Akira-MotoGP: Spielwiese für Kawasaki-Ingenieure

Von Ivo Schützbach
MotoGP
Seit Jahren bastelt die französische Tuning-Firma Akira Technology an einem MotoGP-Bike. Kawasaki hat kein Interesse an MotoGP, in dem Projekt steckt aber ein gewisser Input aus Japan.

Für den MotoGP-Test in Barcelona am 15. Juni 2015 brachte Akira einen neuen Rahmen und verschiedene andere neue Komponenten, darunter einen Ölkühler und einen verbesserter Kawasaki-Motor. Als Testfahrer wurde zum dritten Mal der Schweizer Moto2-Pilot Dominique Aegerter verpflichtet.

Der Sinn des Projekts ist vielen schleierhaft: Es gibt kein Interesse von Kundenteams an dem Motorrad, dafür ist es nicht schlagkräftig genug. Zur Spitze fehlen je nach Strecke um die 3 sec. Mit einem eigenen Team kann Akira nicht in die MotoGP-WM einsteigen, dazu fehlt es an Geld. Einen der raren Teamplätze würde Akira auch nicht bekommen.

Und Kawasaki, deren Motoren Akira verwendet, hat null Interesse an einer MotoGP-Rückkehr. «Technisch ist das ein Akira-Projekt», erklärte Guim Roda, Teammanager des Kawasaki-Werksteams in der Superbike-WM. «Akira betreibt dies, um die interne Entwicklung voranzutreiben und die Fähigkeiten der Ingenieure zu verbessern. Kawasaki konzentriert sich auf die Superbike-WM und ist in dieses Projekt nicht direkt eingebunden.»

«Akira ist ein enger Kooperationspartner von Kawasaki», unterstrich Roda gegenüber SPEEDWEEK.com. «Sie tauschen viele Informationen aus. Wenn Akira etwas mit diesem Projekt lernt, dann geben sie diese Erkenntnisse an Kawasaki Japan weiter. Ich kann mir vorstellen, dass sie zum Beispiel bei Materialtests helfen oder neue Dinge entwickeln und testen. Kawasaki hilft Akira anders herum mit Informationen, wie sie ihr Motorrad verbessern können. Das geht aber nicht auf Kawasakis Sportabteilung zurück; diese Kooperation verantwortet die Entwicklungsabteilung. Sportlich konzentriert sich Kawasaki kurz- und langfristig auf die Superbike-WM.»

Sehr erfolgreich: 2013 holte der Engländer Tom Sykes den ersten Superbike-WM-Titel für Kawasaki seit Scott Russell 20 Jahre zuvor. 2012 und 2014 wurde Sykes knapp Vizeweltmeister, diese Saison führt Kawasaki-Werksfahrer Jonathan Rea die Meisterschaft nach 16 von 26 Rennen mit unfassbaren 133 Punkten Vorsprung an. Kawasaki gewann 14 von 16 Läufe, elf Rea und drei Sykes.

Dass die MotoGP-Maschine von Akira langsamer ist als das Kawasaki-Superbike, wundert Roda nicht. «Wenn du ein neues Motorrad baust, ist es nicht einfach, dieses Bike konkurrenzfähig zu machen», weiß der Spanier. «Um ein gutes Chassis zu bekommen, bedarf es vieler Informationen. Das Chassis muss mit den Federelementen harmonieren. Vielleicht finden sie ja Verbesserungen am Motor, die auch für uns funktionieren.»

Im Grunde verplempert Akira nur Zeit und Geld. Denn Kawasaki hat seit dem Rückzug 2009 bei der Dorna nie ein Comeback in Aussicht gestellt. Und Aegertes Technomag-Moto2-Team müsste für drei Jahre 20 Millionen auftreiben, um ein MotoGP-Team betreiben zu können. Aussichtlos. Ausserdem will Aegerter die Moto2 dominieren. bevor er in die MotoGP-Klasse aufsteigt.

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