Lorenzos Ex-Manager eingesperrt

Von Günther Wiesinger
MotoGP 800 ccm
2007: Dani Amatriain und Jorge Lorenzo.

2007: Dani Amatriain und Jorge Lorenzo.

Dani Amatriain, Jorge Lorenzos ehemaliger Manager, wurde in Spanien verhaftet.

Der Spanier Daniel «Dani» Amatriain erreichte als Rennfahrer in der 250-ccm-Weltmeisterschaft 1989 einen elften Platz in Francorchamps als bestes Ergebnis. In der 500-ccm-Weltmeisterschaft kam er ebenfalls über einen elften Platz (Portugal-GP 1988) nicht hinaus. Er steuerte damals eine 500-ccm-Dreizylinder-Honda. Danach nahm er mit mittelmäsigem Erfolg an der Superbike-WM teil.

Wesentlich erfolgreicher war Amatriain als Geschäftsmann und Manager. Er holte Jorge Lorenzo 2005 in sein Honda-250-Werksteam, das von der spanische Zigarettenfirma Fortuna finanziert wurde. Der 18-jährige Lorenzo verdiente damals die horrende Jahresgage von 1,3 Millionen Euro. Ein damals unvorstellbarer und nie dagewesener Betrag in der 250-ccm-Klasse!

2006 und 2007 bildete Amatriain das offizielle Aprilia-250-Werksteam. Lorenzo gewann zweimal die Weltmeisterschaft. Danach leitete der Ex-Rennfahrer Lorenzos Transfer in die MotoGP-Klasse und zu Fiat-Yamaha in die Wege. Lorenzo gewann 2008 gleich das dritte Rennen in Portugal und übernahm die WM-Führung, nachdem er bei den ersten drei Rennen jeweils mit der Pole-Position geglänzt hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war der 48-jährige Amatriain längst der Kokainsucht verfallen. Die Situation eskalierte, im Herbst erhielt der Lorenzo-Manager von der Dorna Fahrerlagerverbot. Amatriain betrieb bis dahin auch das Lotus-Aprilia-250-Team mit Debon und Aleix Espargaro und managte in einem Joint-Venture das Belson-Campetella-Derbi-125-Team mit Pol Espargaro und Joan Olivé.

Sein 250er-Team wurde aufgelöst, das Derbi-125-Team fand für 2009 neue Besitzer und tritt weiter mit Espargaro, Olivé und zusätzlich mit dem spanischen Meister Efren Vazquez auf.

Amatriain verlautbarte im Herbst scheinheilig, er habe sich von Lorenzo als Manager getrennt, weil er künftig mehr Zeit mit seiner Familie und seinem zehn Jahre alten Sohn Dani verbringen wolle. «Ich bin stolz, wenn ich sehe, dass sich Jorge Lorenzo unter meinen Fittichen zu einem der besten MotoGP-Fahrer der Welt entwickelt hat», sagte Amatriain damals. «Wir teilen unzählige unvergessliche Etinerungen und grossartige Momente.»

Inzwischen ist Amatriain völlig auf die schiefe Bahn geraten, wie die neue Wochenzeitschrift SPEEDWEEK in Ausgabe Nr. 26/2009 berichtet. Er wurde letzte Woche in Barcelona zweimal verhaftet. Einmal vor dem Haus von Lorenzos neuem Manager Marcos Hirsch, einmal vor dem Haus seiner Ex-Frau. Er stiess sogar Morddrohungen aus und wird jetzt wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt, Drogenmissbrauch und Nötigung vor Gericht gestellt.

Amatriain ist finanziell ruiniert. Er will deshalb von den Brüdern Pol und Aleix Espargaro (fährt Moto2-Klasse in Spanien) bis 450.000 Euro einklagen und auch bei Lorenzo wegen angeblich noch gültiger Verträge Schadensersatzforderungen stellen.

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