Kenan Sofuoglu: «Das braucht Toprak keiner vorwerfen»

Von Ivo Schützbach
Seit Anfang September hat sich der Ton zwischen Jonathan Rea und Toprak Razgatlioglu verschärft. Inzwischen bekämpfen sich die beiden besten Fahrer der Superbike-WM 2021 nicht nur auf der Strecke.

Als Jonathan Rea und Kawasaki nach dem Superpole-Race in Magny-Cours Protest gegen den vermeintlichen Sieger Toprak Razgatlioglu einlegten, weil der Yamaha-Pilot in der letzten Runde einige Zentimeter über die verbotene grüne Fläche neben der Strecke gefahren war und die FIM-Offiziellen das übersehen hatten, veränderte sich das bis dahin sehr freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Ausnahmekönnern.

Razgatlioglu, der um einen Platz zurückversetzt wurde und den Sieg an Rea abtreten musste, verspottete Kawasaki anschließend, weil sie es nötig hatten, auf diese Weise drei Punkte zusätzlich zu bekommen.

Seither lassen Rea und auch Ducati-Werksfahrer Scott Redding kaum eine Gelegenheit aus, die aggressive Fahrweise des WM-Führenden zu kritisieren. Das ging soweit, dass sich der ansonsten sehr zurückhaltende Türke in Portimao genötigt sah, darauf einzugehen. «Johnny hat angefangen, sich über mich zu beschweren, das ist ein gutes Zeichen», schmunzelte Razgatlioglu. «Das bedeutet, dass er sehr wütend darüber ist, wie die Meisterschaft läuft. Ich werde mich deswegen nicht ändern und jedes Rennwochenende kämpfen wie bisher. Ich habe keine Angst, vielleicht aber Scott und Johnny. Für mich ist das kein Problem. So ist mein Stil und ich werde ihn nicht ändern.»

«Als Erstes muss man immer schauen, wer sich beschwert», hielt Topraks Manager und Mentor Kenan Sofuoglu gegenüber SPEEDWEEK.com fest. «In der Regel sind das die Gegner. Ich habe großartige Fahrer, die zu den Besten ihrer Klasse gehören. Mein bestes Beispiel ist Toprak. Johnny und Scott beschweren sich viel über ihn, weil sie ihn nicht mehr schlagen können – das ist nicht nett von ihnen. Johnny sollte sagen, dass Toprak die neue Generation ist. Er sollte akzeptieren, dass ihn Toprak schlägt.»

«Stattdessen sagt er, dass Toprak gefährlich fährt», ergänzte der fünffache Weltmeister. «Aber wie oft ist jemand wegen Toprak gestürzt? Wie oft ist er in einen anderen gekracht? Wen hat Toprak aus dem Rennen gekegelt? Und wie oft macht Toprak einen Fehler? Johnny macht viele Fehler. Toprak konnte dieses Jahr drei Rennen nicht beenden, das war aber nie seine Schuld. Er fährt aggressiv, das ist richtig. Das gehört aber zum Motorsport. Er fährt enge Linien, um seine Gegner zu überholen. Er kann diese engen Linien fahren und attackieren. Wie oft hat er dabei einen Gegner berührt? Keiner braucht sich über Toprak beschweren, er ist sehr stark und ein Siegfahrer. Sieger muss man respektieren und sich nicht über sie beschweren. Mir tut es echt weh, dass ich solche Sachen von Jonathan Rea hören muss. Und es überrascht mich. Aber wenn er so spielen will...»

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