Eugene Laverty fasziniert: BMW bringt vollen Einsatz

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Der Nordire Eugene Laverty weiß, dass sich ihm im BMW-Werksteam in der Superbike-WM 2020 eine große Chance bietet. Trotzdem sagte der 33-Jährige: «Der WM-Titel scheint mir unrealistisch.»

Am heutigen Dienstagnachmittag stellt BMW auf der Motorrad-Messe EICMA in Mailand sein Programm für die Superbike-WM 2020 vor.

Neuzugang Eugene Laverty erzählte SPEEDWEEK.com bereits im am Montag veröffentlichten Interview, wie der Vertrag zustande kam und wo er sich leistungsmäßig neben seinem Teamkollegen Tom Sykes sieht.

Shaun Muir Racing, die Truppe hinter dem BMW-Werksteam, und BMW haben einen Drei-Jahres-Vertrag bis Ende 2021. Als Marschrichtung wurde vorgegeben: Das erste Jahr ist ein Lehrjahr, im zweiten sollen regelmäßig Podestplätze errungen und im dritten um den WM-Titel gekämpft werden.

Wie schätzt du das ein? «2011 war ich in München und war damals schon beeindruckt, was ich sah», erinnerte sich Laverty, der 2013 auf Aprilia Vizeweltmeister wurde. «Wenn ich sehe was sie heute tun, kann ich nur sagen, dass sie vollen Einsatz bringen. Ich wäre gerne von Anfang an in diesem Projekt dabei gewesen. Als ich sah, wie gut das Motorrad ist, noch mehr. Niemand hat erwartet, dass deren Motorrad im ersten Jahr so gut ist.»

Tom Sykes eroberte vergangene Saison 223 Punkte, vier Podestplätze, eine Pole-Position (Donington Park) und wurde WM-Achter.

Einige maßen die neue BMW mit der 2019 ebenfalls neuen Ducati V4R, doch dieser Vergleich hinkt laut Laverty: «Dass die Ducati im ersten Jahr so gut war, ist nachvollziehbar. Ich fuhr die GP14 in MotoGP, sie war vom Charakter der V4R sehr ähnlich. Der schwierigste Teil der Motorrad-Entwicklung ist, dass es auf der Rennstrecke funktioniert. Dass es einlenkt, dass es zum Rennende noch schnell ist. BMW begann quasi bei null und das Motorrad war sofort gut, sehr eindrucksvoll. Die Schwäche der BMW war dieses Jahr der Motor, das merkst du nur auf der Geraden. Während des Winters können sie auf den Prüfstand gehen und nach Leistung suchen. Wenn du aber ein Bike hast, dass nicht einlenkt, wie willst du das über den Winter verbessern? BMW hat die schwierigen Aufgaben bewältigt, den Rest können sie auf dem Prüfstand erledigen. Deshalb bin ich bei diesem Projekt so zuversichtlich.»

Den Aragon-Test nächste Woche lässt BMW aus, weil bis dahin noch nicht genügend Entwicklungsteile fertig sind. Ende November werden Laverty und Sykes in Jerez erstmals mit der 2020-Version der S1000RR fahren.

«Bevor ich das Motorrad nicht fuhr, kann ich dir nichts über meine nächstjährigen Ziele sagen», bemerkte Laverty. «Ich glaube nicht, dass ich um den Titel kämpfen werde, das wäre zu schwer. Ganz einfach, weil Johnny Rea und Kawasaki jetzt fünf Jahre zusammenarbeiten. Sie werden nicht langsamer, sondern besser. Mal sehen, was ich nach dem ersten Test sage. Aber der WM-Titel scheint mir im Moment nicht realistisch zu sein, in Anbetracht dessen, was die anderen Hersteller unternehmen.»

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