Portimao: Viele Touristen, wenige Fans, 6 Mal Pleite

Kolumne von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Bei keinen anderen Events der Superbike-WM lassen sich Urlaub am Meer und Racing so vorzüglich verbinden wie in Misano und Portimao. Ein Besuch der Algarve im Süden Portugals lohnt sich.

Seit der Eröffnung des Autodromo Internacional Algarve hat sich viel getan. Ich erinnere mich noch gut: Am ersten November-Wochenende 2008 wurde die Strecke offiziell mit dem Saisonfinale der Superbike-WM eingeweiht. Troy Bayliss gewann damals beide Rennen, fuhr jeweils die schnellste Rennrunde und stand bereits vorher als Weltmeister fest.

Wie dieses Jahr mit Argentinien fragten sich die Menschen des Superbike-Fahrerlagers damals, ob die Rennstrecke rechtzeitig fertig wird. Als die Teams am Mittwoch vor dem Rennen Richtung Paddock strömten, wurden gerade die letzten Asphaltschichten auf der breiten Zufahrtstraße gelegt. Zehn Jahre später ist besagte Straße in Stücken schon zum zweiten Mal asphaltiert, weil sie sich stellenweise als Waschbrett gebärdet.

Das zirka 300 Hektar große Areal um die Rennstrecke herum hat sich die letzte Dekade in vielen Bereichen zum Positiven verändert. Inzwischen gibt es auch eine große Kartstrecke, einen Technologiepark, einen Sportkomplex, ein Offroad-Areal sowie mehrere Restaurants.

Oberhalb der Renntrecke thront das exzellente Fünf-Sterne-Hotel «Pestana Algarve Race», in welchem dem Namen entsprechend alles an den Rennsport angelehnt ist. Das Restaurant, die Bar und die Konferenzräume sind nach berühmten Rennfahrern wie Formel-1-Ikone Nelson Piquet benannt, alte Reifen dienen als Deko, ein Zweisitzer-Superbike steht in der Aula. Wer auf der Terrasse sitzt, kann seinen Blick über die Rennstrecke schweifen lassen.

Neben zusätzlichen Parkplätzen wurden große Photovoltaikflächen installiert, im Hinterland drehen sich auf den Bergspitzen einige Windräder.

Neben Portimao gibt es nur in Misano eine derart reizvolle Mischung aus Urlaubsregion am Meer und Rennstrecke.

Der Flughafen in Faro ist 85 Kilometer entfernt und innerhalb einer knappen Stunde über die kostenpflichtige Autobahn zu erreichen, die parallel zur Atlantikküste westlich von Gibraltar verläuft.

Die Region ist bekannt für ihre fabelhaften, hellgelben Sandstrände und atemraubende Golfplätze mit dazugehörigen Luxus-Ressorts.

Wer den Trubel liebt und auf Party sinnt, der geht nach Albufeira, Portimao oder Lagos und verausgabt sich im Nachtleben.

Urlauber, die auf Ruhe und Entspannung hoffen, orientieren sich von Faro aus nach Osten Richtung Spanien. Dort gibt es wundervolle und noch recht urtümliche Hafenstädte wie Olhao oder Tavira. Und wahre Schmuckörtchen wie Cabanas und Santa Luzia mit langen Promenaden, die zum Schlendern und Speisen einladen.

Santa Luzia nennt sich selbst die «Oktopus-Hauptstadt der Welt», in den dortigen Restaurants bekommt man den achtarmigen Meeresbewohner in allen denkbaren Varianten serviert.

Natürlich stehen Meeresfrüchte und Fisch an der Algarve oben auf der Karte, die portugiesische Küche weiß aber auch mit Rind, Schwein, Geflügel und Paella zu begeistern.

Und ganz nebenbei ist auch der Rennsport in Portimao hervorragend. Dass es die Anlage noch gibt, ist der öffentlichen Hand zu verdanken. «Gefühlt war die Strecke schon sechsmal pleite, jetzt gehört sie der Stadt Portimao», verriet mein Herbergsvater, der ursprünglich aus Brüssel stammt und sich mit seiner Frau in Portugal ein zweites, deutlich ruhigeres Leben aufgebaut hat. «Leider gibt es in der Region zu wenige Leute, die sich für Rennsport interessieren, in Estoril ist das viel besser. In Portimao gibt es nur jede Menge Touristen.»

Positiv: Seit 2013 kamen jedes Jahr mehr Fans zum Rennen, dieses Wochenende kamen über drei Tage 50.000 Zuschauer, die Hälfte davon am Sonntag.

Meine Empfehlung: Genießen Sie bei ihrem nächsten Urlaub die Algarve – und ein Rennen in Portimao.

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