Sandbahn

Trauer: Ortema-Geschäftsführer Hartmut Semsch ist tot

Von - 08.01.2020 08:59

Hartmut Semsch hat sein Leben der Sicherheit von Sportlern gewidmet und die Firma Ortema sowie die Klinik in Markgröningen weltweit bekannt gemacht. Am 7. Januar starb er mit nur 59 Jahren.

Ich lernte Hartmut Semsch 2001 kennen, als der stämmige Schwabe aus Stuttgart mit der Firma Ortema im Bahnsport Fuß fassen wollte. Ortema hatte sich bis dahin bereits einen guten Namen im Motocross, Enduro und Supermoto gemacht und stattete die Fahrer mit hochwertigen, maßgefertigten Knieorthesen aus.

Anfänglich setzten diese die Rennfahrer nur zur Stabilisierung des Knies nach schweren Verletzungen ein, mit der Zeit schnallten sie sich immer mehr zur Vorbeugung um. Die Karbonorthese von Ortema war revolutionär, ebenso die spätere Neck Brace, um Rennfahrer vor Genickverletzungen zu schützen.

Hartmut Semsch war von Anfang an die Gallionsfigur und präsentierte die Firma nicht nur als Geschäftsführer, sondern auch auf vielen Rennstrecken, wenn er selbst Hand anlegte. Immer wieder hatte er innovative Ideen wie einen Rückenschutz, der sich dank Memoryschaum dem Rücken perfekt anpasst.

«Hartl» war gelernter Orthopädiemeister, Sportfan und passionierter Motorradfahrer. Er verfügte über eine beeindruckende Sammlung italienischer Bikes von Ducati über Moto Guzzi, Gilera, Laverda bis MV Agusta.

Als Jugendlicher fuhr Hartl Skirennen auf hohem Niveau, später ging er auch mit dem Enduro-Bike gerne auf Tour.

Abseits des Motorsports machte sich Ortema im Wintersport einen guten Namen und ist Partner mehrerer Nationalteams im Eishockey und von Nationalkadern im alpinen Skisport.

2002 trat die Firma Ortema im Bahnsport erstmals als Sponsor des später genannten Team Ortema in Erscheinung, das damals mit Stephan Katt, Sirg Schützbach und Christian Hülshorst an den Start ging. Innerhalb kurzer Zeit expandierte Ortema von der Langbahn auf die Speedwaybahn, heute gehören zahlreiche Stars wie Emil Sayfutdinov oder Jason Doyle zur Kundschaft.

Hartl hatte immer ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, er war zugänglich, verständnisvoll, hilfsbereit und vom Scheitel bis zur Sohle kompetent – ein rundherum liebenswürdiger Mensch. Er war immer für seine Sportler da, hatte ein offenes Ohr für deren Sorgen und setzte bei Problemen und Verletzungen Himmel und Hölle in Bewegung, um sie zu unterstützen oder wieder fit zu bekommen. Dabei half die Angliederung Ortemas an die Klinik in Markgröningen, welche über eine der besten Knie-, Hand- und Schulterchirurgien verfügt.

Am 7. Januar 2020 verstarb Hartmut Semsch nach kurzer, schwerer Krankheit, er wurde nur 59 Jahre alt. Der Termin seiner Beisetzung steht noch nicht fest.

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© SPEEDWEEK.COM

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