Scott Redding: «Warteten mit roter Flagge für Rossi»

Von Frank Aday
MotoGP
In Assen erzielte Scott Redding nach dem Neustart des MotoGP-Rennens seinen zweiten Podestplatz in der Königsklasse. Der Brite erhebt jedoch den Vorwurf, dass mit dem Rennabbruch zuvor für Rossi gewartet wurde.

Nach einem schwierigen Start in die Saison erzielte Scott Redding in Assen ein Highlight. Auf nasser Fahrbahn sicherte sich der Pramac-Ducati-Pilot Platz 3. Zuvor hatte der 23-Jährige nur zwei Top-10-Resultate in Katar und Austin erzielt. In fünf der ersten acht Rennen ging er leer aus und belegt nun WM-Rang 14. Mit «motogp.com» sprach er über seinen durchwachsenen Saisonstart und das Rennen in Assen.

Vor Assen hast du einen schwierigen Start in die Saison 2016 erlebt.

Wenn einmal alles gut lief, dann erreichten wir auch recht gute Ergebnisse. Ich bin enttäuscht, nachdem das Bike und ein paar Reifenprobleme mich stoppten. Doch das lag nicht in meiner Hand. Wenn wir unser Ding machen konnten und alles richtig lief, haben wir einen guten Job gemacht. Wir haben daran gearbeitet, der Spitze näher zu kommen, was uns auch gelang.

Fühlte sich der Podestplatz in Assen wie eine Belohnung für die viele Arbeit an, die das Pramac-Team und du geleistet habt?

Assen war anders. Wir wussten, dass schwierige Wetterbedingungen auf uns zukommen können. Wenn sich solche Streckenbedingungen bieten, dann müssen die Satelliten-Teams und vor allem ich unseren Vorteil daraus ziehen. Ich bin froh, dass uns das gelungen ist, und ich im ersten Teil des Rennens nicht stürzte. Danach machte ich einen guten Job, als ich die Jungs vor mir schnappte. Wir mussten uns die Zeit nehmen, einen Rhythmus zu finden. Wir haben es nicht überstürzt.

Wie frustrierend war es, schon im ersten Rennen bis auf den dritten Platz gekommen zu sein und dann die rote Flagge zu sehen?

Auf der einen Seite war ich genervt, da ich das Gefühl hatte, dass sie auf eine Runde warteten, in der Rossi führt, um die rote Flagge zu zeigen. Es war für vier Runden sehr gefährlich, ich konnte kaum etwas sehen. Ich konnte nur nach Gefühl fahren und musste schätzen, wohin ich gerade fuhr. Aus diesem Grund war ich glücklich, als die rote Flagge am Ende gezeigt wurde und wir erneut starteten.

Man sagt, dass der Regen die Kräfteverhältnisse ausgleicht. Du hast bisher zwei MotoGP-Podestplätze im Regen erzielt. Gibt dir das mehr Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten?

Wenn du im Nassen fährst, geht es mehr um Gefühl. Mein Gefühl mit der Ducati ist nicht großartig, aber ich kann sie zum Funktionieren bringen. Die Honda war im Regen gut, die Ducati ist nicht schlecht. Auch im Trockenen kommen wir den Jungs da vorne näher. Wir lagen in den Trainings konstant unter den Top-6 oder Top-8. Es war eine Schande, dass wir nicht bei mehr Rennen ins Ziel kamen, denn als die Maschine versagte, lag ich auf einer guten Position. Wir müssen einfach abwarten, was wir in der zweiten Saisonhälfte leisten können.

Im Team scheint trotz des so frustrierenden Starts in die Saison noch immer eine gute Stimmung zu herrschen. Ist dein Selbstvertrauen zurück?

Ja, ich hatte mein Selbstvertrauen aber nie wirklich verloren, denn es war nicht meine Schuld. Als das Bike streikte, lag ich auf einer guten Position und hatte ein gutes Wochenende. Da es nicht an mir lag, verlor ich auch nicht mein Selbstvertrauen. Es hatte auch nichts mit dem Team zu tun, denn es waren ein Motorschaden und Reifenfehler, was nicht in unserer Hand lag. Ich wusste, dass ich es in mir habe. Auch das Team glaubte an mich.

Was bedeutet der erste Podestplatz mit Ducati für dich?

Es war ein großartiges Wochenende. Startreihe 1, Podestplatz und ich traf eine neue Freundin. Insgesamt war es ein gutes Wochenende, aber nicht jedes Wochenende wird so laufen. Wir müssen noch viel arbeiten, bevor wir unsere Ziele auch im Trockenen erreichen. Wenn ich es in die Top-8 schaffe, bin ich glücklich. Alles andere ist nicht gut genug.

Haben die Veränderungen für 2016 – die Michelin-Einheitsreifen und die Einheitselektronik – für ein ausgeglicheneres Kräfteverhältnis gesorgt?

Es machte die Rennen enger, aber das Problem ist, dass es mit acht Werksmaschinen schwierig ist, in die Top-8 zu kommen. Sie haben viel größere Entwicklungsschritte gemacht als wir. So ist es einfach, das müssen wir akzeptieren. Weiter hinten im Feld ist es enger. Unter gemischten Bedingungen kannst du etwas mehr erreichen, wenn du deine Eier ins Spiel bringst. Das war vorher nicht so.

Nun geht es für den Grand Prix von Deutschland auf den Sachsenring. Was erwartest du?

Ich weiß es nicht genau. Wenn ich unter die Top-8 komme, bin ich sehr zufrieden. Doch niemand weiß, was passieren wird.

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