Cal Crutchlow (Honda/2.): Endlich ein Lichtblick

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Das Podest: Cal Crutchlow neben Sieger Márquez und Dovizioso

Das Podest: Cal Crutchlow neben Sieger Márquez und Dovizioso

LCR-Honda-Pilot Cal Crutchlow brauste auf dem Sachsenring vom 13. Startplatz im Rennen auf Platz 2. Und jetzt wartet er auf die Geburt seines ersten Babys.

Zum zweiten Mal schaffte Cal Crutchlow (30) einen zweiten Platz bei einem MotoGP-WM-Lauf, zum zweiten Mal gelang ihm dieses Kunststück auf dem Sachsenring, seit Argentinien 2015 war er nicht auf dem Podest, er war als WM-Achtzehnter zum deutschen WM-Lauf gekommen. Und er reiste als WM-Vierzehnter ab.

Dabei war der britische LCR-Honda-Pilot nur vom 13. Startplatz weggefahren.

«Natürlich ist der erste Gedanken nach so einem Rennen, es ist grossartig, mit einem Podestplatz heimfahren zu können», seufzte Cal. «Aber der zweite Gedanke ist, dass ich nicht gewonnen habe... Marc hat wieder Glück gehabt. Nein, Spass beiseite, ich habe durch meine Erfahrung aus dem Warm-up den harten Vorderreifen gewählt. Denn ich habe mich gestern schon gut gefühlt auf dem Bike. Ich wusste, dass ich vom Rennspeed her der Viertbeste im Feld war. Leider habe ich das Qualifying vermasselt. Im Rennen musste ich wegen des harten Vorderreifens in den ersten Runden auf der Hut sein. Ich wäre beinahe in der Aufwärmrunde schon runtergefallen, weil ich keine Hitze in den Reifen brachte. Ich wusste aber, dass einige Kollegen auch den harten Vorderreifen montiert hatten, Jack Miller zum Beispiel. Als ich gesehen habe, dass er in den ersten Runden trotzdem wie ein Verrückter gefahren ist, dachte ich: Das wird für ihn entweder ein schreckliches Ende nehmen – oder ich fange ihn später wieder ein. Tatsächlich habe ich ihn später eingeholt.»

«Ja, das Rennen war von der Einteilung her wirklich schwierig. Mein Team hat perfekte Arbeit geleistet. Als ich dann zum Motorradwechsel an die Box kam, haben wir genau die richtigen Reifen gewählt. Natürlich fragst du dich immer, ob du früher reinfahren hättest sollen. Aber ich habe, ehrlich gesagt, keinen Blick auf meine Boxentafel geworfen. Ich bin einfach den zwei Jungs vor mir nachgefahren, Dovi und Vale. Ich wusste, sie haben genug Erfahrung, um bei so einem Wetter in der MotoGP-Klasse vorne mitzufahren. Ich war mit meiner Position zufrieden, ich war happy mit meiner Pace. Mein Dank geht ans Team, denn wir haben bisher eine schwierige Saison erlebt. Wir wissen, unser Bike ist schwierig zu fahren. Aber Honda bemühte sich, in den letzten Rennen ist das Motorrad besser geworden, ich fühle mich jetzt wohler damit. Ich hoffe, wir können dieses heutige Ergebnis in der zweiten Saisonhälfte bestätigen und wiederholen.»

Übrigens: Im Finish hatte Cal gegen «Dovi» die besseren Karten, denn der Italiener hatte hinten nach dem Stopp einen Slick, aber vorne einen Intermediate drauf. Crutchlow war mit zwei Slicks unterwegs. Auch Márquez hatte zwei Slicks gewählt, Rossi und Lorenzo hingegen zwei Intermediates.

Bis zum nächsten Grand Prix in Spielberg wird Cal Crutchlow Vater werden, seine hochschwangere Frau Lucy blieb ausnahmsweise daheim. Der hartgesottene Cal wird ganz rührselig, wenn er über den Familienzuwachs spricht. «Ja, Lucy war zum zweiten Mal in neun Jahren nicht bei einem Rennen dabei. Sie unterstützt mich mit demselben Eifer, mit dem ich meinen ersten MotoGP-Sieg nachrenne... Das Baby kann jeden Tag kommen. Aber jetzt muss ich am Dienstag und Mittwoch noch zum Test nach Österreich. Ich bin diesmal so spät wie möglich auf der Insel Man abgereist. Und ich werde am Mittwoch so rasch wie möglich zurückkehren. Vielleicht kann ich bei der Geburt dabei sein.»

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