Brünn: Die Statistik spricht für Ducati und Melandri

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Kann sich Marco Melandri in Brünn aus dem Tief fahren?

Kann sich Marco Melandri in Brünn aus dem Tief fahren?

Erstmals seit fünf Jahren findet in Brünn wieder ein Meeting der Superbike-WM statt. Als die seriennahe Motorradweltmeisterschaft 2012 zum letzten Mal in Tschechien gastierte, dominierten andere Namen als heute.

Zehn Meetings der Superbike-WM fanden auf dem 5,4 km langen Kurs in Tschechien statt. Zuerst 1993, dann wieder 1996 sowie zwischen 2005 und 2012. Die idyllisch gelegene Rennstrecke war bei Fahrern und Fans gleichermaßen beliebt, fiel aber wegen Desinteresse seitens des Veranstalters aus dem Kalender. 

Der Hersteller mit den meisten Siegen ist Ducati, wobei Troy Bayliss 2008 für die letzten beide Siege eines V2-Motorrades aus Bologna sorgte. Neben Doppelsieger Bayliss haben Troy Corser (2x/1996) und Carl Fogarty (1x/1993) für Ducati Laufsiege eingefahren. Dazu stehen für die Italiener acht schnellste Runden und drei Pole-Position zu Buche. Etwas überraschend räumte Suzuki die zweitmeisten Siege ab (Corser, Kagayama, Biaggi).

Kawasaki, seit 2013 der erfolgreichste Hersteller überhaupt, spielte in Brünn bisher keine Rolle. Nur 1993 konnte Scott Russel einen Laufsieg einfahren.

Marke Siege Schn.Rd. Pole
Ducati 5 8 3
Suzuki 4 2 1
Yamaha 3 8 4
Aprilia 3 1 1
BMW 2
Honda 2
Kawasaki 1 1 1

 

Die Fahrer-Statistik wird wenig überraschend von Max Biaggi angeführt. Der Italiener, der Brünn stets als sein Wohnzimmer bezeichnete, gewann viermal in der Superbike-WM, in allen Rennserien zusammen sogar elfmal. Dem Römer folgen mit je drei Siegen Troy Corser und Marco Melandri.

Erstaunlich: Melandri sammelte seine Erfolge bei nur vier Starts in der Superbike-WM, das macht eine Siegquote von 75%! Von den aktuellen Superbike-Piloten konnte ansonsten nur Jonathan Rea einen Sieg einfahren – 2010 auf Honda.  

Beim letzten Superbike-Event in Brünn 2012 standen von den aktuellen Piloten neben Melandri und Rea auch Leon Camier (Honda), Chaz Davies (Ducati), Eugene Laverty (Aprilia), Tom Sykes (Kawasaki) und Loris Baz (BMW) in der Startaufstellung.

Name Siege Schn.Rd. Pole
Max Biaggi (I)
4 1 1
Troy Corser (AUS) 3 4 2
Marco Melandri (I) 3 2
Troy Bayliss (AUS) 2 1 1
Yukio Kagayama (J) 2 1
Noriyuki Haga (J) 1 3 2
Carl Fogarty (GB) 1 2 1
Jonathan Rea (GB) 1
Scott Russell (USA)
1
Ben Spies (USA) 1 1
James Toseland (GB) 1
Cal Crutchlow (GB) 2 1
Michel Fabrizio (I) 2
Tom Sykes (GB) 1 1
Carlos Checa (E) 1

 

Dank der Siege von Biaggi und Melandri führt Italien mit sieben Siegen die Nationenwertung an. Australien hat den zweiten Rang Troy Corser und Troy Bayliss zu verdanken. Für England waren Carl Fogarty, James Toseland und Jonathan Rea erfolgreich.

Nation Siege Schn.Rd. Pole
Italien 7 5 1
Australien
5 5 3
Großbrittanien 3 5 3
Japan 3 4 2
USA 2 1
Spanien 1

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