Kawasaki und Haslam: Ganz anders als beim ersten Date

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Leon Haslam (li.) mit seinem Crew-Chief Marcel Duinker

Leon Haslam (li.) mit seinem Crew-Chief Marcel Duinker

Ende Januar testen die meisten Teams der Superbike-WM 2019 in Jerez und Portimao. Kawasaki-Werksfahrer Leon Haslam hat noch sechs Tage Zeit, um sich vor dem Saisonstart an die ZX-10RR anzupassen.

Die Topteams testen noch jeweils zwei Tage in Jerez, Portimao und auf Phillip Island, bevor am letzten Februar-Wochenende in Südaustralien die Superbike-Weltmeisterschaft 2019 beginnt. Je zwei Testtage in Aragon und Jerez im November hat Kawasaki-Neuzugang Leon Haslam bereits hinter sich.

Die letzten drei Jahre pilotierte der Engländer in der Britischen Superbike-Meisterschaft eine Kawasaki, an der keine elektronischen Hilfsmittel erlaubt waren. Die Umstellung auf die WM-Maschine ist für den BSB-Champion schwierig.

Doch nicht nur für Haslam ist alles neu, auch sein Crew-Chief Marcel Duinker muss sich nach sieben Jahren an der Seite von Tom Sykes umstellen. SPEEDWEEK.com sprach mit dem 41-jährigen Niederländer, wie sich Haslam schlägt.

Marcel, wenn wir Jonathan Rea außen vor lassen, dann war Haslam bei den ersten Tests gut dabei. Der Rückstand auf sein Teamkollege war mit über einer Sekunde aber gewaltig.

Nun, zum einen war Leon bereits drei Jahre raus aus der Superbike-WM und fuhr in der BSB weniger ausgefeilte Bikes. Außerdem hatte er noch nie die größeren Pirelli-Reifen verwendet. Die anderen Piloten sind mittlerweile viele Runden damit gefahren und daran gewöhnt. Leon ist noch dabei, das Limit dieser Reifen herauszufinden. Er muss sich an vieles gewöhnen, letztendlich wurde er aber sukzessive immer schneller und hat sein Bike immer besser an sich angepasst. Von Jonathan einmal abgesehen, fehlte nicht viel auf die anderen Top-Piloten von Ducati und Yamaha. Ich bewerte das sehr positiv.

Du hast sieben Jahre als Crew-Chief mit Tom Sykes gearbeitet. Was ist mit Leon Haslam anders?

Nun, da ist zuerst einmal ein anderer Mensch in der Box, der andere Ideen hinsichtlich der Abstimmung mitbringt und wie das Bike gefahren wird. Am Ende hat jeder Fahrer seine Schwankungen, man muss sich also permanent aufeinander einstellen. Wirklich wichtig und sehr angenehm ist, dass Leon ein komplett bodenständiger und sehr netter Bursche ist. Eine gute Beziehung zwischen dem Crew-Chief und Fahrer ist essentiell. Leon bringt einen Fundus an Erfahrung aus verschiedenen Serien und mit unterschiedlichen Motorrädern mit.

War euer erster Test wie das erste Date mit einer Frau: Man weiß nicht, wie der andere reagiert und wie man Dinge anspricht?

Nein, gar nicht. Ich habe alles genauso gemacht wie früher mit Tom, nur mit ihm ging es irgendwann quasi automatisch. Das macht die Sache einerseits leichter, es kann aber auch mal nicht zum Vorteil sein. Jetzt gibt es neuen Input und neue Herangehensweisen – das habe ich schon nach nur einem Tag mit Leon festgestellt. Es gibt neue Funktionen in der Gleichung, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen.

Mit welcher Abstimmung habt ihr angefangen zu arbeiten? Mit der von Rea oder Sykes?

Wir hatten zwei Bikes zur Verfügung und haben beide ausprobiert. Du kannst dir sicher ausmalen, für was er sich entschieden hat. (Für die Sykes-Abstimmung – der Autor)

Aus Sicht des Herstellers kann es Vorteile haben, wenn man verschiedene Wege einschlägt.

Letztes Jahr war die Differenz zwischen unseren beiden Fahrer nicht sehr groß. Wenn ein Fahrer sagt, er hätte eine komplett andere Richtung eingeschlagen, dann ist da in Wirklichkeit nicht viel dran. Er meint dann ausschließlich das Set-up. Um ein Motorrad zu einem siegfähigen Paket zu entwickeln, sind ein enormer Aufwand und viel Know-how erforderlich. Die Anpassung an die jeweilige Rennstrecke und den individuellen Fahrstil ist eine Frage von einem Millimeter mehr oder weniger an dieser oder jener Stelle. Im Vergleich zum Aufwand davor, ist das ein Kinderspiel.

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