Cal Crutchlow, Pol Espargaró und Co. auf Jobsuche

Von Günther Wiesinger
Etliche Top-Ten-Fahrer von Cal Crutchlow bis zu Pol Espargaró halten Ausschau für 2016. Pramac-Ducati ist für einige Asse die erste Anlaufstelle. Denn die Werksteams sind besetzt.

Für die nächste Saison sind die grossen Werksteams von Honda (Márquez, Pedrosa), Yamaha (Rossi, Lorenzo), Ducati (Dovizioso, Iannone) und Suzuki (Aleix Espargaró, Maverick Vinales) bereits besetzt.

Nur bei Aprilia ist für 2016 der Platz neben Alvaro Bautista frei.
Doch bei den restlichen Teams stehen alle Verträge zur Verlängerung an.

Tech3-Yamaha

Die Verträge mit dem WM-Sechsten Bradley Smith und dem WM-Achten Pol Espargaró laufen aus. Der Engländer ist WM-Sechster, fühlt sich im Team von Hervé Poncharal gut aufgehoben und tendiert zum Bleiben.

Espargaró war für 201?4 und 2015 direkt bei Yamaha Factory Racing unter Vertrag, er galt als Personalreserve für den Fall, dass sich Lorenzo für 2016 Richtung Ducati verabschiedet hätte. Dieses Szenario war vor einem Jahr denkbar, bevor Crutchlow bei Ducati Corse vor dem Vertragsende ausstieg – und somit für Iannone Platz machte, der gleich für zwei Jahre verpflichtet wurde.

Pol enttäuschte in der Saison 2015 bisher, es ist kein klarer Aufwärtstrend zu sehen. «Pol ist bisher hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben», sagt Yamaha-Renndirektor Lin Jarvis.

Falls sich Pol Espargaró zu einem Vertrag mit Tech3-Yamaha entscheidet, wird er finanzielle Einbussen hinnehmen müssen. Aus Spanien ist zu hören, er habe seine Dienste bei Ducati angeboten. Die Roten können ihm bestenfalls einen Platz im Pramac-Ducati-Team von Paolo Campinoti anbieten, falls dort die Verträge mit Petrucci oder Hernandez nicht erneuert werden.

CWM-LCR-Honda

Das Team rüstet in diesem Jahr erstmals zwei Fahrer aus, Jack Miller auf einer Open-Honda mit HRC-Vertrag, Cal Crutchlow fährt die Factory-Honda. Er ist WM-Siebter und hat bisher einen Podestplatz erbeutet.

Da Hauptsponsor CWM wirtschaftlich ins Trudeln gekommen ist, darf Teambesitzer Lucio Cecchinello 2016 nicht mehr mit CWM-Geld rechnen. Falls kein Ersatz gefunden wird (es geht um 6,5 Millionen Euro), muss Cecchinello wieder auf ein Ein-Fahrer-Team umstellen – wie von 2006 bis 2014.

Crutchlow hat sich bereits bei Ducati erkundigt, dort ist er aber 2014 regelmässig durch rufschädigende Äusserungen in Ungnade gefallen. Und wie gesagt: Es kommt höchstens ein Deal mit Pramac in Frage.

Eine Rückkehr zu Tech3, wo Cal vor zwei Jahren WM-Fünfter wurde und bis Saisonmitte schon vier Podestplätze erzielte, ist kaum vorstellbar. Yamaha betrachtet den Tech3-Rennstall als Junior-Team, Crutchlow geht auf die 30 zu.

Estrella Galicia 0,0 Marc VDS

Scott Redding kann dort nur bleiben, wenn er in der WM-Endabrechnung unter den ersten sieben liegt. Nach Platz 13 in Assen steht die Zukunft von Redding auf wackligen Beinen, HRC will Top-3-Plätze sehen oder zumindest Ergebnisse in den Top-5.

«Wir werden bis Mitte August warten und dann prüfen, welche Fahrer für 2016 verfügbar sind», sagt Teamprinzipal Michael Bartholemy.
Pramac-Ducati: Danilo Petrucci macht in seiner ersten Saison auf konkurrenzfähigem Material gute Figur, er ist WM-Elfter – mit einem Vorjahres-Motorrad. Yonny Hernandez hat sich gegenüber 2014 nicht gesteigert; Ducati und Pramac könnten ihn zu Avintia-Ducati abschieden, wo Barbera so gut wie gesetzt ist für 2016, wo aber Mike di Meglio wenig Aussicht auf einen neuen Vertrag hat. 2013 fuhr er als Quoten-Franzose, jetzt hat die Dorna mit Loris Baz einen vielversprechenden MotoGP-Fahrer als Aushängeschild für den Le-Mans-GP im Feld.

Für Avintia-Teambesitzer Raul Romero ist Hernandez kein Unbekannter, er fuhr für sein damaliges Blusens-Team bereits die Moto2-WM.

Gresini Aprilia Racing

Alvaro Bautista hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bis Ende 2016, für den zweiten Platz wird ein jüngerer Fahrer gesucht – am besten mit MotoGP-Erfahrung.

Power Electronics Aspar Honda Team

Die Verträge mit Nicky Hayden und Eugene Laverty laufen am Jahresende aus. Teamchef Jorge Martinez muss noch klären, welches Material er von Honda für 2016 zu erwarten hat. Die beiden Factory-Bikes neben Repsol werden voraussichtlich an LCR und Marc VDS gehen.

Athinà Forward Yamaha Racing

Die Verträge von Stefan Bradl und Loris Baz gelten nur für 2015; bisher existiert noch keine Vereinbarung mit Yamaha für 2016, es wird aber bereits verhandelt. Bradl will bis Ende August warten und sich dann anhören, was Forward anbieten kann.

Avintia Ducati Racing

Open-Class-Leader Héctor Barbera gilt für 2016 als Fixstarter, der zweite Platz ist offen – ein Kandidat ist Yonny Hernandez.
IodaRacing Aprilia: Das Geld ist knapp, obwohl 2015 noch mit den alten Claiming-Rule-Bikes von 2014 gefahren wird. Ob dieser Rennstall 2016 noch in der Königsklasse zu sehen sein wird, ist fraglich.

AB Motoracing Honda

Karel Abraham ist 2015 mit der Open-Honda noch punktelos, in Sachsen wird er wegen seiner Zehenverletzung von Barcelona durch Hiroshi Aoyama ersetzt. Die Dorna will die schwachbrüstigen Ein-Fahrer-Teams loswerden, um zwei Plätze für das KTM-Werksteam in der Saison 2017 freizuräumen. Abraham könnte dann 2016 MotoGP-Testfahrer bei KTM werden.

Suzuki will 2016 kein zweites Team ausrüsten. Aprilia-Renndirektor Romano Albesiano hingegen könnte sich ein starkes Kundenteam vorstellen. «Mit vier Fahrern kann man mehr probieren und schneller entwickeln, wirtschaftlich macht ein Kundenteam ebenfalls Sinn», weiss der Italiener.

Wer könnte sich für Aprilia GP-RS-Maschinen interessieren?
Vielleich Forward, wenn kein Yamaha-Deal zustande kommt – oder das Martinez-Team, das mit den ART-Aprilia 2012 und 2013 mit Aleix Espargaró bereits die die Claiming-Rule-Wertung dominiert hat.

Und Martinez hat auch Aprilia-Fahrer wie Bautista, Simón, Talmacsi und Terol zu Weltmeistern in der 125-ccm-Klasse gemacht.

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