Audi von Nico Hülkenberg: Gründe für die radikalen Änderungen in Bahrain
Audi verblüfft in Bahrain mit einem komplett umgekrempelten Auto, früher wurde so etwas eine B-Version genannt. Audi-Teamchef Jonathan Wheatley spricht über die Gründe für diesen Schritt.
Audi fährt hier in Bahrain mit ganz anderen Seitenkästen als beim Barcelona-Test, erheblich schlanker und stärker eingeschnitten, die Lufteinlässe nicht mehr waagrecht, sondern senkrecht angeordnet, die Motorverkleidung extrem eng geschneidert. Die Einlässe erinnern an die Lösung von Mercedes 2022.
Wieso hat sich Audi zu diesem Vorgehen mit Basis-Modell und dann der Entwicklung hier in Arabien entschlossen? Der 58-jährige Audi-Teamchef Jonathan Wheatley sagt: «Wir haben die Crash-Tests der FIA recht früh bestanden und dann das Auto zusammengebaut.»
«Im Vergleich zum ausgeklügelten Aero-Paket, das wir jetzt im Auto haben, war die erste Version ziemlich grob, aber wir wollten zunächst einmal einfach fahren, Kilometer abspulen und lernen – das stand zunächst im Mittelpunkt.»
Der Brite stellt seiner Mannschaft ein gutes Zwischenzeugnis aus: «Ich bin durchaus angetan. Die Leute achten stark auf uns, und sie können unseren Ehrgeiz erkennen.»
Im Hintergrund schwelt der Streit um den Motorenkniff von Mercedes weiter. Das Verdichtungsverhältnis des Motors wird von den Regelhütern der FIA statisch und bei Umgebungstemperatur gemessen, es liegt 2026 bei 16:1. Der Knackpunkt – Mercedes profitiert von der Wärmeausdehnung im Betrieb des Motors, um eine höhere Verdichtung zu erreichen (18:1). Und das ergäbe Vorteile in Sachen Leistung und Effizienz. Die Rede ist von einem Plus von 15 bis 20 PS oder (je nach Art Rennstrecke) 0,2 bis 0,3 Sekunden pro Runde oder 15 bis 20 Sekunden auf eine Renndistanz.
Motoren: FIA in der Zwickmühle
Nikolas Tombazis von der FIA: «Ich habe die Absicht, dass wir bis zum Start in Melbourne eine Lösung finden. Wir wollen keinen Streit. Aber wir wollen natürlich auch, dass der Wettkampf auf der Strecke ausgetragen wird und nicht vor Gericht oder dem Raum der Stewards.»
«Wenn sich die Regeln so stark ändern, gibt es halt immer Punkte, die man so nicht vorhersehen kann. Die Teams beschäftigen tausende Ingenieure. Da ist es klar, dass sie manchmal etwas finden, das bei uns keiner auf dem Radar hatte.»
«Wir wollen eine Meisterschaft als Wettkampf zwischen den besten Fahrern, den besten Ingenieuren und den besten Teams kommt. Wir wollen keine Meisterschaft der cleversten Regel-Auslegung.»
Die FIA steht vor einer kniffligen Aufgabe: Mercedes hat viel Geld investiert, um das Reglement geschickt auszulegen. Sie rüsten vier Teams aus. Eine intelligente Nutzung einer Regellücke sollte nicht bestraft werden. Allerdings will der Autosport-Weltverband auch nicht, dass die Konkurrenz ein Jahr lang hinterherfährt. Eine echte Zwickmühle für die FIA.
Audi-Teamchef Wheatley: «Wir sind regelkonform»
Audi-Teamchef Wheatley bleibt, angesprochen auf die Kontroverse, sehr diplomatisch: «Ich weiss, wie eng die Antriebshersteller mit der FIA arbeiten. Ich weiss auch, worum wir gebeten wurden zu testen, vorzuweisen und zu messen. Ich habe der FIA gegenüber absolutes Vertrauen. Die FIA war schon immer dafür da, um sicherzustellen, dass es ein fairer Wettbewerb ist.“
«Bei der Entwicklung eines Motors wird die FIA eng in die Entscheidungen eingebunden. Und genau das haben wir getan. Wir haben alle Zusicherungen erhalten, dass das, was wir tun, regelkonform ist.»
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