Honda-Comeback von Leon Camier verzögert sich weiter

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Ende September will Leon Camier das Comeback riskieren

Ende September will Leon Camier das Comeback riskieren

Seit Mitte Mai laboriert Superbike-WM-Pilot Leon Camier an einer schwerwiegenden Schulterverletzung. SPEEDWEEK.com verriet das Honda-Aushängeschild, wie es um seine Gesundheit steht.

Wenn am zweiten September-Wochenende die achtwöchige Sommerpause zu Ende und die Superbike-WM in Portimao ins letzten Saisondrittel geht, dann muss Honda erneut auf einen Ersatzfahrer zurückgreifen.

Am 11. Mai stürzte Leon Camier in Imola in der Superpole, sämtliche Bänder in der linken Schulter rissen. Auf Anraten seiner Ärzte versuchte der Engländer die natürliche Heilung, am 12. Juli gab er es auf und legte sich in der Arm Clinic in Wilmslow, südlich von Manchester, doch unters Messer.

Die Testfahrten in Portimao am vergangenen Wochenende sagte Camier ab, statt ihm kam Takumi Takahashi zum Einsatz, der für Honda die Japanische Superbike-Meisterschaft anführt. Der 29-Jährige wird auch die Rennen in Portugal bestreiten.

«Mein Ziel ist, dass ich in Magny-Cours Ende September wieder fahre», verriet Camier SPEEDWEEK.com. «Das Problem ist inzwischen nicht mehr, dass es mir an Beweglichkeit oder Stärke in der Schulter fehlt, es sind die künstlichen Bänder. Wenn ich diese beschädige, dann beginne ich wieder bei null. Die Ärzte haben mir gesagt, es dauere drei Monate, bis ich wieder fahren kann. Magny-Cours ist früh, sollte aber okay sein.»

Warum hast du dich nicht gleich nach dem Sturz operieren lassen? «Auf den ersten Aufnahmen konnte man das wahre Ausmaß der Bänderverletzung nicht erkennen, sie wurden nicht korrekt gemacht», erklärte der Britische Meister von 2009. «Man sah, dass sie gerissen sind, sie hielten aber noch. In so einem Fall verzichtet man auf eine Operation und lässt sie natürlich heilen. Nach ein paar Monaten ist dann wieder alles in Ordnung. Zwei Monate lang ließ ich die Bänder heilen und es wurde auch besser – aber nicht im vollen Bewegungsumfang. Zum Beispiel wenn ich etwas anhob, oder beim Bremsen auf einem Motorrad, wurde die Schulter nicht besser. Da begann ich mich zu fragen, was los ist. Also wurde ich bei einem anderen Experten vorstellig und der ließ neue Aufnahmen anfertigen. Dabei stellte sich heraus, dass die Bänderverletzungen viel schlimmer sind, als wir annahmen.»

Mit den Events in Frankreich, Argentinien und Katar hat Camier nur noch neun Rennen, um sich für 2020 zu empfehlen: Er hat keinen Vertrag für nächstes Jahr.

«Ideal ist meine Situation nicht», weiß der 33-Jährige. «Komme ich zurück und meine Schulter ist nicht 100-prozentig okay, dann riskiere ich, sie noch mehr zu beschädigen, sollte ich etwa stürzen. Und sollte ich nicht schnell sein, werden mich die Teams in Frage stellen. Also haben wir entschieden abzuwarten und erst wieder zu fahren, wenn es mir besser geht. Ich werde in Magny-Cours nicht komplett fit sein, aber der Schulter wird es besser gehen und ich sollte das Rennwochenende durchstehen. Mir bleibt nichts anderes übrig, als den Teams meine Situation zu erklären. Honda hat während all der Monate immer zu mir gehalten und mich unterstützt.»

Mit Imola, Jerez, Misano, Donington Park, Laguna Seca und Portimao wird Camier fast die Hälfte der Rennen dieser Saison verpasst haben. Ist das mit finanziellen Einbußen verbunden? «Für solche Fälle gibt es Klauseln im Vertrag», erklärte der Honda-Pilot. «Was will ich machen? Wenn ich nicht fahren kann, kann ich nicht fahren.»

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