Maverick Vinales: Bei Podest fährt er 2017 Suzuki

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Exklusiv: Wenn Maverick Vinales 2016 bei Suzuki einen Podestplatz erreicht, verlängert sich sein Suzuki-Vertrag für 2017. Dann muss Yamaha einen anderen Lorenzo-Nachfolger suchen.

Maverick Vinales zählt zu den heissesten Aktien auf dem MotoGP-Transfermarkt.

Da bei Movistar-Yamaha die Hoffnungen auf einen Verbleib des Weltmeister Jorge Lorenzo täglich sinken, wird nach den bestmöglichen Ersatzlösungen Ausschau gehalten.

Wunschfahrer Nummer 1 ist Maverick Vinales, falls Lorenzo ersetzt werden muss.

Inzwischen ist klar, dass der Red-Bull-Sponsorship-Deal des Moto3-Weltmeister von 2013 einen Wechsel zu Movistar-Yamaha erlauben würde, obwohl die Energy-Drink-Firma Monster dort Co-Sponsor ist.

Aber Aki Ajo, der persönliche Sponsor von Maverick Vinales, hat schon mehrmals durchblicken lassen, dass im Suzuki-Vertrag eine Option für eine dritte Saison besteht. Ajo machte aber ein grosses Geheimnis daraus, ob diese Option auf der Seite des Fahrers befindet oder auf Seite des Teams.

Und seit dem «Red Bull Grand Prix of the Americas» ist auch klar, wie diese Option genau aussieht.

Oft hat ja ein Team oder Werk bis zu einem gewissen Termin im Sommer Zeit, eine Option auf einen Fahrer einzulösen oder sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen.

Im Fall Vinales/Suzuki liegt die Option aber nicht einfach in den Händen von Suzuki, sondern sie ist ergebnisanhängig.

Genauer gesagt: Falls Vinales in der MotoGP-Saison 2016 ein einziger Podestplatz gelingt, wird der Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr für die Saison 2017 verlängert.
Auch die Fahrergage ist für diese Situation schon festgeschrieben. Sie dürfte bei 1,5 Millionen Euro als «base fee» (ohne Prämien) liegen.

Beim Texas-GP schrammte Vinales als Vierter um 7,485 Sekunden an seinem ersten MotoGP-Podestplatz vorbei, er besiegte seinen Teamkollegen Aleix Espargaró um 2,3 Sekunden.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass Vinales in diesem Jahr noch einen Podestplatz erobert.

Natürlich könnte Vinales bei Suzuki absichtlich einen Vorstoss unter die Top-3 vermeiden. Aber damit wäre der Ruf des ehrgeizigen und loyalen Spaniers stark beschädigt. Daran wird er keinen Gedanken verschwenden, schliesslich hat ihm Suzuki für 2015 als Rookie die grosse MotoGP-Chance eröffnet.

Die Frage ist: Gelingt Vinales dieses Top-3-Kunststück demnächst? Dann müsste Yamaha nach anderen Kandidaten Ausschau halten. Rossi hat Namen wie Andrea Iannone und Dani Pedrosa ins Spiel gebracht, der bei Sponsor Movistar wohl gelitten wäre.

Und bis November kann die Movistar-Yamaha-Truppe bei der Lorenzo-Nachfolger-Suche ohnedies nicht warten.

Bei Movistar wäre auch für Pol Espargaró (Moto2-Weltmeister 2013) willkommen, der jetzt MotoGP-WM-Vierter ist und nach drei Jahren froh wäre, wenn er von Tech3-Yamaha ins Werksteam übersiedeln könnte.

Einen Moto2-Fahrer wie Alex Rins will Lin Jarvis nicht direkt von der Nachwuchsklasse ins MotoGP-Werksteam holen. Das wurde erst einmal vorexerziert – für 2008 mit dem zweifachen 250-ccm-Weltmeister Jorge Lorenzo.

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