Träumerei? Loris Baz will mit BMW Weltmeister werden

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
BMW-Aushängeschild Loris Baz

BMW-Aushängeschild Loris Baz

Mit knapp einer Sekunde Rückstand beendete Loris Baz (Althea BMW) auf der einzigen S1000RR im Feld die Superbike-Testfahrten auf Phillip Island als 9. «Wir haben über den Winter gute Arbeit geleistet», sagt der Franzose.

Als Joan Lascorz im April 2012 bei Testfahrten in Imola in eine Mauer krachte, sich einen Wirbel brach und seither im Rollstuhl sitzt, wurde der Franzose Loris Baz von Kawasaki aus dem Superstock-1000-Cup geholt und ins Superbike-Werksteam transferiert. Für dieses fuhr er von Mai 2012 bis Ende der Saison 2014, holte 14 Podestplätze, darunter zwei Siege. In seiner letzten Saison für Kawasaki wurde der heute 25-Jährige WM-Fünfter und wechselte anschließend in die MotoGP-Klasse. In drittklassigen Teams wie Forward und Avintia hatte er in drei Jahren im Trockenen nie die Aussicht auf starke Resultate. Seine besten Ergebnisse in 49 Grands Prix: Zwei vierte Plätze bei Mischbedingungen.

Für 2018 unterschrieb Baz einen Vertrag mit dem Team Gulf Althea BMW, die Testfahrten auf Phillip Island beendete er als Neunter – knapp eine Sekunde hinter dem Schnellsten, Kawasaki-Star Jonathan Rea. SPEEDWEEK.com traf sich mit Baz zum Interview.

Loris, bist du bereit für die Superbike-WM 2018?

Ich bin bereit, das ist sicher. Wir müssen Rennen fahren, das ist das einzig Wahre, um sich zu verbessern und Spaß zu haben. Wir haben über den Winter gute Arbeit geleistet, auch auf Phillip Island war es nicht so schlecht. Nur mit dem Wind hatte ich Probleme – wie alle. Ich fuhr auch zum ersten Mal mit den Pirelli-Reifen bei heißen Bedingungen, daran muss ich mich erst wieder gewöhnen. Das wäre sicher etwas schneller gegangen.

Was bemängelst du an der BMW?

In der Hitze ließ sich das Motorrad nicht gut einlenken. Aus den Kurven hinaus, wenn ich in Schräglage ans Gas gehe, fehlt es an Hinterradgrip. Wir arbeiten am Chassis und der Elektronik und schauen, ob wir das besser hinbekommen. Die Elektronik funktioniert nicht schlecht, lediglich die Motorbremse ist nicht in allen Kurven perfekt. Von den Top-5 bin ich aber nicht so weit entfernt.

Du wurdest am 1. Februar 25 Jahre alt: Hältst du es für möglich, dass du in Zukunft wieder MotoGP fährst?

Ja, das glaube ich. Aber jetzt bin ich zurück in der Superbike-WM und konzentriere mich darauf. Ich will hier gewinnen, ich will Weltmeister werden. Wir versuchen unser Bestes, um das so bald wie möglich zu erreichen. Wenn ich gewinne sehe ich, ob es Zeit ist, in die MotoGP-WM zurückzukehren.

Wenn du Superbike-Weltmeister werden willst, musst du momentan für das Werksteam von Kawasaki oder Ducati fahren.

Ich will ja nicht dieses Jahr Weltmeister werden. Diese Saison geben wir unser Bestes – dann sind wir mit BMW hoffentlich in einer Position, um nächstes Jahr zu gewinnen.

Seit BMW das Werksteam nach der Saison 2014 zugesperrt hat, haben sie nicht einen Podestplatz erobert.

Das ist mir klar. Aber ich hoffe, dass sie zurückkommen, wenn wir sie dazu motivieren. Wenn sie sehen, dass ich die Lücke zu den anderen schließe, dann denken sie vielleicht, dass es keine schlechte Idee ist zurückzukommen und diese Meisterschaft zu gewinnen. Vor fünf Jahren haben sie fast gewonnen, schade, dass sie es nicht geschafft haben.

Im April bekommt BMW Motorrad einen neuen Geschäftsführer, vielleicht ändert sich dann etwas?

Ich hoffe, er mag Motorräder.

Kombinierte Zeiten SBK-Test Phillip Island:

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:30,598 min
2. Marco Melandri (I), Ducati, 1,30,726
3. Tom Sykes (GB), Kawasaki, 1:30,804
4. Eugene Laverty (IRL), Aprilia, 1:31,074
5. Javier Fores (E), Ducati, 1:31,076
6. Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:31,131
7. Alex Lowes (GB), Yamaha, 1:31,370
8. Leon Camier (GB), Honda, 1:31,537
9. Loris Baz (F), BMW, 1:31,542
10. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, 1:31,579
11. Chaz Davies (GB), Ducati, 1:31,614
12. Toprak Razgatlioglu (TR), Kawasaki, 1:31,822
13. Jordi Torres (E), MV Agusta, 1:31,866
14. Leandro Mercado (RA), Kawasaki, 1:32,069
15. Jake Gagne (USA), Honda, 1:32,288
16. Troy Herfoss (AUS), Honda, 1:32,297
17. Yonny Hernandez (CO), Kawasaki, 1:32,453
18. Roman Ramos (E), Kawasaki, 1:32,520
19. Wayne Maxwell (AUS), Yamaha, 1:32,651
20. Patrick Jacobsen (USA), Honda, 1:32,663
21. Daniel Falzon (AUS), Yamaha, 1:32,828
22. Ondrej Jezek (CZ), Yamaha, 1:33,143

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