Eugene Laverty: Abrechnung mit Aprilia-Entwicklung

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Eugene Laverty: Jetzt ist es vorbei mit der Political-Correctness

Eugene Laverty: Jetzt ist es vorbei mit der Political-Correctness

Kein anderes Motorrad hat derartige Leistungsschwankungen wie die Aprilia RSV4: Mal fahren Eugen Laverty und Lorenzo Savadori Bestzeit, dann schaffen sie es kaum in die Top-10.

Von 2010 bis 2015 war die Aprilia RSV4 eines der besten Superbikes im Fahrerlager; 2010, 2012 und 2014 wurde mit Max Biaggi und Sylvain Guintoli der Fahrer-Titel gewonnen.

Nach der Saison 2014 stieg der Hersteller aus Noale werksseitig aus, Leon Haslam und Jordi Torres fuhren 2015 aber noch regelmäßig aufs Podium, eroberten sogar Siege und belegten die WM-Ränge 4 und 5.

Seither sieht es bei Aprilia düster aus, die Konzentration liegt auf der MotoGP-WM.

Für 2017 fand Aprilia im Milwaukee-Team einen starken Partner, im ersten gemeinsamen Jahr wurden es für Eugene Laverty und Lorenzo Savadori aber nur die WM-Ränge 10 und 11, nicht ein Podestplatz sprang heraus.

Während der Wintertests und den ersten beiden Events in Australien und Thailand hatte es immer wieder den Anschein, als hätte Aprilia die Kurve gekriegt. Laverty und Savadori brillierten in diversen Trainings und auch der Superpole mit Spitzenzeiten, zu starken Rennergebnissen reichte es aber nie. Am nächsten kam Laverty dem ersten Aprilia-Podestplatz im Trockenen seit November 2015 im zweiten Rennen auf Phillip Island, wo er in der dritten Runde in Führung liegend stürzte.

In Buriram der nächste Tiefschlag: Nur die Plätze 9 (Laverty) sowie 12 und 9 (Savadori) in den Rennen. Im Gesamtstand liegt Laverty nach seinem Sturz im zweiten Thailand-Lauf auf dem blamablen elften Platz. Savadori hat verletzungsbedingt beide Australien-Rennen verpasst und ist nur Gesamt-15.

Wo rühren die krassen Leistungsschwankungen in den Trainings und Rennen her, fragte SPEEDWEEK.com bei Eugene Laverty nach.

«Wir finden schnell einen guten Rhythmus, können uns dann aber nicht mehr verbessern», fasste Laverty sein Thailand-Wochenende zusammen. «Ich kann jetzt nicht eine Sache nennen, woran das liegt. Fakt ist, dass unser Motorrad nicht so leicht zu handhaben ist, wie die Bikes der anderen. Wenn ich attackieren will, bin ich nur Passagier. Ich kämpfe gegen das Bike, es gibt mir keine Rückmeldungen. Das Motorrad wurde so entwickelt, wie es Max Biaggi zusagte. Du musst das Motorrad fahren lassen, kannst aber nicht damit attackieren, dadurch wirst du nicht schneller. Mein Fahrstil ist wie der von Biaggi, ich kann nicht noch ruhiger und runder fahren, das funktioniert heute nicht mehr. Als wir die 17-Zoll-Reifen bekamen, mussten wir den Fahrstil umstellen, diese Vorderreifen muss man viel aggressiver rannehmen.»

«Die anderen Motorräder wurden während der letzten Jahre immer schneller», bemerkte der Nordire. «Unser Motorrad ist nicht agil, das war die Aprilia nie. Jeder meint, dass die Aprilia immer fantastisch war, sie war aber noch nie agil. Die anderen Maschinen waren das auch nie, heute sind sie es aber. Sie haben sich in diesem Bereich enorm verbessert. Deshalb sind wir zurückgefallen.»

Letztlich ist die heutige Situation das Resultat nicht vorhandener Entwicklung in den letzten vier Jahren? «Das ist die richtige Analyse», stimmte Laverty SPEEDWEEK.com zu. «Jedes Motorrad hat Schwächen, die Kawasaki zerstörte früher die Reifen. Ich weiß, was die Aprilia leisten kann, dazu müssen wir sie aber in dem angesprochenen Bereich besser machen. Und dafür müssen wir zum Testen, da führt kein Weg dran vorbei. In der Werkstatt werden wir kaum Verbesserungen finden.»

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