Motegi-GP: Lorenzo Triumph in Japan

Von Jörg Reichert
MotoGP 800 ccm
Jorge Lorenzo

Jorge Lorenzo

Stoner oder Rossi – ein anderer Pilot schien für den Sieg beim Motegi-GP nicht in Frage zu kommen. Doch es kam anders. Als lachender Dritter fuhr Jorge Lorenzo als Sieger ins Ziel.

Beim Start war es aber Rossi, der mit einem Blitzstart seine Pole-Position in die frühe Rennführung ummünzte. Auch Chris Vermeulen, Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa profitierten in der Startphase von ihrem guten Timing. Verlierer des Starts war Casey Stoner, der von Position 2 ins Rennen ging und nur als Sechster aus der ersten Runde kam.

Der erste Umlauf bedeute für zwei Piloten bereits das Aus. Nicky Hayden (USA/Ducati) wurde vom übermotivierten Yuki Takahashi (J/Honda) vom Motorrad geholt. Der Japaner verpasste den Bremspunkt komplett und donnerte der Ducati des Amerikaners ins Heck.

Dritte Runde: Rossi führt das Feld an, aber dahinter folgt sein Teamkollege Lorenzo mit der schnellsten Rennrunde. Dann Pedrosa, der bereits acht Positionen gut machte. Dovizioso ist Vierter, Melandri, Vermeulen. Stoner wurde auf Position 7 durchgereicht. Colin Edwards verlor einige Sekunden und ist Letzter.

Stoner mühte sich um Anschluss, aber der Ducati-Pilot kam nicht in Schwung. Mehrfach sah man den 22-Jährigen Australier weite Linien fahren, wodurch der Weltmeister von 2007 bis zu eine Sekunde auf die Spitze verlor. In der vierten Runde beträgt sein Rückstand auf Rossi bereits 4,6 Sekunden!

In der sechsten Runde rutschte Toni Elias aus, während vorne Lorenzo und Perosa den Druck auf Rossi erhöhen. Nur eine Sekunde liegt zwischen den ersten Drei. Drei Runden später ist es soweit: Lorenzo attackiert Rossi, der noch einmal kontern kann. Doch wenige Kurven später gibt der achtfache Weltmeister kleinbei und muss seinen Teamkollegen ziehen lassen. Rossi weiss, nur 0,4 sec. Hinter ihm lauert Pedrosa auf seine Chance.

Bei Halbzeit liegen die beiden Fiat-Yamahas von Lorenzo und Rossi in Führung, dahinter das Repsol-Honda Pesdrosa und Dovizioso. Casey Stoner kann mittlerweile den Speed mitgehen, holt aber nicht auf. Melandri behauptet sich auf Position 6, Capirossi, Toseland, de Puniet, Kallio, Vermeulen und Gibernau kämpfen innerhalb drei Sekunden um Platz 8. Eine Runde später pfeffert Gibernau seine Ducati GP9 ins Kiesbett.

In Runde 17 versucht sich Pedrosa an Rossi, der hat aber Vorteile auf der Bremse und kontert. Eine Runde darauf gelingt das Überholmanöver, ein paar Kurven später ist aber Rossi wieder vorn. Derweil baute Lorenzo seinen Vorsprung auf zwei Sekunden aus und ist auf Siegkurs.

Fünf Runden vor Schluss hat sich Kallio auch die achte Position vorgearbeitet - der MotoGP-Rookie kam von Startplatz 17! Sieben Sekunden vor dem Finnen streiten sich Marco Melandri und Loris Capirossi immer noch um Platz 6. Hinter Kallio folgen Toseland, de Puniet und Vermeulen, aber der Ducati-Pilot ist schneller als seine Verfolger.

In der Vorletzten Runde sind die Positionen bezogen. Lorenzo hat Rossi im Griff, Pedrosa hat bereits 3,7 Sekunden Rückstand, dann Stoner und Dovizioso. Best of the Rest ist überraschend Marco Melandri, der mit der Hayate-Kawasaki mittlerweile sicherer Sechster ist.

Nach 24 Runden fährt Lorenzo nach Estoril 2008 seinen zweiten MotoGP-Sieg ein. Mit dem Sieg übernimmt der Mallorquiner auch die WM-Führung. «Ich hatte nicht mit dem Sieg gerechnet, denn ich wusste nicht genau wo wir stehen. Es war nicht leicht an Valentino vorbeizugehen. Toll, dass wir für Yamaha einen Doppelsieg in Japan einfahren konnten», jubelt Lorenzo, der auf der Auslaufrunde seine «Lorenzos-Land» Flagge hiesste.

Trotz Platz 2 war Valentino Rossi nicht vollständig einverstanden mit seinem Rennwochenende in Japan. «Ein langes und schwieriges Rennen. Ich bin nicht ganz zufrieden, denn eigentlich wollte ich gewinnen. Aber zwischendurch hatte ich Schwierigkeiten, die Pace von Jorge mitzugehen. In den letzten Runden lief es wieder besser und ich konnte mir zumindest Dani vom Leib halten», kommentierte der 30-Jährige das Rennen.

Für Dani Pedrosa ist der erste Podestplatz 2009 die Rückkehr zur normalen Stärke. Wegen einer Knieverletztung und Hauttransplantation fiel die Saisonvorbereitung bescheiden aus. «Der dritte Platz freut mich sehr, insbesondere wegen der schwierigen Saisonvorbereitung», sah man dem ruhigen Spanier seine Freude nicht wirklich an.

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