MotoGP

Pol Espargaró (KTM): Was steckt noch in der Pipeline?

Von - 20.11.2019 09:34

Pol Espargaró (Platz 8 am Dienstag) ist überzeugt, dass KTM mit dem neuen Stahlrahmen mit den viereckigen seitlichen Profilen in die richtige Richtung entwickelt. Heute testet er eine zweite, neuere Version.

Pol Espargaró testete für das Team Red Bull KTM Factory Racing gestern auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia die neue Chassis-Version mit dem neuartigen Stahlrahmen, der zu 80 Prozent aus dünnwandigen Stahlrohren besteht, aber zu ca. 20 Prozent aus viereckigen Formen aus Stahl. «Die DNA von KTM wird mit diesem Konzept nicht aufs Spiel gesetzt», ist Pol überzeugt.
Espargaró schaffte am Wochenende im Qualifying 1 seine persönlich beste Zeit mit 1:30,543 min. Am Dienstag brauste er mit dem neuen Chassis in 1:30,974 min auf Platz 8. Pol hat die rund 290 PS starke KTM RC16 an diesem ersten Trainingstag in Valencia auf dem Circuit Ricardo Tormo immer besser unter Kontrolle bekommen.

KTM ist 2017 in die MotoGP-WM eingestiegen. Beim Jerez-GP im Mai wurde damals der neue Big-Bang-Motor erstmals eingesetzt, er erwies sich als deutliche Fortschritt. Dann kam in Misano 2018 der neue Motor mit der gegen die Fahrtrichtung drehenden Kurbelwelle zum Einsatz, Mika Kallio war damit schon beim Jerez-GP auf Platz 10 gebraust. Und 2019 in Le Mans erhielt Pol erstmals die neue Karbonschwinge und ein neues Triebwerk mit veränderter Zündfolge, womit die Kraftentfaltung noch einmal verbessert wurde.

So wurden Highlights wie der sechste Rang im Rennen in Le Mans und der zweite Startplatz in Misano möglich. Aber es gab auch etliche Rückschläge, es ging dann meistens um Nachteile beim Turning und bei der Traktion mit gebrauchten Reifen.

Mit dem gestern erstmals eingesetzten neuen KTM RC16-Chassis (mit kantigen, viereckigen Profile an der Seite des Motorrads) soll jetzt das Fahrverhalten deutlich verbessert werden.

Hält der WM-Elfte Pol Espargaró dieses neue Chassis für den bisher signifikantesten Fortschritt in den drei KTM-Jahren? «Das ist sicher eine wichtige Errungenschaft. Deshalb waren die Journalisten und Fotografen am Dienstag auch so besonders neugierig. Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt für die Factory. Wir ändern natürlich unsere DNA und unseren Stil nicht. Denn 80 Prozent des Rahmens bestehen weiter aus Rohren. Aber wir wollen jetzt herausfinden, wie sinnvoll es ist, so eine Art von Chassis zu machen und warum unsere Gegner alle Chassis mit viereckigen Profilen erzeugen. Wir haben jetzt den ersten kleinen Schritt gemacht. Aber wir werden in diese Richtung weiter marschieren, wenn sie sich weiter als nützlich erweist. Und keine Angst – das Chassis besteht weiter zu 100 Prozent aus Stahl. Das Material ist exakt das Gleiche wie bisher. Aber viel, viel leichter. Und mit einem unterschiedlichen Stil.»

KTM macht natürlich ein Geheimnis aus der Wandstärke der Rohre, sie dürfte aber im Bereich von bei 0,3 oder 0,4 Millimetern liegen. Zur Erinnerung: MZ verbaute an der Moto2 vor neun Jahren noch 0,8 mm dicke Stahlrohre.

Dani Pedrosa hat das neue Chassis bereits bei privaten Testfahrten getestet und neben gewissen Vorteilen auch Nachteile aufgespürt. Deshalb gab er Verbesserungen in Auftrag.

«Die Nachteile sind mir gestern auch hier in Valencia aufgefallen. Die ganz neue Version beinhaltet bereits alle Kommentare der ersten Tests von Dani, es ist eine Weiterentwicklung, die ich heute testen werde», schilderte Pol. «Das zweite neue Chassis ist steifer, das sollte uns in den Bremszonen helfen. Die Steifigkeit ist wichtig, wenn du bei der Gewichtsersparnis so deutliche Fortschritte machst. Jetzt bin ich gespannt, was KTM noch alles in der Pipeline hat.»

Valencia-Test, 19. November:

1. Quartararo, Yamaha, 1:30,163 min
2. Viñales, Yamaha, 1:30,327 min, + 0,164 sec
3. Morbidelli, Yamaha, 1:30,650, + 0,487
4. Dovizioso, Ducati, 1:30,665, + 0,502
5. Marc Márquez, Honda, 1:30,698, + 0,535
6. Mir, Suzuki, 1:30,811, + 0,648
7. Rins, Suzuki, 1:30,958, + 0,795
8. Pol Espargaró, KTM, 1:30,974, + 0,811
9. Rossi, Yamaha, 1:31,012, + 0,849
10. Miller, Ducati, 1:31,130, + 0,967
11. Crutchlow, Honda, 1:31,183, + 1,020
12. Petrucci, Ducati, 1;31,433, + 1,270
13. Lecuona, KTM, 1:31,645, + 1,482
14. Iannone, Aprilia, 1:31,674, + 1,511
15. Rabat, Ducati,1:31,775, + 1,612
16. Aleix Espargaró, Aprilia, 1:31,815, + 1,652
17. Pedrosa, KTM, 1:31,863, + 1,700
18. Pirro, Ducati, 1:32,016, + 1,853
19. Abraham, Ducati, 1:32,034, + 1,871
20. Smith, Aprilia, 1:32,090, + 1,927
21. Binder, KTM, 1:32,645, + 2,482
22. Bradl, Honda, 1:32,833, + 2,670
23. Alex Márquez, Honda, 1:32,873, + 2,710

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