist, sechs oder sieben Rennen in einer Saison zu gewinnen, wenn du den Titel holen willst. Dann versucht man immer auf dem Podest zu sein, aber man macht auch ein paar Fehler. Die Gegner warten natürlich darauf, wo ich Fehler machen werde.»

«Im Moment bin ich stolz darauf, dass das ganze Team an derselben Mentalität festhält, vor allem Alberto [Puig] hat mich wie verrückt gepusht, auch wenn ich einen 80-Punkte-Vorsprung hatte. Auch im letzten Rennen, er hat sich nach dem Crash heute Morgen beschwert, dass ich fokussiert bleiben müsste und so weiter», schilderte der Repsol-Honda-Star lachend. «Das ist für einen Fahrer aber der beste Weg, du musst den Druck hochhalten. Natürlich stehst du unter Druck und natürlich hasse ich es, wenn mich einer besiegt. Aber das ist dann die Neuigkeit, so ist das. Vielleicht werden mich im nächsten Jahr die Jungs links und rechts von mir oft besiegen und in der Weltmeisterschaft harte Gegner sein», verwies er auf Fabio Quartarao und Jack Miller, die in Valencia ebenfalls auf dem Podium standen. «Aber das ist das Rennfahren, das ist die MotoGP – und das ist das Beste. Wir haben es in diesem Jahr aber auf jeden Fall genossen.»

Der Start ins letzte Rennen der Saison war zuvor allerdings nicht perfekt verlaufen. «In Malaysia habe ich den besten Start der Saison gezeigt, hier den schlechtesten. Etwas ist passiert, es hing ein bisschen abwärts, das Bike hat sich bewegt und meine Körperhaltung war nicht die richtige, so bin ich nicht so gut weggekommen. Aber abgesehen davon haben wir ein großartiger Comeback gezeigt: In zwei Runden haben wir viele Fahrer überholt. Fabio war dabei eine Lücke aufzufahren, aber ihn zwei Runden habe ich sie geschlossen. Das war schön», erzählte der strahlende Sieger, der seinen Plan einmal mehr perfekt umsetzte.

«Meine Strategie war – wie ich es Alberto vor dem Rennen gesagt habe – zu versuchen das Rennen anzuführen. Aus technischen Gründen fühlte ich mich hier besser vorne als hinter einem Fahrer. Das ist das, was ich dann auch gemacht habe», fasste Márquez zusammen. «Ich wusste vor dem Rennen, dass Fabio Quartararo in den ersten Runden sehr schnell und Maverick [Viñales] vielleicht am Ende schneller sein würde. Ich weiß nicht, was Maverick passiert ist, weil ich gesehen habe, dass er weit weg von der Spitze war.»

MotoGP-WM-Endstand nach 19 Rennen:

1. Marc Márquez 420. 2. Dovizioso 269. 3. Viñales 211. 4. Rins 205. 5. Quartararo 192. 6. Petrucci 176. 7. Rossi 174. 8. Miller 165. 9. Crutchlow 133. 10. Morbidelli 115. 11. Pol Espargaró 100. 12. Mir 92. 13. Nakagami 74. 14. Aleix Espargaró 63. 15. Bagnaia 54. 16. Iannone 43. 17. Oliveira 33. 18. Zarco 30. 19. Lorenzo 28. 20. Rabat 23. 21. Bradl 16. 22. Pirro 9. 23. Syahrin 9. 24. Abraham 9. 25. Guintoli 7. 26. Kallio 7.

Konstrukteurs-WM:
1. Honda 426. 2. Yamaha 321. 3. Ducati 318. 4. Suzuki 234. 5. KTM 111. 6. Aprilia 88.

Team-WM:
1. Repsol Honda Team 458. 2. Ducati Team 445. 3. Monster Energy Yamaha 385. 4. Petronas Yamaha SRT 307. 5. Team Suzuki Ecstar 301. 6. Pramac Racing 219. 7. LCR Honda 210. 8. Red Bull KTM Factory Racing 134. 9. Aprilia Racing Team Gresini 106. 10. Red Bull KTM Tech3 42. 11. Reale Avintia Racing 32.

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