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Domi Aegerter (Kawasaki) mahnt zur Geduld: «Ruhig bleiben, benötigen Zeit»
Valentin Debise schnappte den Yamaha-Piloten Can Öncü und Albert Arenas den Sieg weg: Bei der Supersport-WM in Ungarn robbte sich der ZX-Moto-Pilot am Samstag bis auf 28 Zähler an den WM-Leader heran.
Als Dritter in die letzte Runde gegangen, kam Valentin Debise als Führender über den Zielstrich und stellte bei der Supersport-WM im Balaton Park den dritten Laufsieg des noch sehr jungen Projekts sicher. In der Meisterschaft liegt Debise nach sieben Rennen nur noch 28 Punkte hinter der WM-Spitze. Damit ist der Franzose einer der potenziellen WM-Anwärter.
Dass er am Samstag in Ungarn triumphiert, kam überraschend. «Ich habe den Sieg wirklich nicht erwartet», gestand er im exklusiven Interview mit SPEEDWEEK.com. «Vor Assen wurde ich krank. Das wurde in Assen immer schlimmer. Als ich nach Hause zurückkehrte, konnte ich nicht trainieren. Ich entschied mich, an den drei oder vier Tagen vor diesem Rennwochenende nichts zu machen. Mir war nicht klar, ob ich das Rennen beenden kann.»
«Deshalb bin ich richtig happy, dass ich das Rennen körperlich zu Ende bringen konnte. Es war physisch nicht einfach für mich – schwieriger als sonst! Am Ende musste ich ganz schön kämpfen», schilderte der ZX-Moto-Pilot.
«Die langsamen Kurven auf dieser Strecke zählen nicht zu unseren Stärken. Deshalb hatten wir ein bisschen zu kämpfen. Doch das Team sagte mir, dass ich ruhig bleiben soll, sie werden etwas finden. Und sie hatten recht. Im Warm-up konnten sie das Motorrad verbessern», bedankte sich Debise bei der Evan-Bros-Crew, die das ZX-Moto-Bike einsetzt.
Von Startplatz 5 aus fuhr Debise zunächst ein unauffälliges Rennen. An der Spitze duellierten sich die Yamaha-Piloten Can Öncü und Albert Arenas. Es sah so aus, als ob sich Öncü bereits auf Kurs zum Sieg befand. Doch dann machte der Türke einen Fehler und ermöglichte seinen Verfolgern einen Angriff.
«In einer Phase des Rennens zogen sie davon, doch ich fuhr konstant mein Tempo. Ich kam am Ende näher. Mein Ziel war, ein Manöver vorzubereiten, um Zweiter zu werden. Auf der Bremse war ich stärker. Öncü machte einen Fehler. Ich öffnete meine Linie und beschleunigte sehr schnell aus der Kurve. Sie mussten etwas das Gas zudrehen, während ich voll aufdrehen konnte. Deshalb konnte ich außen vorbeiziehen und gewinnen. Das war unerwartet, doch ich bin happy. Es ist immer gut, ein Rennen zu gewinnen», kommentierte Debise die letzte Runde.
Mit der neuen ZX Moto war Debise bisher auf allen Strecken stark. «Ich konnte bereits im vergangenen Jahr einen Schritt machen. Die Leute bekamen das nicht mit, weil wir so viele Probleme hatten. Das war ein Desaster. Doch mit dem Wechsel in so ein gutes Team war mir klar, dass sie mir ein konstant gutes Motorrad bereitstellen können», vergleicht er die Situation mit der im Vorjahr, als er für Renzi Corse eine Ducati Panigale V2 pilotierte.
Da Jaume Masia am Samstag leer ausging, übernahm Albert Arenas die WM-Führung. Valentin Debise ist WM-Dritter und liegt 28 Punkte zurück. «Arenas hat offensichtlich etwas mehr als wir, denn selbst wenn es schneien würde, wäre er auf dem Podium», scherzte Debise mit Blick auf die sehr konstanten Leistungen des ehemaligen Moto3-Weltmeisters. «Egal, ob im Nassen, im Trockenen, auf halbtrockener Strecke – er zählt immer zu den Stärksten.»
«Ich sammelte in Phillip Island leider keine Punkte. Doch Schritt für Schritt arbeitete ich mich nach oben. Ich hoffe, dass ich weiterhin so konstant punkten kann. Für uns ist aber alles neu. Deshalb wollen wir nicht zu stark an die Meisterschaft denken. Wir wollen erst einmal möglichst viele Rennen gewinnen», nannte Debise die Zielsetzung für die kommenden Rennen. Das zweite Rennen in Ungarn startet er von Position 4.
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