MV-Agusta-Sensation: Jordi Torres hält sich für dumm

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Jordi Torres

Jordi Torres

Um die Winzigkeit von 0,070 sec verpasste MV Agusta mit Jordi Torres am Freitag bei der Superbike-WM in Buriram/Thailand die Bestzeit. «So nahe waren wir der Spitze noch nie», freute sich Teamprinzipal Andrea Quadranti.

«Auf dieser Strecke funktioniert unser Motorrad gut und ich fühle mich wohl», meinte Jordi Torres nach seinem grandiosen dritten Platz nach den drei freien Trainings am Freitag. Auf die Bestzeit von Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) büßte er auf der einzigen MV Agusta im Feld nur 0,070 sec ein, der Zweitplatzierte Tom Sykes (Kawasaki) war winzige 0,013 sec schneller. «Es ist schwierig, immer alles auf den Punkt zu bekommen. Wir wissen, dass Konstanz der Schlüssel zum Erfolg ist. Das Motorrad reagiert schon auf kleinste Veränderungen empfindlich, das Team kennt das Bike aber sehr genau. Unsere Pace ist gut, wie es in den Rennen laufen wird, ist wegen der Hitze aber schwer vorherzusagen.»

Teamprinzipal Andrea Quadranti strahlte angesichts des Ergebnisses vom einen Ohr zum anderen. «So nahe waren wir der Spitze noch nie», meinte der Schweizer. «Dabei haben wir am Motorrad gegenüber Australien nichts geändert. Die neuen technischen Regeln funktionieren, schon bald kann jeder Hersteller gewinnen.»

«Der Grund für das starke Resultat ist wohl, dass ich das Motorrad immer besser verstehe», schilderte Torres SPEEDWEEK.com. «Ich gebe dir ein Beispiel. Ich würde Kurvenmitte gerne schneller fahren, das wirkt sich mit der MV Agusta aber nicht positiv auf die Rundenzeit aus. In meine, dass ich so schneller fahren würde, aber die Rundenzeit sagt etwas anderes. Die Jungs bei MV Agusta haben viel Erfahrung und wissen sehr genau, wie der Pilot fahren muss. Sie erklären mir alles unendlich oft und am Ende lerne ich ein kleines Bisschen. Ich bin nur ein dummer Rennfahrer, das weißt du.»

Das mangelnde Gefühl fürs Vorderrad am Kurveneingang ist verschwunden? Du hast dich nach den Testfahrten in Jerez und beim Saisonstart in Australien darüber beschwert.

«Die Probleme sind nicht weg, aber ich verstehe die Front jetzt besser», bemerkte der Spanier. «Ich weiß jetzt besser, welchen Vorderreifen ich wählen muss. Ich meine die ganze Zeit, dass ich am Limit bin, weil ich die Front nicht perfekt verstehe. Dabei ist es gar nicht so.»

MV Agusta hat es in der Superbike-WM noch nie aufs Podium geschafft, Leon Camier war als Vierter mehrfach nahe dran. Die Erwartungshaltung der Fans an dich ist riesig!

«Setzt mich nicht so unter Druck», grinste Torres. «Das ist zu viel. Die Strecke in Buriram ist perfekt für MV Agusta, hier gibt es keine allzu langen Geraden. Auch die Stabilität des Bikes ist sehr gut. Ich habe hier die ganze Zeit das Gefühl, dass ich so spät wie kein anderer auf der Bremse bin, dabei bremse ich an der genau gleichen Stelle. Aber das ist gut für den Kopf.»

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