Hervé Poncharal (Tech3): «Wir bieten guten Gegenwert»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Der Regen-GP von Assen: Pol Espargaró und Scott Redding kämpfen um Platz 3

Der Regen-GP von Assen: Pol Espargaró und Scott Redding kämpfen um Platz 3

Tech3-Yamaha-Teambesitzer Hervé Poncharal kann seinen Sponsoren keine Siege versprechen. Aber er kann ihnen einen guten Gegenwert für ihr Geld vermitteln.

Hervé Poncharal, Besitzer des Tech3-Yamaha-Teams mit Pol Espargaró und Bradley Smith, verliert beide Fahrer an das neue Red Bull KTM-Werksteam. Das bedauert er, denn Pol Espargaró verlor in Assen Platz 3 erst nach einem harten Fight gegen Scott Redding, er ist WM-Sechser, nur sieben Punkte hinter Suzuki-Star Maverick Viñales.

Nächstes Jahr wird der Tech3-Rennstall mit den Neulingen Johann Zarco und Jonas Folger antreten.

Statt manchmal um Podestplätze oder Top-5-Ränge zu kämpfen, muss Hervé Poncharal 2017 mit bescheideneren Ergebnissen rechnen.

«Wir werden 2017 gegen sechs Werksteams um den 13. Platz kämpfen», vermutet der Franzose. «Meine Sponsoren, hauptsächlich Monster und Black & Decker, sind aber aus den letzten Jahren andere Resultate gewöhnt. Im Jahr 2012 waren wir in der MotoGP-Klasse mit Crutchlow und Dovizioso bei acht Grand Prix auf dem Podest, also fast in 50 Prozent der Rennen. Jetzt fällt es ihnen schwer zu verstehen, warum wir damals so oft auf dem Podium waren und jetzt manchmal nicht unter die Top-10 kommen. Meine Antwort: Damals hatten wir drei Werke in der MotoGP-WM, jetzt haben wir fünf, bald werden wir sechs Hersteller haben. Das ist das Problem. Das ist die Situation. Ich muss ihnen die Sachlage erklären, sie verstehen sie.»

«Ich erklärte den Monster-Managern aber auch: Wollt ihr Hauptsponsor eines Siegerteams werden? Dann geht zu einem Werksteam! Aber das wird euch vielleicht 20 Millionen kosten, während ihr hier 2 Millionen bezahlt. Das ist nicht dieselbe Story. Meine Sponsoren sind bei Tech3, weil sie hier ein gutes 'return of investment' bekommen, weil sie einen guten Gegenwert für ihre Investition erhalten. Das verstehen sie. Bei der Fahrerverpflichtung ist es ähnlich. Willst du Lorenzo? Willst du Rossi? Willst du Márquez? Dann musst du bezahlen. Aber diese Summen kann nicht jede Firma bezahlen oder will nicht jede Firma bezahlen. Jedes Unternehmen bezahlt, was es sich leisten kann oder was es entscheidet, bezahlen zu wollen. Ich habe ihnen gesagt: Wollt ihr gewinnen? Dann schaut euch an, was Red Bull in der Formel 1 gemacht hat! Sie haben richtig Geld ausgegeben, die haben ein Team gekauft, die Kontrolle übernommen und die Weltmeisterschaft gewonnen. Viele Jahre lang. Das geht, aber nur mit viel Geld.»

«Es gibt Leute, die sich immer beschweren und immer mehr wollen. Aber das sind die Leute, die nicht den Mut oder nicht den Willen haben, zu investieren», sagt Poncharal. «Es ist kein Geheimnis, dass ein MotoGP-Kundenteam heute nicht gewinnen kann, das klappt nur alle zehn Jahre. Normal haben wir keine Chance auf einen Sieg. Ich kann nicht zu meinem Hauptsponsor sagen: Mit Pol Espargaró und Smith werden wir die WM gewinnen, das wäre eine Lüge. Aber wir konnten bisher in der WM unter die Top-5, Top-6 oder Top-7 fahren. Jetzt müssen wir den Sponsoren erklären, dass es Sinn macht, ein privates MotoGP-Team finanziell zu unterstützen, auch wenn wir keine Aussicht auf GP-Siege haben. Denn wir haben heute 18 Grand Prix im Jahr, wir werden vielleicht bald 19 Events haben. Es gibt viele Länder, die pushen und Interesse haben. Es gibt Kasachstan, es gibt Finnland, wir haben ein neues Projekt in Indonesien, wir haben Thailand, wir kehren nach 19 Jahren wieder zurück nach Österreich. Es bewegt sich etwas, in der MotoGP existiert kein Stillstand.»

«Wenn ein Sponsor an der MotoGP-Welt teilnehmen will, kann er ein Werksteam finanzieren und sich das Werksteam von Honda, Yamaha oder Ducati leisten. Wenn du drei oder vier Millionen hast, gehst du zu Pramac, Tech3, LCR und so weiter», betint Poncharal.

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