Gigi Dall'Igna (Ducati): «Stahlrahmen ist kein Thema»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Gigi Dall'Igna

Gigi Dall'Igna

Ducati-Renndirektor Gigi Dall'Igna will aus der Ducati GP16 ein Sieger-Motorrad machen. Aber Ducati wird 2016 mit einigen Erschwernissen konfrontiert.

Gigi Dall'Igna, General Manager von Ducati Corse, steht in der MotoGP-Weltmeisterschaft vor grossen Herausforderungen

Denn Ducati bringt in der MotoGP-Saison 2016 acht Bikes in vier unterschiedlichen Teams und in drei unterschiedlichen Konfiguationen (GP14.2, GP15 und GP16) zu den Grand Prix. (Honda nur sechs, Yamaha nur vier.)

Dazu muss Casey Stoner neu als Testfahrer ins Programm neben Michele Pirro integriert werden.

Auch neu: Ducati geniesst erstmals nach zwei Jahren keine Open-Class-Privilegien mehr, also im Vergleich zu den Werksteams von Honda und Yamaha keinen zusätzlichen Sprit, keine weicheren Hinterreifen, keine zusätzliche Motoren, die Motorenentwicklung wird bei Ducati 2016 erstmals seit dem Saisonstart eingefroren sein, es sind ihnen nur noch fünf Testtage ausserhalb der üblichen IRTA-Tests erlaubt.
Und trotzdem will Ducati endlich den ersten MotoGP-Sieg seit Oktober 2010 feiern. Und um den Titel mitfighten.
Keine leichte Aufgabe für Gigi Dall'Igna. Aber der Ducati-Renndirektor strahlt im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com Zuversicht aus.

Gigi, Ducati hat 2016 ein paar schwierige Aufgaben zu lösen. Und dazu drohen womöglich Budgetkürzungen durch Eigentümer Audi. Wegen des Abgasskandals müssen Milliarden eingespart werden. Betrifft euch das?

Nein, das betrifft uns nicht. Ich glaube nicht. Du musst bedenken, dass Ducati genug Geld erwirtschaftet, um davon leben zu können.

Vor einem Jahr hast du angekündigt, dass es unter den Entwicklungsabteilungen von Ducati und Audi einen Zusammenarbeit gibt. in welcher Hinsicht konnte dir Ingolstadt bisher in der MotoGP-WM helfen?

Beim Motor. Die Technologie, die Audi und die gesamte Volkswagen-Gruppe besitzen, ist riesig.
Als wir 2014 ein paar Motorenprobleme hatten, haben wir uns mit den Kollegen bei Audi in Verbindung gesetzt und versucht, dieses Problem zu lösen.

Ducati bekommt 2016 wie die Factory-Fahrer von Honda und Yamaha nur sieben Motoren statt zwölf wie in der Saison 2015. Suzuki und Aprilia können als Neueinsteiger und «concession teams» immerhin neun Triebwerke pro Fahrer verwenden. Muss Ducati die Motorleistung reduzieren, um die Lebensdauer zu gewährleisten?

Ich glaube nicht. Ich habe schon einmal erwähnt, dass wir auch 2015 die Weltmeisterschaft mit sieben Motoren beenden hätten können, wenn wir nicht unterschiedliche Spezifikationen zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu den Rennen gebracht hätten. Das konnten wir tun, weil bei uns die Entwicklung nicht eingefroren war. Wenn wir so ein Upgrade gebracht haben, mussten wir den alten Motor aus dem Verkehr ziehen. Wir haben also mehr Motoren gebraucht, weil wir die alten nicht bis zum Ende der Laufzeit eingesetzt haben.

Das ist der einzige Grund, warum wir 2015 mehr als sieben Motoren verwendet haben.

Gitterrohrstahlrahmen gehörten zur DNA von Ducati. Sie gehörten jahrelang zum Erbgut eurer Motorräder. Casey Stoner gewann die WM 2007 auf so einem Chassis für Ducati. Jetzt vertraut KTM auf so ein Stahlrahmenkonzept. Für euch ist das kein Thema mehr? Hast du jemals darüber nachgedacht? Und was wäre der Vorteil?

Ehrlich gesagt, ich glaube nicht, dass die Probleme von Ducati beim Material des Rahmens lagen, als ich hier vor zwei Jahren angefangen habe. Für mich ist ziemlich klar, dass unser Problem nicht vom Alu-Chassis ausgeht. Deshalb habe ich es vorgezogen, meine Arbeitszeit auf anderen Gebieten einzusetzen und zu investieren.

Zum Beispiel auf dem Gebiet von gegenläufigen Kurbelwellen bei der GP15?

(Er lacht). Ich habe mir einige neue Ideen überlegt... Oder alte Ideen wieder aufgefrischt.
Ich bin recht zufrieden mit dem Aluminium-Chassis. Ich denke, wir werden in den nächsten Jahren damit weitermachen. Was dann kommt, werden wir sehen.

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