Platzt Martin Bauers Wildcard-Debüt in Brünn?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Test: Bauer beim Test mit der CRT-BMW

Test: Bauer beim Test mit der CRT-BMW

Etliche Fragezeichen begleiten das österreichische Claiming-Rule-Projekt von Andreas Bronnen und Fritz Schwarz.

Wird der 37-jährige Niederösterreicher Martin Bauer der erste rot-weiss-rote MotoGP-Pilot seit Beginn der Viertakt-Ära 2002? Gewisse Zweifel sind erlaubt.

Das letztjährige Technogym Racing Team von Andreas Bronnen und Tuner Fritz Schwarz eroberte 2012 mit Michael Ranseder Rang 2 in der IDM Superbike und plant jetzt unter dem neuen Namen Racing Team Austria einen Wildcard-Einsatz beim Motorrad-GP in Brünn. Die Startzusage von Dorna und IRTA ist bereits vorhanden.

Aber es gilt etliche Hindernisse zu überwinden.

Erstens: Bauer bestreitet mit dem Team HPC Power Suzuki Racing von Denis Hertrampf die IDM Superbike, beim Brünn-GP müsste er BMW-Motoren einsetzen. Er hat aber von Hertrampf grünes Licht erhalten. Zweitens: Das Bronnen-Team, das mit Technogym und Winfried Reicht den bisherigen Hauptsponsor verloren hat, muss bis Juni nachweisen, dass es die Quali-Zeit erreicht, also maximal 7 Prozent auf Lorenzos Pole-Zeit von 2012 (1:55,799 min) verliert. Drittens: Bronnen muss endlich ein FTR-Chassis für sein Claiming-Rule-Bike bestellen. Viertens: Das Wildcard-Projekt würde für ein Rennen mindestens 400.000 Euro verschlingen.

Wie sinnvoll ist so ein finanzieller Aufwand für ein einzelnes Rennen? «Wenn wir danach für 2014 keinen Fixplatz bekommen, ist der Aufwand kaum gerechtfertigt», stimmt Bronnen zu. «Aber wenn wir es nicht versuchen, werden wir es nicht rausfinden.»

Bronnen hat Ranseder längst an Honda verloren und geht recht blauäugig an das MotoGP-Projekt heran. Denn die Aussichten auf einen Fixplatz tendieren gegen Null. Nicht einmal das Suzuki-Werksteam erhält für 2014 zusätzliche Startplätze; es muss sich mit einem etablierten Team wie jenem von Jorge «Aspar» Martinez verbünden.

Ausserdem: Wer 2014 als Privatteam in der MotoGP-WM mitfahren will, muss zum Beispiel für rund 1,2 Millionen Euro einen Production-Racer von Honda kaufen und mindestens ein Gesamtbudget von 2,5 Millionen aufbringen.

Trotzdem möchte Bronnen am liebsten bereits im Mai oder April mit Bauer erstmals testen. Er habe keine Hektik, versichert der Teamchef aus Österreich. Da aber bis heute kein FTR-Chassis bestellt ist, wird die Zeit allmählich knapp. Bis Juni muss Martin Bauer in Brünn mit offizieller Zeitnahme eine Rundenzeit von 2:03,9 min vorzeigen und seine fahrerische Kompetenz unter Beweis stellen; das Team soll bis dahin seine MotoGP-würdige Infrastruktur zur Schau stellen. «Wir sind in allen Bereichen am Limit, aber bei der Organisationsarbeit liegen wir im Plan. Die verlangte Rundenzeit macht uns kein Kopfzerbrechen. 2:03 min fährt man in Brünn sogar mit einem Superbike. Und wir verhandeln seit Oktober mit FTR-Chefdesigner Mark Taylor und Chris Herring.»

FTR-Verkaufsleiter Chris Herring antwortet auf die Frage nach einer Bestellung von Bronnen mit einer Gegenfrage. «Bronnen? Lebt der noch?» Dann ergänzte der ehemalige HRC-Rennmanager Herring: «Ich habe seit Mitte Dezember von ihm nichts mehr gehört.»

Bronnen und Schwarz planten mit Martin Bauer auch sporadische Superbike-WM-Einsätze auf einer BMW S1000RR. Diese Pläne wurden inzwischen ad acta gelegt. Bauer will lieber mit Hertrampf einige Wildcard-Rennen auf Suzuki bestreiten. Denn Hertrampf setzt ohnedies Ducati-Panigale-Pilot Dario Giuseppetti bei einigen WM-Rennen ein.

Ein FTR-Chassis kostet rund € 95.000.- Ein komplettes Motorrad kommt auf rund € 170.000.- Für den Fall eines flag-to-flag-races (ohne Abbruch bei wechselhaftem Wetter) mit Motorradwechsel wäre eine Ersatzmaschine ratsam. Dazu kommen saftige Kosten für Testfahrten, Bridgestone-Reifen, Nenngeld, Treibstoff, Verschleissteile, Motorrevisionen und so weiter.

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