MotoGP: Ducati-Erfolg kam nicht vom Motor

Knalleffekt: Alex Hofmann geht zu ServusTV

Kolumne von Günther Wiesinger
Das Eurosport-Team 2015: Ringguth, Hofmann und Raudies

Das Eurosport-Team 2015: Ringguth, Hofmann und Raudies

In der vergangenen Saison herrschten im Eurosport-MotoGP-Team häufig Kompetenzstreitigkeiten. Alex Hofmann verlangte personelle Konsequenzen – dann wechselte er den Sender.

Als vor einem Jahr die deutschen MotoGP-Live-TV-Rechte von Sport1 zu Eurosport wanderten, gab es einen Aufschrei in der Szene, denn die Hälfte der Grand Prix wurde auf Eurosport 2 im Pay-TV gezeigt. Das kam einer Revolution gleich, denn jahrzehntelang konnten sich die deutschen GP-Fans auf kostenlose GP-Übertragungen verlassen.

Dazu kam es zu erheblichen Streitigkeiten, Unstimmigkeiten, Feindseligkeiten und Kompetenzrangeleien innerhalb des Kommentatoren- und Moderatoren-Teams. Einmal pausierte Alex Hofmann zwei Rennen lang, dann einmal Ron Ringguth oder Hannes Orasche.

Hofmann sollte eigentlich in erster Linie Interviews in der Boxengasse machen, den Presenter mimen und als Experte Hintergründe erläutern.

Aber schon beim zweiten Rennen in Texas setzte er sich zumindest fürs MotoGP-Rennen neben Ringguth und Raudies in die TV-Kabine, weil er deren Kompetenz als nicht ausreichend einstufte.

Eurosport engagierte dann mit dem Österreicher Hannes Orasche (er stiess in Le Mans zum Team) und Stefan Nebel (er kam nach Indy) neue Fachkräfte. Die Zuschauer wunderten sich über die zahlreichen Personal-Rochaden, besonders Ringguth und Raudies wurden in den Internet-Foren heftig kritisiert.

Spätestens in Assen eskalierte die Situation, als sich Ron Ringguth unterbeschäftigt fühlte und Aufgaben von Lenz Leberkern übernahm, der bis dahin die von der Dorna gelieferten Hintergrundfilme vertont und geschnitten hatte.

Leberkern klinkte sich dann beleidigt aus dem GP-Team aus und konzentrierte sich auf seine anderen TV-Jobs.

Jetzt kommt es bei Eurosport zu einem personellen Aderlass. Alex Hofmann hat sich Richtung ServusTV verabschiedet, wobei er in Kauf nimmt, dass er künftig nur noch für die österreichischen Free-TV-Kunden zu sehen und hören sein wird. Auch Produzentin Barbara Petzinger ist bei Eurosport nach einem turbulenten Jahr wieder ausgestiegen.

Für das Eurosport-Aufgebot 2016 ist Hannes Orasche fix, auch Stefan Nebel soll weiter im GP-Sport Fuss fassen.

Alex Hofmann hatte mit Gernot Bauer ausführlich seine Vorstellungen für die Eurosport-Übertragungen 2016 besprochen, was schliesslich dazu führte, dass Ron Ringguth und Dirk Raudies für die kommende Saison nicht mehr zum Kommentatoren-Team zählen sollten.

Nach dem Abgang von Hofmann steht Eurosport unter Zeitdruck. «Wir wissen nicht offiziell, dass Hofmann zu ServusTV geht, aber wenn es nicht so wäre, hätte er bei Eurosport nicht abgesagt», erklärte Dirk Raudies, 125-ccm-Weltmeister 1993, heute im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Eurosport muss jetzt neu planen. Eigentlich waren Ron und ich für die kommende GP-Saison nicht mehr vorgesehen. Keine Ahnung, ob sie uns jetzt wegen der geänderten Situation noch einmal einplanen. Das ist offen. Ich würde es gerne weitermachen, der Motorradsport ist meine Leidenschaft, ich habe Spass an den Übertragungen. Aber ich kann es nicht erzwingen.»

«Das Arbeitsverhältnis mit Alex war von Anfang an kompliziert und belastet», ergänzte Raudies. «Ron und ich waren aus seiner Sicht nicht fachkundig genug, aus welchem Grund auch immer. Dass er mit Ron und mir nicht auskam, war das ganze Jahr zu sehen. Alex wollte das Konzept so ändern, wie er sich das vorstellte und alles nach seinen Vorstellungen umwandeln. Als diese Wünsche von Eurosport erfüllt waren, hat er alles hingeschmissen. So viel zum Thema, wie er zum Sender steht...»

Raudies meint, Eurosport könnte 2016 mit der Mannschaft Ron Ringguth, Hannes Orasche, Stefan Nebel und seiner Wenigkeit ins Rennen gehen.

«Du brauchst vier Leute, wenn du alle Trainings, Warm-ups und Rennen übertragen willst», meint Raudies. «Bei vier Kommentatoren kann auch mal einer für eine oder zwei Stunden die Kabine verlassen. Und natürlich braucht Eurosport jetzt einen neuen Presenter. Ich denke, Stefan Nebel wäre für diese Aufgabe geeignet.»

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