Superbike-WM

Exklusiv: Auf welches Konzept Kawasaki 2020 setzt

Von - 09.05.2019 18:15

Seitdem Alvaro Bautista mit der neuen Ducati Panigale V4R in der Superbike-WM Rennen um Rennen gewinnt, fragen sich die Konstrukteure und Manager, welches Motorenkonzept das vielversprechendste ist.

Die letzten 20 Jahre sahen wir in der Superbike-WM lediglich zwei Modelle mit einem V4-Motor: Die Aprilia RSV4 sowie die Ducati Panigale V4R.

Honda schwenkte nach der Saison 1999 von der RC45 mit dem V4-Motor auf den Twin der VTR 1000 um, mit dem Colin Edwards 2000 und 2002 Weltmeister wurde. Seit 2004 setzt Honda auf die CBR1000RR Fireblade mit einem Reihenvierzylinder, auch BMW, Kawasaki, MV Agusta, Suzuki und Yamaha vertrauen auf dieses Konzept.

Kawasaki hat seit 2015 mit Jonathan Rea vier WM-Titel in Folge gewonnen, war in den ersten elf Rennen 2019 gegen Alvaro Bautista auf seiner Ducati V4R aber machtlos.

«Wir sind nicht in der Meisterschaft, nur um dabei zu sein», unterstrich Kawasaki-Rennchef Ichiro Yoda im Exklusiv-Interview mit SPEEDWEEK.com in Imola, wo kommendes Wochenende der fünfte SBK-Event des Jahres stattfindet. «Intern herrscht bei Kawasaki die Meinung, dass, wenn Ducati mit diesem Motorrad nächste Saison weitermacht, wir auch so eine Maschine brauchen. Wir diskutieren das, bald wird es eine Entscheidung geben. Es sieht so aus, als wären die Entscheidungsträger bei Kawasaki offen für eine solche Lösung. Die Motorräder in der Superbike-WM basieren auf Serienmaschinen. Unser Mitbewerber hat ein sehr schnelles Motorrad gebaut, Kawasaki weiß, was zu tun ist.»

Sieht die Zukunft so aus, dass die Hersteller spezielle Superbikes um die maximal erlaubten 40.000 Euro Verkaufspreis für die Serienmaschine bauen müssen, um erfolgreich zu sein?

Es hat den Anschein, sofern die Regeln für die nächsten Jahre gleich bleiben. Ich hoffe, die Dorna lässt die Regeln, wie sie sind. Wenigstens für zwei oder drei Jahre, sonst vergeuden wir nur Geld. Deshalb bin ich etwas ängstlich, Kawasaki Heavy Industries anzutreiben, ein neues Motorrad zu bauen. Wenn die Regeln dauernd geändert werden, ist das frustrierend.

Geht es bei Kawasaki 2020 mit einem Reihenvierzylinder weiter oder erfolgt der Umstieg auf einen V4-Motor oder gar einen 1200-ccm-Twin?

Wir haben aus der MotoGP-WM viel Erfahrung mit leistungsstarken Reihenvierzylinder-Motoren. Yamaha und Suzuki setzen in MotoGP auf einen Reihenvierzylinder und sind damit gegen den V-Motor von Honda konkurrenzfähig. In meinen Augen kommt es nicht darauf an, ob man sich für einen V- oder Reihenmotor entscheidet, sondern wie man ihn baut.

Als ich damals von Yamaha zu Kawasaki wechselte, war Valentino Rossi der letzte Fahrer, mit dem ich dort zusammengearbeitet habe. Er kam nach der Saison 2003 von Honda, wo er einen V5-Motor gefahren ist, und stieg bei Yamaha auf den Reihenvierzylinder. Valentino sagte damals, dass beide Konzepte ihre Vor- und Nachteile hätten.

Ihr macht also mit dem Reihenvierzylinder weiter?

Davon gehe ich aus. Kawasaki hat eine lange Geschichte mit dem Reihenvierzylinder, sie wollen an dieser Philosophie festhalten. Ich habe mit diesem Motor auch kaum negative Erfahrungen gemacht. Man sollte sich auf das System konzentrieren, mit dem man viel Erfahrung hat.

Honda hat mit beiden Konzepten reichlich Erfahrung. Stell dir vor, du wärst der Verantwortliche bei Honda: Wie würdest du entscheiden?

Honda hat eine lange Geschichte mit dem V4-Motor.

Kawasaki, Yamaha und Suzuki haben hingegen viel Erfahrung mit dem Reihenvierzylinder. Auch BMW bleibt dem Reihenvierzylinder treu. Für den Reihenvierzylinder gibt es eine große Kundschaft, für V4 wohl weniger. Wir bleiben beim Reihenmotor.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
Kawasaki tritt traditionell mit einem Reihenvierzylinder an © Gold & Goose Kawasaki tritt traditionell mit einem Reihenvierzylinder an Kawasaki-Rennchef Ichiro Yoda (li.) © Gold & Goose Kawasaki-Rennchef Ichiro Yoda (li.)
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