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Vor ein paar Wochen schien die Zusammensetzung des Ducati-Werksteams für 2015 klar. Man ging davon aus: Andrea Dovizioso (Platz 3 in Austin, Platz 2 in Assen) würde seinen Vertrag verlängern, Cal Crutchlow würde die zweite Hälfte seines hoch dotierten Zwei-Jahres-Vertrags abdienen.
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Falls Crutchlow seine einseitige Option nützen und trotz seiner 2,5 Millionen-Euro-Jahresgage nach einem Jahr gehen würde, hat Andrea Iannone (Platz 5 auf dem Sachsenring) bereits die schriftliche Zusage, 2015 ins Werksteam promoviert zu werden. Jetzt ist alles offen. Ducati Corse und Andrea Dovizioso wollten sich noch vor der Sommerpause über einen neuen Vertrag einigen. Aber die Verhandlungen zwischen Ducati-Corse-General Manager Gigi Dall’Igna sowie Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti und Dovis Manager Simone Battistella führten auf dem Sachsenring zu keinem Abschluss.
"Es ist schwierig. In einer Woche kann ich mehr sagen", erklärte Battistella gegenüber SPEEDWEEK.com.
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Ducati will Dovizioso anscheinend weniger bezahlen als für 2013 und 2014. Das erscheint auf dem ersten Blick verwunderlich. Es ist aber gut vorstellbar, dass Dovi vor zwei Jahren um diese Zeit ein finanzielles Traumangebot bekam, als er bei Tech3-Yamaha die zweite Maschine neben Crutchlow fuhr und Ducati dringend einen brauchbaren Ersatz für Valentino Rossi suchte. Rossi waren bekanntlich beim Laguna-Seca-GP 2012 vom damaligen Ducati-Boss Gabriele del Torchio nicht weniger als 17 Millionen Euro für eine weitere Saison angeboten worden.
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Vielleicht hat man sich dann auf ein Viertel dieser Summe mit Dovizioso geeinigt – in einer Zwangslage. Niemand sonst wollte für 2013 auf die Ducati steigen.
Und da Cal Crutchlow seinen Rausschmiss bei Ducati fast täglich mit geschäftsschädigenden Äusserungen provoziert, könnte Ducati plötzlich zwei neue Werksfahrer für 2015 brauchen. Bisher steht nur Iannone als Werksfahrer fest. Ob er im Werksteam oder bei Pramac fahren wird, hängt freilich von den Entscheidungen von Dovizioso und Crutchlow ab.
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Ducati hat längst einen gleichwertigen Ersatz für Andrea Dovizioso zur Hand: Aleix Espargaró, WM-Sechster 2014 auf der Forward-Yamaha im Open-Class-Format. Er hat sich voriges Jahr für 300.000 Euro beim Aspar-Team von Jorge Martinez freigekauft, nachdem er zwei Jahre lang die Claiming-Rule-Wertung auf einer ART-Aprilia gewonnen hatte. In diesen zwei Jahren hat Aleix die Wertschätzung von Gigi Dall’Igna gewonnen, der im Oktober von Aprilia zu Ducati wechselte und der von den Qualitäten des 24-jährigen Spaniers überzeugt ist. Und er würde wohl für eine deutlich geringere Gage fahren als Dovizioso. Forward-Chef Giovanni Cuzari ist zwar überzeugt, Espargaró halten zu können. Aber der Spanier wird ausser von Ducati auch von Suzuki gejagt. Das heisst: Im Ducati-Werksteam sind 2015 verschiedene Konstellationen möglich: Dovizioso/Crutchlow, Dovizioso/Iannone, Aleix Espargaró/Crutchlow, Iannone/Crutchlow oder Aleix Espargaró/Iannone. Ein Italiener? Zwei Italiener? Gar kein Italiener?
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Ducati Corse hat Crutchlow bis Ende Juli Bedenkzeit gegeben. Wo könnte der Engländer hingehen? Bei Yamaha gibt es keinen Platz und kein Budget für seine Gage, Tech3 muss junge Fahrer fürs Werksteam ausbilden. "Honda hat kein Interesse und Cal", beteuerte Crutchlows Manager Bob Moore auf dem Sachsenring gegenüber SPEEDWEEK.com. Vielleicht ist HRC eingeschnappt, weil Crutchlow vor einem Jahr das LCR-Honda-Angebot ausschlug und zu Ducati ging. Dovizioso und Crutchlow können also nur Suzuki als Ausweichlösung im Auge haben. Dort kann aber nur einer der beiden Fahrer hingehen, für zwei solche Kaliber reicht das 4-Mio-Budget nicht, das Suzuki für die beiden Fahrergagen hat. Falls Dovi und Crutchlow bei Ducati bleiben, steht dort Aleix Espargaró ganz oben auf der Wunschliste. Simone Battistella hat Dovizioso vor ein paar Monaten bei HRC angeboten. "Aber es kam nur eine echte Werksmaschine in Frage", sagt Dovis Manager Simone Battistella. "Da das Repsol-Werksteam voll ist, wäre Andrea auch bei Gresini oder LCR gefahren, wenn er volle Werksunterstützung erhalten hätte können."
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Aber HRC zeigte kein Interesse. Auch bei Honda sind die Kundenteams dazu da, junge Fahrer an die Weltspitze heranzuführen – wie Stefan Bradl.
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