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2027: So schätzt Loris Capirossi den Speed der 850er-MotoGP-Bikes ein
Der siebenfache MotoGP-Sieger und MotoGP-Sicherheitskommissar Loris Capirossi verrät in der Winterpause Bemerkenswertes über die rundum neuen MotoGP-Prototypen der Saison 2027.
MotoGP
Im Artikel erwähnt

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2026 wird ein Übergangsjahr zur größten Revolution der MotoGP seit 2012 – dann ist es nach 15 Jahren vorbei mit der Hubraum-Obergrenze von 1000 ccm. Ab 2027 dürfen alle Prototypen nur noch mit maximal 850 ccm ausrücken. Damit nicht genug: Um die Königsklasse dem Zeitgeist anzupassen, werden neben einem Verbot der Heckabsenkung (Ride Height Device) auch die Regeln der aerodynamischen Systeme enger gesteckt.
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In erster Instanz sollen die neuen Regeln einer weiteren Eskalation der Technologie und damit einer Verbesserung der Rundenzeiten entgegenwirken. Auch die maximale Geschwindigkeit von bis zu 365 km/h soll zumindest nicht weiter ansteigen. Die Methoden, den Zielen näher zu kommen, sind dabei nicht unumstritten. Denn zum Teil widersprechen sich die Maßnahmen des Regelwerks. Zwar wird die maximale Motorleistung der neuen 850er-Triebwerksgeneration um geschätzte 15 Prozent geringer ausfallen, dafür begünstigt eine Front mit geringerem Flügelwerk die Höchstgeschwindigkeit. Schlüsselargument ist die schlechtere Beschleunigung, dank weniger Leistung in Kombination mit geringerem Abtrieb und mechanischem Grip. Einer der größten Experten der aktuellen MotoGP äußerte sich als Gast des italienischen Rennsport-Podcasts «Mig Babol» – Moderator ist der einstige Moto3-Pilot und VR46-Riding-Coach Andrea Migno – zu dem kontrovers besprochenen Thema. Capirossi erlebte das vergleichbare Szenario bereits 2007. Damals stieg der Ducati-Werksfahrer an der Seite von Casey Stoner von 1000 auf 800 ccm um. Fünf Jahre fuhr die Königsklasse mit der kleineren Kubatur und war im Finale wieder schneller unterwegs als die 1000er-Vorlage.
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Die Motorräder werden bis zu 2,5 sec langsamer sein
Capirossi, dreimaliger Weltmeister und heute Mitglied der MotoGP-Sicherheitskommission: «Die Motorräder werden bis zu 2,5 Sekunden langsamer sein. Es wird genauso wie 2007 sein, als die 800er eingeführt wurden. Anfangs ist es normal, dass sie langsamer sind.»
Der GP-Veteran weiter: «Aus den Daten, die die Ingenieure bei den involvierten Herstellern in den ersten Simulationen gesammelt haben, geht hervor, dass die Motorräder im Jahr 2027 1,5 bis 2,5 Sekunden langsamer sein werden als die aktuellen. Maßgeblich sind die fehlenden Spoiler und Flügel sowie der Motor mit 850 ccm.» Dazu kommt die Veränderung in Form der ab 2027 eingesetzten Einheitsreifen von Pirelli. Capriossi: «Die Reifen sind eine weitere große Unbekannte: Wir haben volles Vertrauen in Pirelli, aber wir kommen aus vielen Jahren mit Michelin.»
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«Capirex» fasste zusammen: Meiner Meinung nach werden sich die Dinge wiederholen. Anfangs wird es normalerweise langsamer zugehen: Die Vorschriften wurden genau aus diesem Grund adaptiert – aber mit den nächsten Schritten in der Entwicklung werden sie wieder schneller werden.» Je nach Streckenprofil umrundet ein MotoGP-Pilot die Strecke im Schnitt rund vier Sekunden schneller als ein Moto2-Ass. Kommt es 2027 zur Umsetzung der neuen Regularien, dürften sich die Zeitabstände im Debütjahr halbieren. Besonders spannend dürfte es dann am Sachsenring zugehen. Denn bereits mit dem aktuellen Regelwerk verlieren die Piloten der Moto2 (mit 765-ccm-Dreizylinder) weniger als drei Sekunden pro Umlauf. Entscheidend für die Qualität des Sports werden aber auch in Zukunft nicht die Rundenzeiten, sondern der Wettbewerb unter den Athleten und den MotoGP-Werken sein.
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