Nicky Hayden (Honda:) Vom Regen in die Traufe

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Nicky Hayden auf der Production-Honda des Martinez-Teams

Nicky Hayden auf der Production-Honda des Martinez-Teams

Nach fünf trostlosen Ducati-Jahren wollte Nicky Hayden mit Honda zurück an die Weltspitze. «Ich komme mir vor wie auf einem Moped», klagte er nach dem ersten Sepang-Tag.

Nicky Hayden, 2006 auf der Repsol-Honda-Weltmeister in der MotoGP-Klasse, ist im Winter mit riesigen Hoffnungen zu Honda zurückkehrt – nach fünf jämmerlichen Ducati-Jahren.

Aber er scheint vom Regen in die Traufe gekommen zu sein.

Platz 17 und 3,033 Sekunden Rückstand auf die Spitze – das ist die ernüchternde Bilanz des ersten Sepang-Tages für den Amerikaner aus dem Drive-M7-Team von Jorge «Aspar» Martinez.

«Ich komme mir vor, als würde ich auf einem Moped sitzen, wenn ich das Gas aufdrehe», stellte Hayden ernüchtert fest.

Crew-Chief Mauro Noccioli, ein Aprilia-Urgestein, schon mit Stars wie Rossi und anderen Aprilia-Helden erfolgreich, wirkt bekümmert. «Unseren Production-Honda-Motoren fehlt es an Drehmoment und Beschleunigung», stellte er efst. «Das ist heute die wichtigste Grundlage in der MotoGP-Klasse. Klar, auch beim Top-Speed sind wir deshalb im Rückstand. Aber das Hauptübel ist die Beschleunigung. Wir haben HRC-Chef Nakamoto am ersten Tag in die Box geholt und ihm die Daten gezeigt. Er hat die Probleme verstanden. Das ist wichtig.»

Nakamoto bekam einige unerfreuliche Tatsachen zu Gesicht: Der Top-Speed der Honda RCV1000R liegt im Bereich der ART-Aprilia von Aleix Espargaró vom Malaysia-GP 2013. Dabei handelt es sich aber um einen Superbike-Rennmotor.

Ein weiterer Fakt: Aleix fuhr mit dieser Aprilia im Aspar-Team 2013 im Sepang-Qualifying und im Rennen im Oktober 2013 auf Platz 9! Rundenzeit: 2:02,151 min. Hayden gelang am ersten Tag nur eine 2:03,853-min-Runde! Damit büsste er auf die Aprilia-Zeit satte 1,702 Sekunden ein. Eine Weltreise.

Und Mauro Noccioli weiss, dass hier in Sepang noch die beiden 2014-Aprilia von Iodaracing (Petrucci, Camier) fehlen.
«Ich habe bei Aprilia das neue Material gesehen, das dort in der Pipeline steckt. Den neuen Rahmen hat Aleix letztes Jahr in Valencia schon getestet. Die Pläne vom neuen Zylinderkopf für die pneumatischen Ventile und das Seamless-Getriebe kenne ich auch...»

Aber Noccioli will den Kopf nicht in den Sand stecken. «Wir haben Vertrauen zu Honda. Wenn sie mit diesem neuen Konzept Erfolg haben wollen, können sie es zum Erfolg führen. Wichtig ist, dass sie die Probleme sehen und erkennen. Das ist der erste richtige Test... Wir brauchen Veränderungen und Anpassungen. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.»

MotoGP-Test Sepang/MAL, 1. Tag (Dienstag, 4. Februar)

1. Marc Márquez (E), Honda*, 2:00,286 min (62 Runden)
2. Valentino Rossi (I), Yamaha*, 2:00,804 (61)

3. Dani Pedrosa (E), Honda*, 2:00,906 (75)

4. Jorge Lorenzo (E), Yamaha*, 2:01,082 (47)

5. Alvaro Bautista (E), Honda*, 2:01,240 (52)

6. Stefan Bradl (D), Honda*, 2:01,320 (61)
7. Aleix Espargaró (E), FTR-Yamaha, 2:01,419 (26)

8. Andrea Iannone (I), Ducati*, 2:01,538 (44)

9. Pol Espargaró (E), Yamaha*, 2:01,634 (48)

10. Bradley Smith (GB), Yamaha*, 2:01,876 (55)

11. Colin Edwards (USA), FTR-Yamaha, 2:02,483 (26)

12. Andrea Dovizioso (I), Ducati*, 2:02,497 (27)

13. Michele Pirro (I), Ducati, 2:02,552 (48)
14. Cal Crutchlow (GB), Ducati*, 2:02,860 (38)

15. Yonny Hernández (CO), Ducati, 2:02,891 (49)

16. Katsuyuki Nakasuga (J), Yamaha*, 2:03,126 (35)

17. Nicky Hayden (USA), Honda, 2:03,319 (56)
18. Hiroshi Aoyama (J), Honda, 2:03,328 (51)

19. Randy de Puniet (F), Suzuki*, 2:03,893 (75)
20. Kousuke Akiyoshi (J), Honda*, 2:04,267 (64)

21. Scott Redding (GB), Honda, 2:04,431 (48)

22. Héctor Barberá (E), Avintia-Kawasaki, 2:04,922 (44)

23. Mike di Meglio (F), Avintia-Kawasaki, 2:05,825 (51)

24. Broc Parkes (AUS), PBM-Aprilia, 2:05,889 (40)

25. Michael Laverty (GB), PBM-Aprilia, 2:06,070 (14)

26. Karel Abraham (CZ), Honda, 2:06,755 (41)

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