Cal Crutchlow: «Fahrweise von Márquez gefällt mir»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Cal Crutchlow

Cal Crutchlow

Cal Crutchlow (Honda) wurde in Barcelona in der ersten Runde von Aleix Espargaró angeschubst – Sturz. Zum Thema Marc Márquez vertritt er erstaunliche Ansichten.

Cal Crutchlow (29) stürzte beim Barcelona-GP mit der Factory-Honda des CWM-LCR-Teams schon in der ersten Runde, er liegt in der WM nach drei Rennstürzen hintereinander nur an siebter Stelle mit 47 Punkten.

Der schnelle Engländer machte den stürmischen Suzuki-Werksfahrer Aleix Espargaró für seinen Sturz verantwortlich. «Am Ende des Tages muss man sagen, es war ein Rennunfall, in der ersten Runde. Ich kann Aleix keinen Vorwurf machen, er hat ​mich sicher nicht absichtlich touchiert», stellte Crutchlow fest. «Er hatte die Hosen voll, weil er nach der Pole-Position zurückgefallen war und Plätze wettmachen wollte. Er wollte seinen Heim-GP gewinnen – oder zumindest unter die Top-3 kommen. Aleix hat mich berührt, ich hing schon auf der anderen Seite der Maschine runter und sah ihn nicht. Was soll ich machen? Ich hatte sicher die Pace, um heute aufs Podium zu fahren. Ich denke, die zwei Yamaha, Marc und ich hatten die stärkste Pace fürs Rennen. Ich bin enttäuscht, denn ich hatte einen guten Start. Ich bin nach dem Crash noch weitergefahren, musste aber dann aufhören, weil ich keine Hinterradbremse mehr hatte. Ich verliere zwei Sekunden pro Runde, wenn ich hinten keine Bremse habe. Es war also wirklich sinnlos. Ich hatte keine Aussichten auf Punkte. Ich hätte grundlos viel Risiko eingehen müssen.»

Hätte Cal gegen Dani Pedrosa, der 19,4 Sekunden auf Sieger Lorenzo verloren hat, wirklich um Platz 3 fighten können? «Klar, Dani ging es gemütlich an, weil er vor sich keinen Gegner hatte und Iannone 5,5 Sekunden hinter ihm lag», stellte Cal fest. «Er hätte sicher zulegen können. Aber ich glaube, ich hätte mit ihm mitfahren können. Gegen Marc hätte ich keine Chance gehabt, klar. ​Und wir haben wieder gesehen, dass die Yamaha einen klaren Vorteil gegenüber uns Honda-Fahrern haben. Aber ich denke, wir können den Turnaround schaffen. Wann das passieren kann, weiss ich allerdings nicht.»

Wie beurteilte Crutchlow den gescheiterten Angriff von Márquez auf Lorenzo, der für den Weltmeister im Kiesbett endete? «Das passiert halt, wenn du versuchst, die Rundenzeiten in den Bremszonen zu machen... Marc ist beim Bremsen immer stark, immer am Limit, das ist sein Stil. Habt ihr ihn in der Früh im Warm-up gesehen? Er fährt immer sehr dicht an die Gegner ran. Manchmal macht sich das bezahlt, manchmal nicht. Sicher, im nachhinein wird er sich fragen, ob er nicht lieber einen Podestplatz sicherstellen hätte sollen. Er hätte gewiss einfach auf Platz 2 hinter Jorge nachfahren können. Marc hat beim Bremsen einen Fehler gemacht, das Hinterrad stieg in die Höhe, es kam zu einem Slide... Jetzt ist er natürlich enttäuscht. Aber von jetzt kann er sich einfach darauf konzentrieren, Rennen zu gewinnen. Es wird jetzt schwierig für ihn sein, die Weltmeisterschaft zu gewinnen; da bin ich sicher. Seine Chancen waren schon vor dem Start des heutigen Rennens gering. Trotzdem: Er ist immer noch einer der schnellsten Fahrer in dieser Klasse. Bei Marc heisst es immer: 'Win or bust'. Zweiter oder Dritter zu werden, das passt nicht zu seiner Mentalität. Das ist in seiner Position verständlich. Er sitzt auf einer Werksmaschine, er war zweimal Weltmeister. Zweite oder dritte Plätze helfen ihm nicht weiter. So war er immer schon, in der Moto2, in der 125er-WM. Mir gefällt diese Einstellung, ich mag das. Lorenzo ist das komplette Gegenteil von Marc.»

Crutchlow zu seiner WM-Situation: «Harte Zeiten für uns. Denn die Jungs, die vorn mir ins Ziel kommen, werden nicht langsamer werden. Ich bin in Le Mans und Mugello aus eigenem Verschulden gestützt, diesmal war ich unschuldig. Trotzdem werden wir uns auch bei den nächsten Rennen bemühen, unmittelbar hinter den Factory-Jungs ins Ziel zu kommen und bester Fahrer aus einem Kundenteam zu werden.»

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