Sandro Cortese: Der SBK-WM einen Riesenschritt näher

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Sandro Cortese (li.) mit Yamaha-Rennchef Eric de Seynes

Sandro Cortese (li.) mit Yamaha-Rennchef Eric de Seynes

Auch wenn er noch keinen Vertrag unterschrieben hat, lässt sich fast sicher sagen, dass Sandro Cortese 2019 Superbike-WM fahren wird. Auf einmal hat auch Marco Melandri bei GRT Yamaha wieder Chancen.

Schon vor dem Finale in Katar am 27. Oktober steht Supersport-Rookie Sandro Cortese aus dem Team Kallio Yamaha als Vizeweltmeister fest. Der 28-Jährige kommt mit sechs Punkten Vorsprung auf Jules Cluzel nach Doha und hat beste Chancen, nach seinem Moto3-Titel 2012 zum zweiten Mal Weltmeister zu werden.

Unabhängig vom WM-Ausgang laufen die Planungen für 2019. Seit Wochen galt es bei Yamaha Motor Europe als fix, dass der Franzose Lucas Mahias, Supersport-Weltmeister 2017, nächstes Jahr bei GRT Yamaha eine Werks-R1 in der Superbike-WM pilotieren wird. Für den Platz neben ihm kamen Cortese und der Italiener Federico Caricasulo in Frage.

Seit heute wissen wir: Alles wird anders kommen.

Mahias unterschrieb vergangenen Sonntag einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Kawasaki Puccetti und wird 2019 ein weiteres Jahr Supersport-WM fahren. Sollte er zum zweiten Mal Weltmeister werden, ist ihm für 2020 der Aufstieg in die Superbike-WM garantiert – mit identischem Material, wie es das Werksteam um Jonathan Rea hat.

2017 und 2018 wurde Mahias von Yamaha aufgebaut, er galt als Protegé von Rennchef und Landsmann Eric de Seynes.

Dass er Yamaha abblitzen ließ, hat zwei Gründe: Bei Kawasaki verdient er dreimal so viel Grundgehalt; dazu gaben ihm die Grünen gaben einen Zwei-Jahres-Vertrag. Yamaha bot nur einen Ein-Jahres-Vertrag an.

Allem Anschein nach hat sich auch Caricasulo gegen das Superbike-Projekt von GRT Yamaha entschieden. Stand heute wird der 22-Jährige nächste Saison weiterhin Supersport-WM fahren, dann an der Seite von Corentin Perolari bei GMT94 Yamaha.

Für Cortese hingegen ist seit Monaten klar: Er will 2019 Superbike-WM fahren. Es ist davon auszugehen, dass der Supersport-WM-Leader bis Ende Oktober unterschreiben wird.

Nachdem Mahias und Caricasulo für GRT nicht mehr verfügbar sind, ist Marco Melandri wieder im Spiel. Der Italiener hat sich monatelang um einen der GRT-Plätze bemüht, mit 36 Jahren passt er aber nicht ins Nachwuchskonzept von Yamaha, dem die Satelliten-Truppe GRT eigentlich verpflichtet sein soll.

Zu einem Stolperstein könnte außerdem Melandris Gehaltsvorstellung werden. Auch wenn sein Grundgehalt im Ducati-Werksteam so gering wie das keines anderen Spitzenfahrers ist, liegt es weit über den 30.000 Euro, die Yamaha Mahias angeboten hat.

Mit seinem weltweit bekannten Namen wäre Melandri für das neue Superbike-Projekt GRT aber ein Zugpferd sondergleichen für Sponsoren und Medien.

Melandris Material wäre exquisit: Die GRT-Piloten bekommen von Yamaha die gleichen Maschinen wie Michael van der Mark und Alex Lowes im Werksteam.

Jetzt hat sich auch WM-Promoter Dorna in die Verhandlungen eingeschaltet. Der sehr wichtige TV-Vertrag für Italien mit Mediaset läuft aus. Aller Voraussicht nach macht die Dorna für SBK einen Deal mit PayTV-Sender Sky, der auch die MotoGP-Klassen überträgt. Ohne einen zugkräftigen Star wie Marco Melandri ist das Produkt Superbike-WM in Italien nicht viel wert.

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