Paolo Ciabatti: «Nicht schwer, Lorenzo zu überzeugen»

Von Frank Aday
MotoGP
Nachdem am Montag offiziell bestätigt wurde, dass Jorge Lorenzo 2017 und 2018 für Ducati fahren wird, sprach nun Ducati-Renndirektor Paolo Ciabatti über den Wechsel.

In Borgo Panigale herrscht große Aufregung, denn es ist gelungen, für 2017 einen der großen Vier der MotoGP-WM zu verpflichten: Weltmeister Jorge Lorenzo. Nachdem der Deal zwischen Ducati und dem Mallorquiner am Montag offiziell bestätigt wurde, gab Sportdirektor Paolo Ciabatti dem TV-Sender Sky Sport24 HD ein Interview.

«Die Verträge aller Top-Fahrer laufen in diesem Jahr aus. Wir haben Lorenzo schon in der Vergangenheit angesprochen, aber ich glaube, dass der Wert unserer Maschine, die nun nachweislich konkurrenzfähig ist, diese Übereinkunft einfacher machte», erklärte Ciabatti.

War es schwer, Lorenzo zu überzeugen? «Ich würde sagen nein. Ich würde sagen, dass wir, wie es immer der Fall ist, ziemlich komplexe Verhandlungen führten, aber wir erreichten in ziemlich kurzer Zeit eine Übereinkunft.»

«In Wahrheit begann dieses Projekt schon vor einigen Jahren. Der Plan war, einen Top-Fahrer ins Team zu holen, sobald wir ein konkurrenzfähiges Bike haben, das mit Honda und Yamaha mithalten kann, der den Titel zurück nach Borgo Panigale bringen kann. Denn wir haben seit 2007 keinen gewonnen. Ich denke, das Bike hat sich auch in dieser Saison als konkurrenzfähig erwiesen, wenn man das Argentinien-Debakel nicht einbezieht. Wir hätten bei allen drei Rennen auf dem Podest stehen können. Das vereinfachte es, eine Einigung zu erreichen.»

Die große Frage ist nun, wer Lorenzos zukünftiger Teamkollege sein wird? Der junge, ungestüme Andrea Iannone oder der erfahrene, verlässliche Andrea Dovizioso? «Wir haben noch nichts entschieden, da die Priorität darauf lag, erst diesen Vertrag zu unterzeichnen. Wir haben das vor einigen Tagen erreicht, daher folgte nun auch die offizielle Bestätigung. Nun nehmen wir uns Zeit, um zu erkennen, welcher der beiden Andreas im Team bleiben wird. Das ist keine schöne Entscheidung, die wir treffen müssen, denn sie sind beide herausragende Jungs, die seit vier Jahren bei uns sind. Die Entscheidung wird nicht leicht. Wir müssen herausfinden, wer im Team für 2017 der bessere Fahrer wäre.»

Wird Lorenzo die Desmosedici bereits im November nach dem Saisonfinale in Valencia testen? «Das hoffen wir. Es ist schon fast eine Tradition, dass die Hersteller einem Fahrer, der sich für einen Teamwechsel entschieden hat, erlauben, die neue Maschine zu testen. Wir haben noch nicht mit Yamaha gesprochen, aber wir hoffen, dass er beim Test nach dem Rennen in Valencia für uns fahren darf.»

«Doch nun konzentrieren wir uns auf Jerez. Lorenzo ist einer unserer Gegner, einer der am schwierigsten zu schlagenden, aber das Ziel ist weiterhin, eines oder mehrere Rennen in diesem Jahr mit Dovizioso und Iannone zu gewinnen. Bis zum Ende der Saison ist er unser Gegner. Wir haben mit Jorge gesprochen und ihm ist egal, wer sein zukünftiger Teamkollege sein wird. Er respektiert Dovizioso und Iannone, also hat er uns keine bestimmte Richtung vorgegeben. Der Rest wird sich in den nächsten Wochen klären. Es ist klar, dass Fahrer dieses Kalibers bei einem Wechsel zumindest ein paar ihrer Techniker mitnehmen wollen. Aber es ist noch zu früh, um darauf eine genaue Antwort zu haben.»

«Wir haben mit Dovizioso und Iannone gesprochen und ihnen unsere Erwartungen mitgeteilt. Ich denke, dass sie sich professionell verhalten werden. Dass für 2017 nur noch ein Platz frei ist, wird an ihrer Renntaktik nicht viel ändern», ist Ciabatti überzeugt.

In Jerez will Ducati die Fortschritte, welche sich in den ersten drei Rennen bereits zeigten, nochmals auf einer engeren europäischen Strecke bestätigen. «Wir sind mit der gezeigten Konkurrenzfähigkeit in den ersten Rennen sehr zufrieden, aber Jerez ist eine Strecke, auf der wir immer ein paar Schwierigkeiten hatten. Wenn wir am Sonntag ein gutes Rennen zeigen können, wird das ein weiteres Zeichen dafür sein, dass unsere Maschine 2016 auf allen Strecken konkurrenzfähig sein kann.»

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