Paolo Ciabatti (Ducati) «Wir wollen 2016 noch siegen»

Von Oliver Feldtweg
MotoGP
Las Termas, letzte Runde, vorletzte Kurve: Dovizioso wurde von Iannone abgeräumt

Las Termas, letzte Runde, vorletzte Kurve: Dovizioso wurde von Iannone abgeräumt

Die WM-Positionen von Andrea Iannone und Andrea Dovizioso widerspiegeln nicht die wahre Stärke der Ducati-Stars. Sportdirektor Paolo Ciabatti zieht eine schonungslose Halbzeitbilanz.

Die beiden Ducati-Fahrer Andrea Iannone und Andrea Dovizioso halten sich bei Halbzeit der MotoGP-WM in der WM-Tabelle mit 63 und 59 Punkten nur auf dem achten und neunten WM-Rang. Héctor Barbera ist mit der Avintia-Ducati (65 Punkte) WM-Siebter, Eugene Laverty mit der Aspar-Ducati WM-Zehnter mit 53 Punkten.

Deshalb kann Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti mit der ersten Saisonhälfte nicht restlos zufrieden sein.

«Bei den ersten neun Rennen in diesem Jahr sind wir ein bisschen hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben», lautet die Bilanz von Ciabatti. «Wir hatten viele Möglichkeiten, anständige Ergebnisse zu erzielen. Aber aus vielfältigen Ursachen hat das oft nicht geklappt. Es sind einige Stürze passiert, dazu gab es ein paar Pisten, auf denen unser Motorrad nicht sonderlich konkurrenzfähig war. Das passierte vor allem nach dem Argentinien-GP, weil Michelin dann hitzebeständigere Reifen entwickelte. Wir haben nicht immer die Früchte unserer Anstrengungen ernten können. Immerhin haben wir mit Iannone zwei dritte Plätze erreicht, Dovi war in Katar Zweiter, in Deutschland Dritter.»

«Aber wenn wir einen Blick auf den Tabellenstand werfen, können wir nicht happy sein», räumt Paolo Ciabatti ein. «Wir wissen, dass die diesjährige Desmosedici GP sehr konkurrenzfähig ist. Deshalb hoffen wir in der zweiten Saisonhälfte auf bessere Ergebnisse.»

Wo hätte Ducati 2016 bisher am ehesten gewinnen können? «Nachdem Michelin im Anschluss an den Argentinien-GP die Reifen geändert hat, hatten wir ziemlich viel Mühe, mehr als die anderen Hersteller. Unser Bike ist sehr leistungsstark, es war für die Charakteristik der vorherigen Michelin-Reifen entwickelt worden. Aber diese Konstruktionen waren nach Argentinien nicht mehr verfügbar. Auf manchen Pisten mit wenig Grip wie in Jerez und Catalunya sind wird nachher auf Probleme gestoßen. Aber auf allen anderen Pisten haben wir eine gute Figur gemacht. Dort konnten wir immer um Podestplätze fighten.»

Wie beurteilt der Ducati-Rennmanager seine Werksfahrer Iannone und Dovizioso? «Beide haben gute Rennen gezeigt. Dovi hat mit Platz 2 in Katar seinen sehr guten Saisonanfang abgeliefert, das hat uns sehr positiv gestimmt. Er lag auch in Argentinien bis zur vorletzten Kurve auf Platz 2, dann sind Iannone und er gestürzt... In Austin hatte Dovi wieder Pech, als ihn Dani Pedrosa aus dem Rennen riss. In Jerez hatte Dovi auch Schwierigkeiten, im Rennen fiel er mit einem Defekt aus. Es gab also auf seiner Seite viele Aufs und Abs. Weder Dovi noch Ianonne haben jene Resultate heimgebracht, die möglich gewesen wären.»

Ciabatti weiter: «Welches Ziel haben wir für die zweite Saisonhälfte? Wir wollen die Ducati weiter verbessern. Das gelingt uns von Rennen zu Rennen, der Level der Reifen ist jetzt wieder sehr gut. Sie passen fast überall gut zu unserem Motorrad. Das Ziel für die letzten Rennen lautet natürlich: Wir wollen Rennen gewinnen. Das ist in der MotoGP-Klasse nie einfach... Aber wir waren in dieser Saison manchmal schon nahe dran, zum Beispiel im Regen in Assen. Deshalb bleibt es unser Ziel, diesen angestrebten Sieg endlich einzufahren. Darum bemühen wir uns seit Oktober 2010.»

Hat sich die Verpflichtung von Testfahrer Casey Stoner gelohnt? «Casey hat die zwei Tests im Februar und Mürz in Sepang und Doha bestritten», hält Ciabatti fest. «Dann ist er kurz vor der Ducati World Week in Misano im Juni gefahren. Da war es sehr heiß, Casey testete zwei Tage lang und gab uns wichtigen Input. Inzwischen hat er auch den Spielberg-Test absolviert. Dort hatten wir schon ein paar Updates dabei, die wir nach Caseys Misano-Test in Angriff genommen hatten.»

Beim Zwei-Tage-Test auf dem Red Bull Ring schaffte Ducati letzte Woche mit Iannone, Dovizioso, Stoner und Barbera die ersten vier Plätze. Die Roten sind deshalb die klaren Favoriten für den GP von Österreich.

«Unsere Aufgabe ist es, die Desmosedici während der nächsten Monate kontinuierlich weiterzuentwickeln. Denn unser Ziel bleibt es, Rennen zu gewinnen», hält Ciabatti fest. «Am liebsten mit beiden Andreas, wenn das möglich ist...»

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