Jorge Lorenzo: Dunkle Wolken wegen Rossi-Vorwürfen?

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Jorge Lorenzo und Marc Márquez in Valencia: Der Weltmeister mit seinem Bodyguard?

Jorge Lorenzo und Marc Márquez in Valencia: Der Weltmeister mit seinem Bodyguard?

Obwohl Jorge Lorenzo die meisten Siege errungen hat und 2015 der beste Fahrer war, hängen dunkle Wolken über dieser Saison.

Denn der unterlegene Valentino Rossi beschuldigt Marc Márquez, als Steigbügelhalter für Lorenzo tätig gewesen zu sein, ihn als Bodyguard bei den letzten drei Rennen beschützt zu haben.

Der neue Weltmeister Jorge Lorenzo will aber nicht wahrhaben, dass durch diese Vorwürfe seine Leistungen geschmälert werden.

«Die meisten Leute, die etwas vom Motorradsport verstehen, können meinen Wert als Fahrer und als Champion einschätzen. Sie werden sich über meine Leistungen und Erfolge freuen. Andererseits werden Fans, die einen anderen Fahrer unterstützen, in diesem Fall Valentino, nie glücklich über den Ausgang dieser Meisterschaft sein. Aber ein Champion ist ein Champion.»

Die WM-Saison 2015 hat sich stark von jenen unterschieden, die Lorenzo vorher gewonnen hat – 2010 und 2012. Denn damals dominierte der Spanier klar.

«Die WM 2015 war aus verschiedenen Gründen schwierig. Erstens durfte ich mich in den Augenblicken, als wir keine Podestplätze zustande brachten, nicht runterziehen lassen. Es gab Phasen, da dachte ich, die Umstände sprechen nicht für uns, deshalb gelingen uns nicht die besten Resultate. In Katar hätten wir gewinnen können, aber das Helmproblem hat uns eingebremst. Dann hat es zweimal ausgerechnet am Sonntag geregnet, in Silverstone und Misano, zweimal hatte ich dort im Trockenen die beste Pace. Und was ist passiert: Einmal bin ich auf Platz 4 gelandet, einmal bin ich gestürzt. Es war nicht immer einfach, das Selbstvertrauen aufrecht zu halten. Zumal wir wussten, dass Valentino in der Lage ist, immer ein kühles Köpfchen zu bewahren, keine Fehler zu machen und jederzeit aufs Podest zu fahren. Wir lagen dann 29 Punkte hinten nach drei Rennen... Das Aufholen der Punkte war im Kampf gegen einen so erfahrenen Gegner nicht einfach. Aber ich habe in all den Tagen, Wochen und Monaten den Glauben an mich nie verloren. Ich wusste, ich kann diese Weltmeisterschaft gewinnen. Schliesslich hat alles perfekt zusammengepasst. Das Motorrad hat fast überall von Freitag bis Sonntag perfekt funktioniert. Dafür muss ich mich bei Yamaha bedanken, aber auch bei meinem Team, besonders bei Crew-Chief Ramon Forcada und Data-Recording-Ingenieur Davide. Unsere Zusammenarbeit klappt von Jahr zu Jahr besser. Wir dürfen aber keinen einzigen Mechaniker vergessen, die jeden Tag unermüdlich viele Stunden lang an den Motorrädern arbeiten. Wir haben uns diesen WM-Titel redlich verdient.»

Lorenzo widerstand den Angriffen der Repsol-Honda-Fahrer Márquez und Pedrosa viele Runden lang. Rossi geht deshalb von einem Nichtangriffspakt zwischen Jorge und Marc aus.

Lorenzo dazu: «Wir sind hier auf der Geraden ziemlich schnell. Ich konnte die Boxensignale nicht immer entziffern. Aber ich konnte mir ausmalen, dass Valentino nicht stürzen wird. Ich ahnte immer, dass er an vierter Stelle liegt. Deshalb wollte ich unbedingt auf Platz 1 bleiben. Ich wusste aber, dass Marc und Dani dicht hinter mir sind. Ich hatte arge Probleme mit dem Hinterreifen auf der rechten Seite. Ich ahnte, dass die Honda Probleme mit dem Vorderreifen haben. Die Schwierigkeiten glichen sich also weitgehend aus. Wir konnten 1:32,0 min als Pace fahren, alle drei. Es war wichtig, die Spannung nicht zu verlieren, ich durfte nicht zu vorsichtig fahren, ich redete mir ein: push, push, push. Trotz der schwierigen Verhältnisse. Ich wusste: Wenn ich nachlasse, werden sie Überholmanöver starten. Ich habe nie überlegt, mich auf Platz 2 zurückfallen zu lassen, obwohl das auch für den Titelgewinn gereicht hätte, wenn Vale Vierter bleibt. Aber die beste Strategie für meinen Kopf war, so lange wie möglich an erster Stelle zu bleiben und mich aufs Fahren zu konzentrieren. Aber wie gesagt: Ich wusste am Schluss im Eifer des Gefechts gar nicht, in welcher Runde ich war. Ich dachte, das Rennen dauert noch zwei oder drei Runden. Plötzlich kam die Zielflagge raus. In diesem Moment war ich super happy.»

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