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Analyse von Werner Daemen: Wie Reiti schneller wird

Von Ivo Schützbach
Markus Reiterberger (li.) mit Werner Daemen

Markus Reiterberger (li.) mit Werner Daemen

Muss sich der Fahrer an das Motorrad anpassen oder anders herum? Oder liegt die Wahrheit in der Mitte? Werner Daemen über die Schwierigkeiten von Markus Reiterberger mit der neuen BMW S1000RR in der Superbike-WM.

Tom Sykes und Markus Reiterberger gehen mit der Abstimmung der S1000RR verschiedene Wege. Bei BMW ist zu hören, das Set-up von Reiti tauge nur, um auf drei oder vier Rennstrecken im Kalender schnell zu sein, in Assen glänzte der Superstock-Europameister mit der ersten Startreihe und zwei sechsten Plätzen. Er müsse seinen Stil anpassen, um eine Abstimmung fahren zu können, mit welcher er immer schnell sein kann.

«Ich glaube, dass sich meine Probleme mit der richtigen Abstimmung lösen lassen», meint der Bayer, der über mangelnde Bremsstabilität klagt und sagt, dass ihn das Motorrad in der Kurvenmitte nach außen schiebt und er deshalb in der Beschleunigung verliert. «Ich muss das Motorrad so fahren können, wie ich es brauche. Es kann schon sein, dass meine Probleme mit meinem Fahrstil zusammenhängen. Ich versuche mich anzupassen, kann aber nicht komplett meinen Stil umstellen.»

«Vorne stimmt Markus das Motorrad härter als die meisten ab, das Gefühl fürs Vorderrad ist für ihn ganz wichtig», erklärte Werner Daemen, Ex-Rennfahrer und heute IDM-Teamchef und außerdem Manager und Riding-Coach von Reiterberger. «Wenn er in die Kurven einbiegt, braucht er von vorne viel Unterstützung. Melandri fährt ähnlich, so speziell ist dieser Fahrstil gar nicht. Das Team muss Markus besser kennenlernen, und Markus muss nach Jahren mit dem Superstock-Motorrad auch für andere Lösungen offen sein. Es gibt vielleicht Lösungen, die besser sind. Die Wahrheit liegt in der Mitte: Das Team muss mehr auf ihn zukommen, und Markus muss offener sein und Abstimmungen fahren, die er noch nie gefahren ist.»

Der Belgier weiter: «Das hat auch viel mit Erfahrung zu tun. In der Superbike-WM hast du so viele Einstellmöglichkeiten mit dem Schwingendrehpunkt und dem Lenkkopfwinkel, für ihn ist das alles Neuland. Wenn er nach Assen kommt und alles passt, ist das kein Problem, Australien war auch nicht schlecht. Letztlich geht es um die Haltbarkeit der Reifen. Sykes hat unheimlich viel Erfahrung. Markus muss genauer hinschauen und diese Erfahrung nützen, um dorthin zu kommen.»

Diese Woche Mittwoch und Donnerstag testen die Mehrzahl der Superbike-WM-Teams in Misano. «Dann muss Markus auch mal Sachen probieren, wie sie Sykes hat», hielt Daemen im Gespräch mit SPEEDWEEK.com fest. «Er kann seinen Fahrstil nicht grundlegend ändern, ein Fahrstil ist ein Fahrstil. Aber es gibt einen Mittelweg, man kann seinen Fahrstil anpassen – Markus ist noch jung. Er kann nicht wie Sykes fahren, das ist unmöglich. Er muss aber offen sein für neue Ideen und in Misano die Chance ergreifen, Vorschläge des Teams zu nützen und dadurch zu lernen und sich zu verbessern. Wenn er drei Runden fährt und feststellt, dass auch eine andere Abstimmung gut ist, dann ist er sofort schnell.»

Was viele vergessen: Tom Sykes war 2013 Weltmeister, der Engländer beendete die WM zwischen 2012 und 2017 immer (!) in den Top-3, gewann 34 Mal, fuhr 108 Mal aufs Podium, 48 Mal auf Pole-Position und 38 Mal die schnellste Rennrunde. Von den aktiven Fahrern ist lediglich Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) erfolgreicher. Zu erwarten, Reiterberger würde nach vielen Jahren in der IDM und Superstock-1000-EM sofort auf dem Niveau des 33-Jährigen fahren, ist utopisch.

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