Stefan Bradl: Hoffnung auf Takahashi und HRC

Von Günther Wiesinger
Superbike-WM
Stefan Bradl ist froh, dass er mit Takumi Takahashi einen schnellen neuen Teamgefährten bekommt. «Denn das lässt hoffen, dass wir für 2018 Unterstützung aus Japan erhalten.»

Stefan Bradl (27) reiste mit erheblicher Neugier zum viertletzten Superbike-WM-Event in diesem Jahr nach Portimao – aus mehreren Gründen. Denn hier wird mit Takumi Takahashi (27) ein starker Teamkollege antreten. Der Japaner ist aktuell Zweiter der «All Japan Superbike Championship» und hat dort 2017 schon Rennen gewonnen. Er liegt in der Tabelle nur 5 Punkte hinter Yamaha-Star Katsuaki Nakasuga.

Takahashi kennt also die Honda CBR1000RR SP2 Fireblade in- und auswendig; er war mit der 8h-Version auch schnellster Honda-Mann in Suzuka beim Endurance-WM-Lauf.

Takahashi wird also ein echter Gradmesser für Bradl in Portugal; beide Fahrer haben noch nie en Rennen in Portimao bestritten.

«Ich habe beim Suzuka-Test schon beim ersten Mal Hochschalten in den dritten Gang gemerkt, dass sich dieses Motorrad technisch auf einem anderen Niveau befindet als mein World Superbike», erklärte Stefan Bradl.

Dazu hat Stefan Bradl mitgekriegt, dass im Red Bull Honda Team Umstrukturierungen für die Zukunft geplant sind.

Dazu gehören auch personelle Veränderungen im Honda World Superbike-Team; es ist in letzter Zeit sehr ruhig um Technical Director Pieter Breddels geworden. Für den Niederländer könnte bei ten Kate eine neue Aufgabe gesucht werden.

Ob dann der ehemalige Nicky Hayden-Crew-Chief Dino Acocella mehr Verantwortung bekommt, muss abgewartet werden. Als Italiener könnte er als Kontaktmann zu Magneti Marelli eine wichtige Rolle übernehmen; der Umstieg auf diese Motorensteuerung für 2018 gilt bei Honda als beschlossene Sache.

«Ich hoffe, dadurch werden wir 0,5 bis 0,75 Sekunden schneller», sagt Stefan Bradl. «Und wenn diese Elektronik perfekt funktioniert, kommt durch das gestiegene Vertrauen des Fahrers noch einmal eine halbe Sekunde weg.»

Momentan fehlen dem Team je nach Strecke 1,5 bis 2 Sekunden pro Runde.

Die Teilnahme von Takahashi bei den zwei SBK-Events in Portimao und Jerez (die anderen zwei Termine kollidieren mit der japanischen Meisterschaft) lässt die Hoffnung aufkeimen, dass Honda Japan künftig bei der Vorbereitung und beim Tuning der Fireblade einen verstärkten Beitrag leistet.

Ein Hinweis darauf: HRC-Techniker Makoto Nagayama wird Takahashi nach Portugal begleiten.

«Ich kenne ihn aus meinen drei Jahren bei LCR-Honda; ich habe einen guten Draht zu ihm und beim Suzuka-Test mit ihm gesprochen», sagt Stefan Bradl.

Nagayama soll gemeinsam mit Takahashi eine technische Bestandsaufnahme zur SBK-Honda machen und dank seiner japanischen Muttersprache möglichst viel Feedback an HRC liefern.

«Beim Suzuka-Motorrad des TSR-F.C.C.-Teams habe ich sofort die HRC-Handschrift erkannt. Das fing bei der Marelli-ECU an, ging über die Sitzposition, die ich aus der MotoGP kannte, bis zum Dashboard, das mir von LCR bekannt war», stellte Bradl fest.

Ein Fakt ist unbestritten: Die Basis der Honda CBR1000RR ist konkurrenzfähig. Das hat sich in Suzuka gezeigt, zeigt sich in der japanischen Meisterschaft und in anderen Rennserien. Auch in der hart umkämpften britischen Superbike-Meisterschaft hält der Australier Jason O’Halloran als Honda-Pilot in den Top-4 und Top-6 mit. In der BSB wird mit der Einheits-ECU von Motec gefahren.

Bradl liegt in der Superbike-WM an 14. Stelle. Auf den WM-Zehnten Eugene Laverty (Milwaukee Aprilia) fehlen ihm 28 Punkte. Der Bayer, der mit dem WM-Achten Leon Camier 2018 einen neuen Teamkollegen erhalten soll, hat bei 17 Rennen (im Race 1 in der Lausitz fehlte er verletzt) erst sechs Top-Ten-Plätze erreicht. Bestes Ergebnis: Rang 6 im ersten Lauf in Assen/NL.

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