MarcVDS Honda: Tito Rabat soll Scott Redding ersetzen

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Bisher galt Scott Redding trotz schwacher Leistungen als Fixstarter auf der Marc-VDS-Factory-Honda für 2016. Aber Sponsor Estrella Galicia 0,0 und HRC wollen ihn durch Tito Rabat ersetzen.

Am Freitag wurde auf Eurosport bei der Übertragung aus Brünn verkündet, der aktuelle Moto2-Weltmeister Esteve «Tito» Rabat werde nächstes Jahr im Honda-Team von Jorge «Aspar» Martinez die MotoGP-Weltmeisterschaft bestreiten.

Diese Nachricht darf als voreilig bezeichnet werden, denn es gibt bei Martinez und Power-Electronics-Honda zahlreiche weitere Kandidaten.

​Ausserdem wird bei HRC und Sponsor Estrella Galicia 0,0 (alkoholfreies Bier) in Spanien ein ganz anderer Plan geschmiedet: Rabat soll 2016 mit Hilfe der Brauerei eine Factory-Honda RC213V im Marc VDS-Team pilotieren – jene von Redding!

Dort hat aber laut Teamprinzipal Michael Bartholemy der Engländer Scott Redding seinen MotoGP-Platz für 2016 fix.

«Ich weiss von diesen MotoGP-Plänen mit Rabat bei uns bisher von offizieller Seite nichts», versicherte Bartholemy am Samstag in Brünn gegenüber SPEEDWEEK.com. «Aber Tito hat zu mir gesagt​: 'Wenn ich MotoGP fahre, dann bei Marc VDS.' Ich bin bisher nicht informiert worden. Ich müsste ja irgendwann eine zweite Technik-Crew zusammenstellen.»

Den Moto2-Platz bei Marc VDS Racing hat der 26-jährige Rabat, der eigentlich als erster Fahrer zwei Moto2-WM-Titel gewinnen wollte und jetzt 76 Punkte hinter WM-Leader Johann Zarco liegt, inzwischen verfallen lassen. Die Frist zur Vertragsverlängerung ist am 1. August abgelaufen.

Und im engsten Kreis liess Rabat in Tschechien anklingen, er werde 2016 auf keinen Fall bei Martinez fahren.

Honda rüstet in diesem Jahr acht MotoGP-Fahrer aus – zwei bei Repsol, zwei bei LCR, zwei bei Martinez, einen bei Marc VDS und einen bei AB Motoracing. AB Motoracing mit Karel Abraham fällt wohl für 2016 weg.

Michael Bartholemy befürchtete am Samstag in Brünn noch nicht, dass der enttäuschende Scott Redding bei HRC auf die schwarze Liste gesetzt werden könnte. «HRC war letztes Jahr sehr froh und dankbar, als wir im September eingesprungen sind und die Factory-Honda für Scott geleast haben, als Gresini seinen Hauptsponsor verloren hat», gab der Belgier zu bedenken.

Aber Dankbarkeit ist kein Kategorie, die im Motorsport Bestand hat. Schon gar nicht bei HRC. Inzwischen zeichnet sich nämlich ab, woher der Wind weht: HRC hat keine Geduld mehr mit Redding. Die Japaner verlangten von Alvaró Bautsta und Stefan Bradl 2014 konstant Podestplätze auf der Factory-Honda. ​An vierten und fünften Plätzen waren die Japaner nicht interessiert. Wegen der Márquez-Siegesserie wurde die Werks-Honda 2014 für das beste Motorrad im Feld gehalten. Bautista und Bradl wurden durch Crutchlow/Miller und  Redding ersetzt.

Jetzt stellt sich aber heraus: Die RC213V hat ihre Tücken. Scott Redding hat 2015 in elf Rennen erst zwei Top-Ten-Plätze erreicht (einmal Siebter, einmal Neunter), er liegt mit 37 Punkten auf dem 14. WM-Rang.

Im Winter sprach Bartholemy noch von Podestplätzen, in der WM wurde ein Top-7-Gesamtergebnis angepeilt.

Muss Marc VDS klein beigeben?

Inzwischen zeichnet sich ab: HRC und Estrella Galicia 0,0 pochen bei Marc VDS auf eine Rochade Rabat gegen Redding.

Marc VDS soll nächstes Jahr eine Factory-Honda des Jahrgangs 2016 bekommen, wie Cal Crutchlow (WM-Neunter mit 74 Punkten, vier Stürze in elf Rennen) bei LCR-Honda. Aber für den Moto2-Zweiten Rabat!

Redding könnte 2016 dann nur bei Marc VDS in der MotoGP-Klasse bleiben, wenn die belgische Truppe einen zweiten Startplatz bekommt und eine Honda RC213V des Modells 2015 finanzieren kann. Aber ohne Estrella Galicia 0,0 ist das nicht zu stemmen.

Auch wenn Redding enttäuschende Resultate liefert: Marc VDS ist der Inhaber des Teamplatzes. Sie haben einen Drei-Jahres-Vertrag mit HRC für eine Factory-Honda. Aber ohne Estrella-Galicia-Geld lässt sich dieses 6-Millionen-Euro-MotoGP-Projekt nicht bezahlen.

Also wird Marc VDS klein beigeben müssen. Das wird dem belgischen Bier-Milliardär Marc van der Straten (VDS) aber gar nicht gefallen.

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