Chaz Davies ist für Ducati nur in der SBK-WM wertvoll

Von Gordon Ritchie
Superbike-WM
Wo verschlägt es Chaz Davies (li.) für 2019 hin?

Wo verschlägt es Chaz Davies (li.) für 2019 hin?

Seine ersten fünf WM-Jahre verbrachte Chaz Davies im MotoGP-Paddock. «Dort die richtige Möglichkeit zu bekommen, ist verzwickt», weiß der 31-Jährige, der für die Superbike-WM 2019 mit drei Herstellern verhandelt.

Das Ducati-Werksteam würde gerne mit seinem jetzigen Duo Chaz Davies und Marco Melandri weitermachen. Weil der Hersteller aus Bologna für 2019 aber die neue V4-Maschine bringt, haben die beiden Fahrer Zweifel und sprechen deshalb auch mit den Werksteams von Kawasaki und Yamaha.

«Es ist offensichtlich, dass hinter dem neuen Bike ein Fragezeichen steht», hielt Davies fest. «Eine neue Maschine braucht immer Zeit, um entwickelt zu werden. Ich muss mir die Frage stellen, ob ich dieses Risiko eingehen will. Es könnte uns eine lange Entwicklungsphase bevorstehen. Zwei Monate, sechs Monate oder ein Jahr. Das weiß man nicht. Es hat lange gedauert, um mit der aktuellen Maschine zu gewinnen. Man muss damit rechnen, dass es auch mit dem Nachfolgemodell so laufen kann. Ich muss herausfinden, was die verschiedenen Parteien planen. Noch habe ich nichts Unterschriftsreifes vorliegen.»

Das Thema MotoGP ist für den Waliser aktuell keines. Davies fuhr sein erstes Jahr in der Weltmeisterschaft (2002) 125er und anschließend vier Jahre 250er, bevor er sich zu den seriennahen Motorrädern verabschiedete. Nach drei Jahren in der US-Meisterschaft wechselte er 2009 in die Supersport-WM, welche er 2011 auf Yamaha gewann. Seit 2012 ist der 31-Jährige bei den Superbikes unterwegs und eroberte auf Aprilia, BMW und Ducati 75 Podestplätze, darunter 29 Siege. Die Weltmeisterschaft schloss er auf den Rängen 9, 5, 6, 2, 3 und 2 ab, vor den Rennen in Laguna Seca an diesem Wochenende ist Davies hinter Kawasaki-Werksfahrer Jonathan Rea WM-Zweiter.

«Ich habe nicht ausgelotet, ob ich in der MotoGP-Klasse unterkommen könnte», hielt Davies in Laguna Seca im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Ich bin realistisch: In MotoGP die richtige Möglichkeit zu bekommen, ist verzwickt. Das wurde mit Ducati auch nie wirklich diskutiert. Wo ich eine Möglichkeit für mich sehe, orten sie das Risiko, mich auf diese Maschine zu setzen. Ducati sieht mich lieber bei den Superbikes um den WM-Titel kämpfen, was ich verstehe. Auch wenn mein persönlicher Anspruch anders aussieht.»

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