Nicky Hayden: «Das sind aufregende Zeiten»

Von Oliver Feldtweg
«Wir sind nicht so schnell wie erwartet, dem neuen Production-Racer von Honda fehlt es an Power», sagt Nicky Hayden. «Ich wäre enttäuscht, wenn sich daran nichts ändern würde.»

«Die neun Testtage in diesem Winter sind schnell vergangen», sagt Nicky Hayden, der in diesem Jahr mit dem spanischen Drive M7-Honda-Team von Jorge Martinez in der MotoGP-WM auftritt und die neue Production Honda RCV1000R steuert.

Er hat zuletzt beim Katar-Nachtest 1,399 sec auf die Bestzeit von Aleix Espargaró eingebüsst, das ergab den neunten Platz. Aber die sechs Werksfahrer von Honda, Yamaha und Ducati fehlten auf dem Losail Circuit.

Nicky Hayden hat vor dem Saisonstart zu ein paar aktuellen Themen Stellung genommen.

Die neue Honda RCV1000R

«Diese MotoGP-Maschinen sind ziemlich kompliziert, man kann so viel daran ändern. Die Elektronik wird immer komplizierter. Wir Fahrer haben viel zu lernen. Auch neue Reifen gibt es, an die wir uns gewöhnen müssen. Die Tests sind schneller verstrichen, als wir erwartet haben. Um ehrlich zu sein: Wir sind nicht so schnell, wie wir uns vorgestellt haben. Wir haben sicherlich erwartet, dass wir konkurrenzfähiger sind als das bisher der Fall ist. Wir haben also viel Arbeit.»
«Aber es ist grossartig, wieder eine Honda zu fahren. Ich habe mit dieser Marke grosse Erfolge errungen. Es war sehr interessant, wieder auf eine Honda zu steigen, noch dazu mit einem neuen Team, das beansprucht alles seine Zeit. Wir haben herausgefunden, dass das Bike nicht so viel Power hat wie erhofft. Wir haben erwartet, dass wir punkto Beschleunigung und Top Speed näher an den Werksmaschinen dran sein würden. In diesen Bereichen müssen wir das Motorrad verbessern. Ich selbst muss herausfinden, wie ich schneller in die Kurven einbiegen kann. Ich muss ausnützen, wie spät man mit der Honda bremsen kann.»
«Wir wissen, wozu Honda fähig ist. Ich habe keinen Zweifel, dass sie in der Lage sind, dieses Motorrad zu verbessern. Wir haben auf den langen Geraden in Sepang gesehen, dass uns viel Speed fehlt. Aber ich habe Vertrauen zu Honda. Ich weiss, was sie mir versprochen haben, als ich im Herbst 2013 über einen Transfer zu Aspar nachgedacht habe. Honda hat so viel Macht, so viele Ressourcen...»

Das Aspar-Team

«So ein MotoGP-Team entwickelt sich nicht über Nacht. Das dauert seine Zeit. Es hat einige Zeit gedauert, bis die Chemie gestimmt hat. Ich spreche Englisch, aber ein Slang-Englisch, es hat deshalb ein paar Tage gedauert, bis die Kommunikation gestimmt hat. Ich mag das Team, alle sind motiviert und leidenschaftlich. Ich hatte gleich beim ersten Meeting einen guten Eindruck von diesem Team. Deshalb habe ich mich für die Aspar-Truppe entschieden. Dieser Rennstall hat eine grosse Tradition in diesem Paddock, sie haben viel gewonnen. Und du kannst sehen, dass sie diese Erfolge nicht durch Zufall errungen haben. Sie sind sehr fokussiert und zielorientiert.»

Die Freude auf den Katar-GP

«Das erste Rennen ist immer erstaunlich. Mit dem Flutlicht in Doha, das macht alles einmalig. Aber natürlich wäre mir lieber, wenn wir näher an der Spitze dran wären. So ist halt momentan die Realität. Wir haben bei den Tests alles versucht, jetzt ist Zeit, um Rennen zu fahren. Es wird keine leichte Aufgabe, aber ich habe viel Unterstützung. Ich bin bereit für diese neue Herausforderung mit einem neuen Bike, einem neuen Team und einem neuen Sponsor. Das sind aufregende Zeiten.»

Die Ziele für 2014

«Mein Ziel ist es, konkurrenzfähig zu sein. Bisher ist der Rückstand zu gross. Ich wäre wirklich enttäuscht, wenn sich das über die ganze Saison so hinziehen würde.»

Die neue Open Class

«Das war eigentlich eine gute Idee. Aber jetzt läuft alles aus dem Ruder. Open, Factory 2, Factory 1. Das ist nicht gut. Ich liebe die MotoGP... Aber ich höre von den Fans, dass sie das alles nicht richtig begreifen, es ist ein Durcheinander. Wer kriegt jetzt 20 Liter? Wer 22,5? Wer 24? Es gibt zu viele Vorschriften, das sorgt für Verunsicherung. Ich hoffe, dass bald wieder mehr Klarheit entsteht.»
«Irgendwann werden in der MotoGP-Klasse alle Teams und alle Fahrer die Einheits-Elektronik haben. Ich hoffe, dass dann das Feld wieder enger zusammenrückt. Im Moment denke ich, dass wir in einer Umbruchphase stehen.»

Márquez als Favorit

«Ich bin kein Gambler, ich wette nicht. Aber Marc Márquez hat 2013 den WM-Titel gewonnen. Wir werden sehen, wie stark er sich seit seiner Rookie-Saison verbessert hat. Für unser Team wäre es gut, wenn er keine deutliche Steigerung zeigt... Ich hoffe, dass er nicht noch schneller und noch gefährlicher wird. Im Moment hat er den Titel. Und solange ihm den keiner wegnimmt, ist er der Favorit. Er war beim ersten Sepang-Test an allen drei Tagen der Schnellste. Dann hat er bei zwei Tests wegen seines Wadenbeinbruchs gefehlt, dadurch sah alles anders aus. Wir sagen viele schnelle Maschinen auf unterschiedlichen Pisten. Man kann sagen, was man will, aber die Open Class sorgt für zusätzliche Spannung. Wir müssen also unsere Arbeit machen und danach trachten, bald weiter nach vorne zu kommen.»

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