British-GP 2015: In Silverstone? Oder Donington Park?

Von Günther Wiesinger
So soll der Circuit of Wales 2016 aussehen

So soll der Circuit of Wales 2016 aussehen

Eigentlich sollte der britische MotoGP-WM-Lauf 2015 auf dem neuen Circuit of Wales stattfinden. Aber dort hat der Bau noch nicht begonnen. Die Dorna sucht einen Ausweg.

GP-Promoter Dorna und die Teamvereinigung IRTA sind von Silverstone als Schauplatz des «British Motorcycle Grand Prix» nicht begeistert. Seit der Rückkehr auf diese Piste 2010 wurde zweimal (2010 und 2013) vom alten Start/Ziel-Areal gestartet, zweimal (2011 und 2012) vom neuen Silverstone-Wing, der sich als Reinfall entpuppte: mangelnde Stromversorgung, unzureichende Infrastruktur, nicht genug Platz im Fahrerlager für Rahmenrennen und Hospitalitys.

2015 sollte der Britische WM-Lauf auf den neuen «Circuit of Wales» verlegt werden. Die Bauarbeiten sollten eigentlich im Dezember 2013 begonnen haben, die Anlage sollte dann im Frühjahr 2015 fertig sein. Die Dorna hat mit den neuen Streckenbetreibern längst einen Fünf-Jahres-Vertrag für die MotoGP abgeschlossen – von 2015 bis 2019.

Chris Herring, einer der Initiatoren des neuen Rennstreckenprojekts: «Ursprünglich hatten wir die Absicht, in Wales bereits in der zweiten Saisonhälfte 2015 einen Motorrad-GP auszutragen.»

Die Dorna hatte mit dem Silverstone-Circuit nach dem gescheiterten Umbau von Donington ab 2010 einen Fünf-Jahres-Vertrag abgeschlossen, der mit dem WM-Lauf 2014 abläuft.

Nun existiert hinsichtlich des «British Motorcycle Grand Prix» für 2015 ein Dilemma. Der Beginn der Bauarbeiten für den Circuit of Wales wurden auf Dezember 2014/Januar 2015 verschoben, die Finanzierung ist bisher nicht gesichert gewesen, Silverstone wetterte gegen den Einsatz von öffentlichen Fördermitteln und sprach von Wettbewerbsverzerrung. «Es existieren in Grossbritannien genügend Rennstrecken, die ums Überleben kämpfen», gaben die Silverstone-Betreiber zu bedenken.

Für den britischen MotoGP-WM-Lauf 2015 gibt es jetzt drei Szenarien: Entweder Silverstone macht noch ein Jahr weiter und spielt den Lückenbüsser bis zur mutmasslichen Fertigstellung des Circuit of Wales. Oder der Grand Prix geht zumindest für ein Jahr nach Donington Park zurück, erstmals seit 2009.

Oder die Briten (momentan mit Crutchlow, Smith, Redding, Camier und Michael Laverty in der MotoGP) müssen ein Jahr lang auf ihren Heim-GP verzichten. Das wäre das «worst case»-Szenario.

Bei einer Pressekonferenz in Cardiff sollen demnächst Details zum Bau des Circuit of Wales präsentiert werden.

Circuit of Wales: Kosten von 290 Millionen Euro

Die Investoren des neuen «Circuit of Wales» haben ihr aufwändiges Rennstrecken-Projekt, der ganze Komplex soll bis zu 290 Millionen Euro kosten, schon vor drei Jahren vorgestellt. Die Regierung der Grafschaft Blaenau Gwent County Borough hat vor einem Jahr die Aufträge für die Planung erteilt. Die «Heads oft he Valleys Development Company Ltd.» wird den Auftrag übernehmen. Der «Circuit of Wales» soll sich über 5,631 km erstrecken und 750.000 Zuschauer pro Jahr anlocken.

Der Circuit von Wales wird sich auf insgesamt 332 Hektar erstrecken und wird in der wundervollen Szenerie von Blaenau Gwent nördlich von Cardiff bei Ebbw Vale entstehen. Die Investoren wollen diese Region ins weltweite Rampenlicht befördern und schon in der Bauphase bis zu 3000 neue Arbeitsplätze schaffen, den Tourismus ankurbeln und eine jährliche Umwegrentabilität von rund 65 Millionen Euro sicherstellen. Wenn der Betrieb angelaufen ist, sollen 4000 bis 6000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Es handle sich um das grösste Investment-Programm für ein Motorsport-Projekt in Grossbritannien in den letzten 50 Jahren, posaunen die Circuit of Wales-Betreiber. Der Motorsport-Komplex soll für die MotoGP-Klasse und dazu für Anlässe wie Superbike-WM, Motocross-WM und Tourenwagen-WM tauglich gemacht werden. Dazu sind eine Offroad-Piste und eine Kart-Strecke geplant.

Zur Anlage soll auch ein «Automotive Park» gehören, der als Zentrum für Forschung und Entwicklung dienen wird. Auch Technologien für den Umweltschutz sollen entwickelt werden, dabei werden erneuerbare Energien im Vordergrund stehen. Auch ein «Youth Academy Programme» für Talente aus dem Zwei- und Vierrad-Bereich, ein Trainingsgelände für Rennfahrertalente aus Wales und anderen Teilen Grossbritanniens werden entwickelt.

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