MotoGP-Weltmeister Marc Márquez: Wie alles begann

Von Sharleena Wirsing
MotoGP

Der 20-jährige Marc Márquez brach in seiner ersten MotoGP-Saison unzählige Rekorde. Doch wie begann die unglaubliche Karriere des jüngsten Königsklasse-Champions aller Zeiten?

Mit 20 Jahren und 266 Tagen krönte sich Marc Márquez im letzten Saisonrennen in Valencia als erster Rookie seit Kenny Roberts 1978 zum Weltmeister der Königsklasse und löste gleichzeitig Freddie Spencer als jüngsten Champion ab. Zudem ist der charismatische Überflieger erst der vierte Fahrer, dem es gelang, in allen drei WM-Klassen den Titel zu holen. Vor ihm schafften dieses Kunststück nur Legenden wie Mike Hailwood, Phil Read und Valentino Rossi.

Doch wann und wo startete dieser unfassbar talentierte Spanier mit dem kompromisslosen Fahrstil seine erfolgreiche Laufbahn? Der zukünftige Champion wurde am 17. Februar 1993 im katalonischen Lleida geboren. Bis heute lebt Marc mit seinen Eltern und seinem Bruder Alex in Cervera, einer kleinen Stadt in der Provinz Lleida, die etwa 9400 Einwohner zählt.

Aller Anfang ist schwer: Marc Márquez auf Stützrädern

Marcs Vater schloss sich Jahr für Jahr tausenden MotoGP-Fans an und fuhr mit dem Motorrad nach Jerez. Es ist also kein Zufall, dass Marc früh seine Leidenschaft für den Motorradsport entdeckte. Im Alter von vier Jahren wünschte er sich schließlich sein erstes Motorrad zu Weihnachten. Zunächst musste der zukünftige Dreifach-Weltmeister allerdings noch mit Hilfe von Stützrädern ausrücken. Ein Jahr später bestritt er bei «Enduro for kids» sein erstes Rennen, obwohl es für sein Alter noch keine passende Kategorie gab.

1999 erstand sein Vater ein gebrauchtes, 50 ccm starkes Off-Road-Pocketbike und bald machte Marc auch seine ersten Gehversuche im Bereich Motocross. Ein Jahr später trat er noch immer bei Enduro-Rennen an und erzielte mit dem Vizetitel in der Katalanischen Motocross Meisterschaft seinen ersten größeren Erfolg. 2001 gewann er schließlich den Titel in der Einsteigerkategorie der Katalanischen Motocross Meisterschaft.

Der holprige Weg auf die Straße

Durch die Einführung des Conti Cups der Katalanischen Motorradsport Föderation im Jahr 2000 schnupperte Marc erstmals ‹Straßensport-Luft›. Die ersten Anläufe waren enttäuschend, doch zur Saisonmitte begann sich der heute 20-Jährige wohlzufühlen und entschloss sich, im nächsten Jahr erneut anzutreten. Mit dem Team Procurve erreichte er im folgenden Jahr den dritten Platz des Conti Cups. Ab 2002 konzentrierte sich Marc nur mehr auf den Straßenrennsport. Zusammen mit dem Team Procurve wechselte er in die Open RACC 50 Meisterschaft, die auf großen spanischen Rennstrecken wie Montmeló ausgetragen wurde. Marc blamierte bereits im ersten Jahr seine Gegner und siegte mit gewaltigen Vorsprüngen von bis zu 20 Sekunden.

2004 gelang Marc mit einer Honda der Sprung in die 125-ccm-Klasse, wo er vom Team RACC Impala unter Vertrag genommen wurde. Wer ahnte damals schon, dass sein damaliger Teamkollege Pol Espargaró 2012 sein ärgster Titelrivale in der Moto2-WM sein würde. Die 125-ccm-RACC-Meisterschaft beendete Marc hinter Sieger Espargaró.

Ab 2005 nannte sich das Team nun RACC CajaMadrid und einige Monlau-Mechaniker wurden Teil der Mannschaft. Das wohl wichtigste Ereignis dieses Jahres war das Zusammentreffen mit dem 125-ccm-Weltmeister von 1999, Emilio Alzamora, der bis heute Mentor und Manager des Ausnahmetalents ist. Marc triumphierte zudem in der 125-ccm-Klasse und der 85-ccm-Supermotard-Kategorie der Katalanischen Meisterschaft. 2006 wiederholte er diesen Erfolg und gab sein Debüt in der Spanischen Meisterschaft (CEV). Er belegte am Ende die achte Position.

2007 trat er erneut in der CEV an, doch nun auf einer KTM. Nach vielen Stürzen erreichte er nur die neunte Position. Mit einer Körpergröße von 1,50 Meter und einem Gewicht von 43 Kilogramm musste er 20 Kilo zusätzliches Gewicht an seinem Bike anbringen, was die Fahrbarkeit der Maschine natürlich merklich beeinflusste. Trotzdem konnte er immerhin das Rennen in Jerez gewinnen.

Unverhoffter WM-Einstieg 2008

Am Ende der Saison 2007, kurz vor dem letzten CEV-Rennen in Valencia, fuhr er mit Alzamora zum Valencia-GP. Marc dachte, dass er sich im Umfeld der Weltmeisterschaft auf das letzte CEV-Rennen vorbereiten sollte, doch Alzamora hatte andere Pläne. 2008 sollte Marc Teil der WM-Familie werden.

Sein WM-Debüt gab Marc beim Grand Prix von Estoril auf einer Repsol-KTM. An den ersten beiden Rennen konnte der Heißsporn nach einem Sturz in der Vorsaison, bei dem er sich den rechten Arm brach, nicht teilnehmen. In seinem zweiten Rennen in China holte er seine ersten beiden WM-Punkte. In den folgenden Rennen konnte er mit den Top-Fahrern mithalten und setzte in Silverstone bereits einen Meilenstein, als er als jüngster Fahrer aller Zeiten das Podest der Weltmeisterschaft erklomm.

Der Repsol-Pilot zeigte weiterhin starke Leistungen, doch in Malaysia endete die erste Saison des Spaniers bereits. Im Training wurde Marc von einem Gegner gerammt und sein Bein geriet dabei zwischen Reifen und Schwinge. Er brach sich die Epiphysenfuge des Schienbeins und musste die Saison beenden. In der Punktetabelle erreichte er den 13. Platz, obwohl er wegen Verletzungen vier Rennen verpasste.

2009 beendete Marc fast alle Rennen unter den Top-5 und stand in Jerez auf dem Podium, doch zahlreiche Stürze prägten auch die zweite WM-Saison des jungen Talents. Für die Saison 2010 unterschrieb er einen Vertrag mit dem Team von Aki Ajo und pilotierte eine Derbi.

Der Rest der unglaublich erfolgreichen Karriere des 20-Jährigen ist bekannt: 2010 eroberte er in der 125-ccm-Klasse seinen ersten Weltmeistertitel, 2012 folgte der Moto2-Triumph und 2013 machte er das scheinbar Unmögliche möglich und wurde der jüngste Weltmeister der Königsklasse.

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