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Von Startplatz 9 auf Rang 5: Alvaro Bautista zeigt beim Samstags-Rennen der Superbike-WM in Ungarn eine Aufholjagd, kämpft aber weiter mit Problemen – und übt Kritik an den Rahmenbedingungen.
Alvaro Bautista zeigte beim ersten Lauf der Superbike-WM im Balaton Park Circuit eine kämpferische Leistung: Von Startplatz 9 fuhr der Barni-Ducati-Pilot auf Rang 5 nach vorne und kam knapp hinter seinem Teamkollegen Yari Montella ins Ziel. Dennoch blieb ein deutlicher Rückstand von rund 15 Sekunden auf Sieger Nicolo Bulega – und ein insgesamt gemischtes Fazit.
Der Spanier machte vor allem die schwierigen Trainings am Freitag für seine Ausgangslage verantwortlich: «Dieses Wochenende begann für mich ziemlich schwierig. Gestern habe ich praktisch das gesamte erste freie Training verloren, weil ich ein Problem mit dem Hinterreifen hatte – er hat nicht richtig funktioniert. Im zweiten Training haben wir dann angefangen zu arbeiten, aber ich hatte auch Probleme mit der Bremse und keine gute Performance. Ich wusste nicht genau, wie viel davon an der Bremse oder am Motorrad lag. Nach gestern war das Gefühl nicht das beste, nicht so gut wie in Assen.»
Auch Änderungen am Setup brachten zunächst nicht den erhofften Durchbruch: «Heute Morgen haben wir ein anderes Setup probiert, auch weil die Strecke ganz anders ist, aber das hat nicht funktioniert. Für die Superpole sind wir wieder zurückgegangen. Als ich meine Rundenzeit verbessern konnte, gab es gelbe Flaggen – vielleicht hätte ich ein paar Positionen gutmachen können.»
Im Rennen selbst sah Bautista dann zumindest teilweise Fortschritte: «Ich bin zufrieden, weil ich mein Bestes gegeben habe. Wir haben auch am Motorrad etwas verändert, in die Richtung, die ich mir wünsche, und ich habe das Gefühl, dass ich es besser fahren kann. Aber im ersten Teil des Rennens bin ich immer wie ein Passagier. Es ist gefährlich – ich muss sehr vorsichtig sein, besonders auf so einer Stop-and-Go-Strecke. Ich kann das Motorrad nicht gut genug verzögern, das ist riskant für mich und auch für die anderen Fahrer», schilderte der Spanier und kritisierte ein weiteres Mal die Zusatzgewichte an seinem Motorrad.
Erst zur Rennmitte, als das Motorrad leichter wurde, fand Bautista seinen Rhythmus: «Nach der Hälfte des Rennens konnte ich besser fahren, mein Tempo steigern und die Fahrer vor mir einholen. Aber ich verliere in der Anfangsphase zu viel. Ich denke, wir sind noch nicht auf unserem Maximum. In Assen haben wir einen guten Schritt gemacht, und heute habe ich mich zumindest nach der Rennmitte wieder ähnlicher gefühlt. Jetzt haben wir Ideen für morgen, um mein Gefühl weiter zu verbessern.»
Dabei bewertet der Routinier seine Leistung weniger über das Ergebnis als über das Gefühl auf dem Motorrad: «Ich schaue nicht nur auf das Resultat, sondern auf mein Gefühl und die Performance. Auf einer Skala von 0 bis 10 liege ich im Moment bei etwa 6. Ich bin zufrieden, weil wir Fortschritte machen, aber nicht wirklich glücklich, weil uns noch ein Stück bis zur Bestleistung fehlt.»
Unverändert kritisch sieht Bautista zudem die Rahmenbedingungen – insbesondere das kombinierte Mindestgewicht, das sein Team zu Zusatzgewichten zwingt: «Ich bin von mir überzeugt, weil ich weiß, dass ich mein Bestes gebe. Ich bin motiviert und gebe nicht auf. Im Rennen pushe ich jede Runde, selbst am Ende konnte ich noch eine Position gewinnen. Natürlich fühlt es sich besser an, um Siege zu kämpfen, aber in den letzten zwei Jahren ist die Situation für mich nicht günstig. Ich habe das Gefühl, im Vergleich benachteiligt zu sein.»
Trotz allem bleibt seine Leidenschaft für den Sport ungebrochen: «Man hat zwei Möglichkeiten: akzeptieren und weiterarbeiten oder zu Hause bleiben. Ehrlich gesagt würde ein Teil von mir am liebsten sagen: 'Scheiß auf alles' und daheim bleiben. Aber ich liebe den Motorradsport, ich liebe es zu fahren, zu trainieren und mich zu verbessern. Dieser innere Kampf motiviert mich, weiterzumachen.»
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