Gassner: Saisonauftakt mit Hindernissen

Von Toni Hoffmann
Rallye Sonstiges
Hermann Gassner Senior

Hermann Gassner Senior

110 Strafsekunden verhinderten bei Hermann Gassner sen. den möglichen Sieg beim ersten Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft.

St. Wendel war Gastgeber für den ersten Lauf zur Deutschen Rallyemeisterschaft (DRM) 2012. Zur ADAC Pfalz-Westrich Rallye kamen 64 Teams, um auf den 15 Wertungsprüfungen, die teilweise auf den Strecken der Rallye-WM stattfanden, erste Meisterschaftspunkte zu ergattern.
Der Vizemeister von 2011, Hermann Gassner (Surheim) und seine Beifahrerin Karin Thannhäuser (Ufering) kamen nicht allein ins Saarland gereist. In dieser Saison wird mit Florian Stix und Mike Bonhage ein weiteres bayerisches Duo vom Kathrein Renn- und Rallye Team in der höchsten deutschen Rallye-Liga starten.

Für die erste Etappe waren fünf Wertungsprüfungen angesetzt und die äusseren Bedingungen auf den stellenweise feuchten, verschmutzen Strecken alles andere als einfach. Besonders, als es dunkel wurde und dichter Nebel die Sicht behinderte, sprachen die Piloten von reinen «Blindflügen».

Zum Abschluss des ersten Tages wurde es in St. Wendel laut. Fast vier Runden drifteten die Piloten vor unzähligen begeisterten Zuschauern durch die nächtliche Innenstadt. Hier gab es für das Kathrein Renn- und Rallye Team Hermann Gassner und Karin Thannhäuser die erste Bestzeit des Tages. Im anschliessend letzten Service sah man jedoch ernste Gesichter. Am Mitsubishi Evo X war die Temperaturanzeige des Kühlwassers am Anschlag. Die Mechaniker versuchten alles Mögliche, um den Schaden zu beheben. Aber das war in der vorgegeben Zeit nicht machbar. So konnte Hermann Gassner das Auto erst mit 11 Minuten Verspätung in den nächtlichen Parc Fermé abstellen. Die 110 Strafsekunden (10 Sekunden pro Minute) warf das Kathrein Renn- und Rallye Team vom zweiten auf den siebten Gesamtrang zurück.

Florian Stix und Mike Bonhage beendeten den ersten Tag auf dem guten 11. Gesamtplatz. «Ich muss mich erst noch an das Auto gewöhnen,» resümierte der 23 jährige aus Bernau am Chiemsee. «Es waren die ersten Rallyekilometer mit dem Mitsubishi Evo IX und meinen neuen Beifahrer. Wir wollen lernen, uns herantasten und das Auto von Hermann Gassner heil ins Ziel bringen».

Am nächsten Morgen gingen Gassner/Thannhäuser neu motiviert an den Start und markierten gleich mal die erste Bestzeit. Für Florian Stix wäre hier die Rallye fast vorzeitig beendet gewesen. «Wir haben uns an einem Abzweig vertan, ein Sperrband abgerissen und sind in die falsche Richtung gefahren. Ein Umdrehen und damit in die falsche Richtung fahren hätte unweigerlich zum Wertungsausschluss geführt. So haben wir quasi abgekürzt und sind dafür mit einer fünf Minuten Zeitstrafe belegt worden. Das ist zwar bitter, aber ok». Allerdings stürzte der DRM-Neuling damit auf den 32. Gesamtrang ab.

Beide Kathrein-Teams zeigten Kampfgeist und stürmten auf den folgenden, immer schwieriger werdenden Prüfungen nach vorn. Hermann Gassner eroberte sich mit einer neuerlichen Bestzeit auf der neunten Wertungsprüfung den dritten Gesamtrang, musste aber über erneute thermische Probleme am Auto berichten. «Wir haben dann das Tempo etwas gedrosselt und viel Wasser mitgenommen, um die restlichen Prüfungen zu überstehen und keine Überhitzung des Motors zu riskieren,» so Gasner.

Florian Stix und Mike Bonhage stürmten durchs Feld und fuhren im zweiten Durchgang auf dem Stadtrundkurs St. Wendel sogar die drittschnellste Zeit. Nach 426 km, davon knapp 150 km auf Bestzeit gab es dennoch strahlende Gesichter auf der Zielrampe in St. Wendel: Platz 15 für Stix/Bonhage und mit dem dritten Gesamtrang für Gassner/Thannhäuser ein guter Einstand der Kathrein Renn- und Rallye Teams beim Saisonauftakt der Deutsche Rallye Meisterschaft 2012.

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