Max Biaggi: «Bradl wäre ein Geschenk für Aprilia»

Von Ivo Schützbach
Stefan Bradl könnte für die restlichen Rennen der MotoGP-WM 2015 in das Aprilia-Werksteam wechseln. Der sechsfache Weltmeister Max Biaggi traut dem Bayer viel zu.

Am Montag nach dem Deutschland-GP wurde Stefan Bradls Forward-Teambesitzer Giovanni Cuzari verhaftet, zwei Wochen später auch dessen ehemaliger Media-Action-Finanzchef Mario Rezzi. Cuzari werden Delikte wie Steuerhinterziehung, Steuerbetrug, Bestechung und Geldwäsche zur Last gelegt. Sein Rechtsanwalt bestreitet alle Vorwürfe.

Am Montag bestätigte Forward den Verzicht auf den Indy-GP. ?Am vergangenen Dienstag kündigte Stefan Bradl seinen Vertrag mit dem Team Forward Racing?; der Moto2-Weltmeister von 2011 ist auf der Suche nach einer neuen Aufgabe.

Im Aprilia-Werksteam ist seit der Trennung von Marco Melandri ein Platz frei, dort könnte der Bayer die Saison zu Ende fahren. «Es besteht Kontakt, es besteht Interesse», sagte Bradl über den möglichen Deal.

SPEEDWEEK.com sprach im Rahmen der Superbike-WM in Sepang mit Aprilia-Testfahrer Max Biaggi über den schnellen Deutschen.

Max, hältst du Stefan Bradl für den geeigneten zweiten Fahrer im Aprilia-Werksteam?

Für Aprilia wäre er ein Geschenk, er käme quasi gratis. Er käme aus einer schwierigen Situation zu Aprilia – auf ein Motorrad, welches keine Siegmaschine ist. Aber er hätte dort die Chance MotoGP zu fahren.

Aprilia braucht jemanden, der wirklich arbeiten möchte, der immer 100 Prozent gibt. Einen Fahrer, der mit ihnen wächst. Die Aprilia muss entwickelt werden, um schon bald mit den Klassenbesten mithalten zu können.

Stefan fuhr zuletzt eine Yamaha und zuvor drei Jahre eine Werks-Honda. Er weiß genau, wie ein gutes Motorrad sein muss. Momentan kann sich Aprilia nur vorstellen, in welchen Bereichen sie das Motorrad wie verbessern müssen. Ein Fahrer wie Stefan Bradl kann dir genau erzählen, was zu tun ist. Was man am Chassis und Motor ändern muss. Dieses Feedback braucht ein Hersteller.

Fährt Bradl auf dem gleichen Level wie der aktuelle Aprilia-Werkspilot Alvaro Bautista?

In Moto2 hat mich Stefan überrascht, da war er sehr schnell. Auch in MotoGP war er auf der Honda von Zeit zu Zeit schnell.
Bradl ist noch jung. Wenn er motiviert ist, steht er Bautista in nichts nach.

Neun MotoGP-Rennen 2015 stehen noch aus. Wie viele Rennen braucht ein Fahrer für gewöhnlich, um sich an ein neues Motorrad anzupassen?

Manchmal eine halbe Saison. Einige wenige Fahrer steigen auf ein Motorrad und sind sofort schnell.

Aber schau dir Melandri an: Er hat in der Superbike-WM eine halbe Saison gebraucht, als er zu Aprilia kam. Er ist ein schneller Fahrer, brauchte aber seine Zeit.

Die Aprilia RS-GP ist in der MotoGP kein Siegmotorrad, ?Stefan müsste die Maschine verstehen. Erst dann kann er seine Fähigkeiten auf ihr entfalten. Nach drei oder vier Rennen traue ich ihm einiges zu. Es darf aber niemand erwarten, dass wir ihn in den Top-8 oder Top-10 sehen. Das ist schwierig, auch was das Potenzial des Motorrades betrifft.

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