Stefan Bradl: Wie es zum Sachsenring-Desaster kam

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Stefan Bradl

Stefan Bradl

Stefan Bradl liess sich vor dem Start wegen der feuchten Piste auf einen Poker ein: Er stand als einziger Werksfahrer mit einem Regen-Bike am Grid! Er landete auf Platz 16.

Stefan Bradl stellte sich allein auf weiter Flur auf seine dritte Startposition in der ersten Reihe, nur noch die Open-Fahrer Aoyama, Laverty, Petrucci, Edwards, Abraham, di Meglio, Barbera und Parkes fuhren vom Grid weg, die restlichen Fahrer drängten sich zum Start aus der Boxengasse. Sie hatten erst nach der Warm-up-Lap die Slicks ausgefasst.

Er lag nach der ersten Runde 2,6 sec vor Laverty. Márquez lag bereits auf Platz 10, aber 7,7 sec hinter Bradl.

In Runde 5 hielt sich der WM-Leader nur noch 1,4 sec hinter dem Deutschen, in Runde 6 wurde Bradl auf Platz 2 verdrängt, später fuhren auch Pedrosa, Lorenzo, Rossi und Iannone vorbei.
In Runde 11 hielt sich Bradl an sechster Position.

Gefahr von hinten drohte auch: Aleix Espargaró lag nach 13 Runden nur 0,692 sec hinter dem deutschen LCR-Honda-Fahrer.
Nach 14 Runden war der Spanier vorne, auch die Ducati-Asse Dovizioso und Crutchlow reihten sich jetzt hinter Stefan auf. Nach 15 Runden waren die beiden Roten vorbei. Jetzt lauerte Scott Redding hinter der Nr. 6.

Nach 16 Runden war Bradl auf den tristen elften Rang abgesackt!
Nach 22 Runden hielt sich der Bayer nur noch an 14. Stelle, nachdem er alle Trainings in den Top-4 beendet hatte.

Wie konnte es zu diesem Desaster kommen? Bradl fuhr die Besichtigungsrunde und stellte sich dann mit dem Regen-Bike auf den Grid. Die prominenten Gegner wie Márquez, Rossi, Pedrosa und Co. rauschten hingegen in die Box, verzichteten auf die zweite Aufwärmrunde und schwangen sich in der Box auf die Trocken-Bikes.

Bei Bradl wurde am Startplatz noch fieberhaft am Regen-Motorrad gearbeitet, um die Maschine für die auftrocknende Piste umzubauen.
«Aber uns reichte die Zeit nicht. Wir konnten das Gabel-Set-up nicht mehr ändern. Stefan ist mit der für Regen abgestimmten Gabel unterwegs. Nur die Pre-Load konnten wir noch ein bisschen ändern. Deshalb ist Stefan beim Bremsen wehrlos», erklärte Data-Recording-Techniker Brian Harden gegenüber SPEEDWEEK.com, während der LCR-Pilot einen Platz nach dem anderen verlor.

Fünf Runden vor Schluss lag Bradl nur noch an 14. Stelle vor Hayden, der ihm mit 0,2 sec Abstand im Nacken sass. Zwei Runden vor Schluss fiel Bradl aus den Punkten – Platz 16.

Stefan Bradl sass nach dem Rennen wie ein begossener Pudel in der Box. Er hatte selbst entschieden, das Motorrad auf den Grid zu stellen statt in die Boxengasse zu fahren und dort auf das Trocken-Bike zu wechseln. «Ich dachte, wenn ich vom Grip losfahren kann, hole ich in der Anfangsphase einen grossen Vorsprung heraus. Ausserdem war die Piste in der Besichtigungsrunde ziemlich nass...»

Papa Helmut steckte sich hinter der Box ein HB an. «Stefan hat sich ausgerechnet, dass er sich in den ersten Runden einen grossen Vorsprung herausholen kann, wenn er vom Startplatz wegfährt», meinte er. «Aber sie haben am Grid die Gabelfedern nicht mehr ändern können... Ich denke, die Gabel ist beim Bremsen dauernd auf Block gegangen. Der ganze Apparat war unfahrbar. Das tut weh. Am meisten ihm selber.»

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