Simon Wagner: «Eine Fahrt ins Ungewisse»

Von Toni Hoffmann
ORM
Team Simon Wagner

Team Simon Wagner

Alles neu für ARC-Champion Simon Wagner: Neuer Evo IX, neuer Co-Pilot Pirmin Winklhofer und völlig unbekannte Schotter-Sonderprüfungen.

Die Waldviertel-Rallye dient Wagner als Generalprobe für seinen Heim-Event, die Jännerrallye. Als neuer Champion der Austrian Rally Challenge wird der 20-jährige Simon Wagner bei den «final rallydays» im Waldviertel, dem Finale der Österreichischen Rallye-Staatsmeisterschaft (ORM) gleich mehrere Premieren feiern: Erstmals wird er einen Mitsubishi Lancer Evo IX pilotieren, der von Race Rent Austria eingesetzt wird. Es handelt sich um jenen Boliden, den zuletzt Gerhard Aigner bei der Jännerrallye pilotiert hat. 

Blutjunges Meister-Duo  

Zum ersten Mal wird Pirmin Winklhofer auf dem heißen Sitz Platz nehmen – der erst 18-Jährige durfte in seiner Heimat Deutschland dem Reglement entsprechend schon mit 15 Jahren als Co-Pilot antreten, kann also bereits mehrjährige Erfahrung einbringen - dennoch zählen Wagner und Winklhofer mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 19 Jahren zu den jüngsten Teilnehmern der ORM. Und auch Winklhofer ist ARC-Champion, in der Wertung der Beifahrer konnte er bei der Herbstrallye Leiben an der Seite von Patrick Breitenender die nötigen Punkte für den Titel einfahren. Somit sitzen also zwei blutjunge Piloten im Auto, die jeder für sich, voneinander unabhängig den ARC-Titel erringen konnten.  

Weil der Evo IX ein neues Getriebe erhielt und auch, um Simon und Pirmin die Möglichkeit zu geben, sich an ihr neues Arbeitsgerät zu gewöhnen, hat Race Rent Austria auf dem Nordring Fuglau einen Rollout vorgenommen. Dabei hat Teamchef Wolfgang Schmollngruber alle Daten via Laptop im Auge behalten. Und zeigte sich zufrieden: «Bis auf ein paar Kleinigkeiten verlief der Rollout problemlos. Wir sind bereit.»  

«Eine ganz andere Fahrweise»  

Für Simon Wagner, der seinen ARC-Titel in einem alten Evo III einfuhr, war dieser Rollout ein elementares Erlebnis: «Der Wagen ist ganz anders zu fahren. Allein die Maße des Autos sind anders, das Einlenkverhalten ist viel weicher und genauer. Zudem wird der Evo IX beim Herausbeschleunigen elektronisch gesteuert – der Bordcomputer weiß Bescheid, wie das Lenkrad steht und steuert entsprechend die elektronischen Differenziale. Hier muss ich also ganz anders fahren als in meiner bisherigen Karriere – vom Kart weg bin ich quasi immer ‚analog‘ gefahren, jetzt muss ich eine Symbiose mit der Elektronik bilden. Ich bin jetzt schon sehr gespannt auf diesen Einsatz.»  

Ziele werden ganz bewusst keine gesteckt. Der Einsatz bei der Waldviertel-Rallye dient als Test für die Jännerrallye. Vater Friedrich Wagner sagt: „Simon und Pirmin sollen testen, ob sie miteinander fahren können. Es soll auch überprüft werden, ob das Auto standfest ist. Die beiden sollen sich langsam steigern und bis zum Ende der Rallye etwas herausholen können – zugleich haben wir nur sechs neue Reifen im Einsatz, was im Vergleich zu den üblichen 20 bis 30 Reifen, die hier zum Einsatz kommen, recht wenig ist. Zudem fährt Simon auf Strecken, die er nicht kennt. Es wäre daher völlig falsch, hier irgendwelche Erwartungen zu hegen – es ist eine Fahrt ins Ungewisse.“  

Von Grafenegg nach New Orleans  

Dazu kommt, dass die gesamte Familie Wagner schon am Sonntag nach der Rallye zeitig in der Früh in den Flieger nach Amerika steigt – in New Orleans steht das große Weltfinale der Rotax Kart Challenge auf dem Programm. Danach werden sich Vater Friedrich, und die Söhne Simon und Julian auf die Spuren des Blues begeben – ein würdiger Abschluss eines höchst erfolgreichen Jahres.  

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