Marco Melandri 2014: Aprilia? Kawasaki? MotoGP?

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Von den Spitzenpiloten der Superbike-WM hat bislang nur Tom Sykes (Kawasaki) einen Vertrag für 2014. Nach dem BMW-Ausstieg ist Marco Melandri das Objekt der Begierde.

BMW zieht sich werksseitig aus der Superbike-WM zurück, das wurde heute bekanntgegeben. Dies muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass wir 2014 keine BMW in der Superbike-WM sehen, werksseitige Unterstützung wird jedoch kein Kundenteam erhalten. Weder aus München noch aus Italien.

Während die Mitarbeiter von BMW konzernintern neue Jobs bekommen, haben die freien Mitarbeiter, das ist der Großteil des Rennteams, eine unsichere Zukunft vor sich. Sie müssen sich nach neuen Arbeitgebern umsehen.

Melandri: 50-prozentige Erfolgsquote

So auch die beiden Werksfahrer Marco Melandri (30) und Chaz Davies (26). Innerhalb von drei Jahren verliert Melandri zum zweiten Mal seinen Job. Nicht wegen schlechter Leistungen, sondern weil das Team zusperrt. 2011 wurde er als Yamaha-Werksfahrer Vizeweltmeister, der japanische Hersteller entschied sich trotzdem der Superbike-WM den Rücken zu kehren. 2012 wurde Melandri auf BMW WM-Dritter, diesen Platz nimmt er auch in der aktuellen Meisterschaft ein. Ende des Jahres gibt es diesen Job nicht mehr.

In seinen bislang zweieinhalb Jahren in der Superbike-WM holte Melandri in 66 Rennen 33 Podestplätze, 13 Mal gewann er. Jedes zweite Rennen auf dem Podest – keine schlechte Quote.

Nur noch sechs echte Werksbikes

2014 sehen wir ohne BMW nur noch drei echte Werksteams: von Aprilia, Ducati und Kawasaki. Dazu die werksunterstützten Teams Pata Honda und Crescent Suzuki. Von diesen zehn Plätzen ist erst einer fix belegt: der von Tom Sykes bei Kawasaki. Melandri wird mit Kawasaki und Aprilia in Verbindung gebracht.

Es scheint unwahrscheinlich, dass sich Kawasaki zwei Titelaspiranten ins Team holt. Die Japaner geben ihr Geld lieber für Entwicklung als für große Namen aus, außerdem sind sie mit den Leistungen des 20-jährigen Franzosen Loris Baz zufrieden. Er mausert sich zu einem konstanten Top-5-Piloten.

Aprilia hat mit WM-Leader Sylvain Guintoli sowie dem schnellen aber vom Pech verfolgten Eugene Laverty zwei Top-Piloten unter Vertrag, die Italiener haben trotzdem ein Auge auf ihren Landsmann Melandri. Für Aprilias Marketing-Abteilung ist der Name Melandri ein Vielfaches wert wie Guintoli oder Laverty.

Die Paarung Melandri/Ducati wäre ebenfalls reizvoll. Doch sollte Carlos Checa weiterfahren, wird er bei den Roten bleiben. Ex-MotoGP-Weltmeister Nicky Hayden soll an seiner Seite fahren, geht es nach Ducati.

Melandri könnte nach drei Jahren Abstinenz auch in die MotoGP-WM zurückkehren. Das Came Iodaracing Team sucht für 2014 stärkeres fahrerisches Personal. Vielleicht kann der Vizeweltmeister von 2005 (auf Gresini-Honda) zu einem Comeback überredet werden. Um dann in einer guten Position zu sein, wenn sich BMW in der MotoGP-WM stärker engagiert.

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