Yamaha in der Superbike-WM 2026: Schlägt Routine puren Speed?
Vor dem Start der Superbike-WM 2026 sprechen Andrea Locatelli und Teammanager Paul Denning über Erwartungen, Konkurrenzdruck und die Ausgangslage bei Yamaha.
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
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Zum Auftakt der Superbike-WM 2026 blickt Yamaha-Werkspilot Andrea Locatelli mit Respekt auf die Konkurrenz, aber auch mit Zuversicht auf die eigenen Chancen. Besonders Ducati-Pilot Nicolo Bulega gilt nach den Resultaten des Vorjahres als Favorit, doch dahinter erwartet Locatelli ein enges Feld. Der Kampf um Silber ist vor dem Saisonstart ziemlich unberechenbar. Eine Chance für das routinierte Gespann aus «Loka» und der Yamaha R1?
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«Natürlich kann alles passieren. Wir müssen bereit sein, wir müssen versuchen, vom Saisonbeginn an schnell zu sein. Letztes Jahr war Phillip Island nicht das beste Wochenende für uns, wir haben keine wirklich guten Ergebnisse erzielt», erklärte Locatelli im Vieraugen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Mit Blick auf seine persönliche Entwicklung bleibt er bewusst zurückhaltend: «Ich hoffe, dass ich jetzt mit der Erfahrung, die ich habe, und mit allem, was wir wissen, alle Puzzleteile zusammensetzen kann und schneller werde. Aber ich möchte mir kein Ziel setzen, das am Ende vielleicht kein realistisches Ziel ist.»
Klarer formuliert Yamaha-Teammanager Paul Denning die Erwartungen: Mindestens ein Sieg pro Fahrer ist das erklärte Ziel für 2026. Was sagt Locatelli zu dieser Ansage? «Wir wissen, dass es nicht einfach ist, aber warum nicht? Am Ende sind wir genau dafür hier – um zu versuchen zu gewinnen, um unser Bestes zu geben. Ich hoffe also, dass wir viele Podestplätze holen und oft um Siege kämpfen können.»
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Ducati mit MotoGP-Technik: Wie bleibt Locatelli motiviert? Eine Herausforderung bleibt die technische Ausgangslage: Die Yamaha R1 geht weitgehend unverändert in die neue Saison, während andere Hersteller – allen voran Ducati – ihre Pakete weiterentwickelt haben. Für Locatelli ist das jedoch kein Grund, die Motivation zu verlieren: «Ich würde sagen, das liegt nicht in meiner Kontrolle. Der Fokus liegt darauf, hart mit meinem Bike zu arbeiten, an mein Paket zu glauben und mit dem, was wir in der Hand haben, einen Schritt nach vorne zu machen. Über die anderen nachzudenken bringt nichts – da können wir nichts tun.»
Am vergangenen Wochenende fand in Kuala Lumpur das große MotoGP-Saisonstartevent statt. SPEEDWEEK.com-Autor Adam Wheeler mit einer Bewertung der visuell opulenten Eröffnungsveranstaltung.
Der Italiener setzt auf Kontinuität und Vertrauen, anstatt sich über den technischen Nachteil den Kopf zu zerbrechen: «Es ist nicht mein Job, über solche Dinge nachzudenken. Mein Job ist es, mich auf meine Sichtweise zu konzentrieren, hart zu arbeiten, auf mein Gefühl zu hören und mein Motorrad zu verbessern. Und ich habe schon gesagt: Wir wissen es nie. Die Regeln ändern sich, viele Dinge ändern sich. Bei jedem Rennen bringt Pirelli einen anderen Reifen. Man weiß es also nie.» Beispiele aus der Vorsaison geben ihm recht: «Letztes Jahr war Phillip Island schwierig für uns, aber später habe ich in Portimao ein Podium geholt. Und in Assen habe ich dann ein Rennen gewonnen. Wir müssen bereit sein, daran glauben und in jedem Fall stärker werden.»
Seine Vertragsverlängerung interpretiert Locatelli als klares Bekenntnis: «Ich habe mich entschieden, zwei weitere Jahre bei Yamaha zu bleiben, weil ich an dieses Projekt glauben will. Ich will das Niveau gemeinsam mit ihnen steigern, nach vorne schauen. Sagen wir so: Ein bisschen drücken wir auch die Daumen, aber ich will an das glauben, was ich habe und was ich kenne, und das Maximum herausholen.» Verregneter Testwinter: Yamaha im Vorteil? Die Vorbereitung auf die neue Saison verlief allerdings schwierig. Die Wintertests waren stark vom Regen geprägt, sodass aussagekräftige Testrunden im Trockenen kaum möglich waren. Einige Insider sehen in den verregneten Vorsaison-Tests in Jerez und Portimao einen potenziellen Vorteil für Yamaha, die das Rennteam mit dem Paket sehr vertraut ist.
Denning sieht das nur bedingt so: «Das ist wirklich schwer zu sagen, denn natürlich haben wir viele neue Dinge, bei denen wir gerne die Möglichkeit gehabt hätten zu bestätigen, ob diese oder jene Richtung richtig ist. Es gilt für alle Teams und alle Motorräder – besonders für neue Bikes oder neue Fahrer auf neuen Bikes. Ich kann also nicht sagen, dass es ein Vorteil ist.» Dennoch erkennt der Teammanager positive Ansätze, insbesondere bei der Fahrerseite. «Mit Locatelli haben wir auf jeden Fall einen Fahrer, der das Motorrad in- und auswendig kennt – kein Problem. Xavi (Vierge) ist nur vier Tage auf einer Strecke gefahren, daher ist es schwer einzuschätzen, ob sein Gefühl und sein Vertrauen überall gleich sein werden. Aber wirklich ermutigend war seine erste Runde beim Test in Jerez nach zwei Monaten Pause und mit nicht so vielen Kilometern Erfahrung vorher. Er war sofort schnell, und die Abstimmung mit dem Bike scheint sehr gut zu sein.» Für Denning steht fest, dass es jetzt vor allem auf Haltung und Konstanz ankommt: «Wir müssen also positiv bleiben, die Arbeit weiterführen, die wir gemacht haben – nicht nur auf der Strecke, sondern auch in der Vorbereitung in der Box. Und wir müssen mit einer positiven Einstellung nach Australien gehen, denn eines ist sicher: Es ist für alle das gleiche Problem.»
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